Fußball | DFB-Pokal RB Leipzig fulminant beim VfL Wolfsburg

2. Hauptrunde

Eine Halbzeit lang war es eine maue DFB-Pokal-Partie in Wolfsburg: Dann drehte RB Leipzig auf und feierte mit einer spektakulären zweiten Halbzeit den Einzug ins Achtelfinale. Am Ende hieß es 6:1 für die Sachsen.

RB Leipzig hat sich in der zweiten Runde des DFB-Pokals den Frust der letzten Wochen so richtig von der Seele geschossen. Bei Bundesliga-Konkurrent VfL Wolfsburg feierte die Elf von Julian Nagelsmann am Mittwoch einen in der Höhe fast sensationellen 6:1-Erfolg und zog in das Pokal-Achtelfinale ein. Die Sachsen fügten dem Team des ehemaligen Salzburger Trainers Oliver Glasner die erste Saisonpleite überhaupt bei. Zudem hatte Wolfsburg in der Bundesliga erst fünf Gegentore kassiert. Besonders in der zweiten Hälfte trumpfte RB auf.

Eigentor zur verdienten Führung

Die ersten 45 Minuten hatten nur wenig Höhepunkte zu bieten. Gegen biedere Wolfsburger hatte RB das Geschehen von Anfang an im Griff. Die Leipziger ließen den Ball besser zirkulieren und waren auch defensiv zunächst nicht zu knacken. 6:1-Torschüsse hatten die Gäste zu verzeichnen: Das Führungstor (13.) war ein Treffer des Willens mit Wolfsburger Unterstützung. Nach einer Flanke versuchten es hintereinander Marcel Halstenberg, Dayot Upamecano und Willi Orban, ehe der Ball beim Rettungsversuch von VfL-Torwart Pavao Pervan zu Bruma abprallte und von dort den Weg ins Tor fand. Den Versuch des Franzosen Upamecano hatte Pervan nur abklatschen können. Wolfsburg versuchte sich in die Partie reinzukämpfen, blieb aber insgesamt viel zu harmlos. Auch ohne den verletzt vom Feld gegangen Kapitän Orban hatte die Nagelsmann-Elf defensiv nur wenig Mühe.

Tor für RB Leipzig. Der Treffer zum 0:1. Eigentor von Jeffrey Bruma 5
Bruma (li.) war beim 0:1 der Unglücksrabe. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Vier Treffer in 13 Minuten (!)

Die zweite Hälfte begann mit wütenden Angriffen der Gastgeber, die endlich in die Gänge zu kommen schienen. Josip Brekalo kam von links zum Abschluss, aber der für Orban eingewechselte Stefan Ilsanker fälschte noch entscheidend ab (47.). Mitten in die Drangperiode der "Wölfe" schlugen die Sachsen zu. Wie schon in der ersten Halbzeit saß wieder der erste Torschuss: Diesmal war es Marcel Sabitzer, der nach einem Doppelpass mit Timo Werner traf (55.). Drei Minuten später schloss Forsberg einen Konter und eine Vorlage von Werner ab. Das war dann endgültig der Todesstoß für die Niedersachsen. Wolfsburg war sauer, weil dem Angriff ein Handspiel von Poulsen voraus ging - der Ball ging aus kurzer Distanz an die ausgestreckte Hand. Konrad Laimer ließ sich von den Diskussionen nicht beeindrucken und legte nur weitere drei Minuten später erneut nach. Auch Nationalspieler Werner trug sich in die Torschützenliste ein, wieder einmal nach einem schnellen Angriff locker in der Mitte (68.). Dann war Ruhe, aber nur bis kurz vor Schluss. Wieder Werner (88.) und VfL-Mittelstürmer Wout Weghorst (89.) stellten den Endstand her. Wolfsburg verhinderte damit wenigstens seine höchste Pokalpleite aller Zeiten. Leipzig hatte zuletzt in sechs Partien nur einmal gewonnen.

Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): "Heute hatten wir die nötige Gier und haben daher auch in der Höhe verdient gewonnen. Wir haben das zweite und dritte Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht und hatten heute das Momentum auf unserer Seite. Mit den Räumen, die wir danach hatten, sind wir ganz schwer aufzuhalten."

Oliver Glasner (Wolfsburg): "Für uns natürlich ein bitterer Abend, weil ich meine Mannschaft 55 Minuten lang auf Augenhöhe mit Leipzig gesehen habe. Wir sind super aus der Halbzeit raus gekommen. Mit der ersten Aktion haben sie dann das 2:0 und mit einer irregulären Aktion das 3:0 gemacht. Wir haben dann alles, was uns sonst auszeichnet, über Bord geworfen. Leipzig hat das dann gnadenlos ausgenutzt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

21 Kommentare

Erich B. am 01.11.2019

Das ist doch Quatsch. Nach diesem 0:3 war Wolfsburgs Moral gebrochen. Was ohne dieses Tor passiert wäre wissen wir nicht. Dem Statement von O. Glasner ist nicht zu widersprechen.

Voice am 01.11.2019

Absolut, das hätte abgepfiffen werden müssen. Andererseits, was hat das mit der RB-Fangemeinde zu tun? Dann wäre es eben 1 zu 5 ausgegangen. Will niemand im Ernst bestreiten. Dass RB trotz des Handspiels eine tolle Leistung abgeliefert hat, müssen aber selbst die Konstruktgegner anerkennen. Oder wollte DAS jemand im Ernst bestreiten??

Beste Grüße aus der Messestadt!!

Quentin aus Mondragies am 31.10.2019

Trainer Glasner: ..... Die Leistungen der ersten 55 Minuten, da komme ich sogar ins Schwärmen, die waren super....
Bei allen Respekt vor der bisherigen Leistung der Wolfsburger. Mit der Leistung kriegt WOB nicht das Stadion voll. Defensivfußball will keiner so richtig sehen.