Fußball | Europameisterschaft "Regenbogen"-Aktionen in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg

Die Kontroverse um das UEFA-Verbot der "Regenbogen"-Arena beim EM-Spiel des DFB-Teams gegen Ungarn hat hohe Wellen geschlagen. Auch Fußballvereine in Mitteldeutschland solidarisierten sich anhand klarer Gesten auf ihren Socialmedia-Kanälen mit der Münchner Initiative und der betroffenenen LGBTQIA*-Community. Zudem hat es am Mittwochabend Aktionen in den Stadien in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg gegeben.

Luftbildaufnahme vom Rudolf-Harbig-Stadion am späten Nachmittag
Die Verantwortlichen des Dresdner Rudolf-Harbig-Stadions (Archivbild) beteiligten sich an der "Regenbogen"-Solidaritätsaktion. Bildrechte: imago images / Steffen Kuttner

Mit Solidarität in den sozialen Netzwerken und drei teilbeleuchteten Stadien in Dresden, Erfurt und Halle sowie einer Regenbogeninstallation in der Magdeburger MDCC Arena haben mitteldeutsche Fußballvereine und vier Stadionbetreiber auf die heftige Debatte um die vom europäischen Fußballverband UEFA untersagte "Regenbogen"-Arena in München beim EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn reagiert.

Steigerwaldstadion leuchtet in Regenbogenfarben
Das Steigerwaldstadion leuchtete am Mittwochabend in Regenbogenfarben. Bildrechte: MDR/ Juliane Maier-Lorenz

Beleuchtung in Dresden, Erfurt und Halle – Installation in Magdeburg

Oberligist Rot-Weiß Erfurt hat das "Hauptgebäude des Steigerwaldstadions" während der Partie in Regenbogenfarben leuchten lassen. Auch das Eventmanagement des Dresdner Rudolf-Harbig-Stadions ließ im Zuge des Public Viewings am Mittwochabend Teile des Stadions bunt anstrahlen.

Darüber hinaus wurde auch ein Teil des Hallenser Erdgas-Sportparks, Heimstätte von Drittligist HFC, entsprechend beleuchtet. "Die Regenbogenfarben sind Symbol für Vielfalt und Gleichberechtigung. Wir setzen mit unserer Aktion ein solidarisches Zeichen für Toleranz. Homophobie und Diskriminierung haben in Halle keinen Platz", wurde Bürgermeister Egbert Geier in einer offiziellen Mitteilung der Stadt zitiert.

In der MDCC Arena, dem Heimstadion des 1. FC Magdeburg, wurde in Zusammenarbeit zwischen Stadionbetreiber und dem örtlichen CSD e.V. ein 300 Quadratmeter großer Regenbogen auf der Tribüne installiert. Laut "Bild"-Zeitung beteiligten sich deutschlandweit mehr als 45 Stadionbetreiber und Klubs auf verschiedene Art und Weise an der Aktion.

Regenbogenaktion im Stadion Dresden
Auch im Dresdner Stadion gab es eine kleinere Aktion. Bildrechte: xcitePRESS

RB, FSV, BSG, CFC und FCC – Solidarität via Socialmedia

Die Leipziger "Red-Bull-Arena" leuchtete laut "Sportbuzzer"-Informationen hingegen nicht regenbogenfarben. Demnach habe sich Bundesligist RB Leipzig, Eigentümer des Stadions, bereits vor geraumer Zeit der aktuell laufenden "Night of Light"-Aktion angeschlossen, die auf die Situation der pandemiegeplagten Veranstaltungsbranche aufmerksam machen will.

Jedoch schlossen sich RB, Drittligist FSV Zwickau oder die Regionalligisten BSG Chemie Leipzig, Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena auf offiziellen Klubkanälen via Instagram oder Twitter der Solidaritätsaktion und dem Aufruf zu Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung an.

11.000 Regenbogenfähnchen – Orban sagt Besuch ab

Aus Protest gegen ein neues Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Heranwachsenden in Hinblick auf Homosexualität und andere sexuelle Minderheiten einschränkt, und Solidarität mit der LGBTQ-Community wollte die Stadt München durch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei besagtem abschließenden EM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Ungarn die Arena komplett in Regenbogenfarben erstrahlen lassen.

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, steht vor dem Spiel auf der Tribüne.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Bildrechte: dpa

Dies hatte die UEFA am Dienstagabend (22. Juni) jedoch untersagt. Sie sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte sie mit. Verschiedenen Organisationen und Initiativen wie der Christopher Street Day (CSD) haben stattdessen vor dem Stadion gut 11.000 Regenbogenfähnchen verteilt. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte seinen eigentlich avisierten Stadionbesuch abgesagt.

Gulacsi: "Jeder weiß, wie ich über die Welt denke"

Ungarn - Frankreich
Die beiden ungarischen RB-Profis Peter Gulacsi und Willi Orban nach dem jüngsten Punktgewinn gegen Weltmeister Frankreich. Bildrechte: imago images/Xinhua

Das Tor der Ungarn hütete Stammkeeper Peter Gulacsi. Der Profi des deutschen Vizemeisters RB Leipzig und zweimaliger ungarischer Fußballer des Jahres hatte anlässlich des Gesetzesentwurfs bereits im vergangenen Februar Gleichberechtigung für sexuelle Minderheiten in seinem Heimatland gefordert.

Vor der Partie meinte Gulacsi: "Das ist eine Entscheidung der UEFA. Wir Spieler können da nichts machen, wir haben da nichts zu sagen", so der 31-Jährige, aber "jeder weiß, wie ich über die Welt denke." Mit einem 2:2-Zitterremis nach zweimaligem Rückstand hatte die deutsche Nationalmannschaft gegen die damit ausgeschiedenen Ungarn schlussendlich das Achtelfinale am kommenden Dienstag gegen England in Wembley erreicht.

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red mit Material von dpa

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Italienische Spieler feiern für den Sieg bei der Europameisterschaft.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 23. Juni 2021 | 19:30 Uhr

148 Kommentare

ule vor 4 Wochen

@Fakt

und wofür wird die Fahne in 40 Jahren stehen ?

Gibt es ausser die Zurschaustellung seiner sexuellen Neigungen und Bedürfnisse mittels einer Fahne, auch andere Themen, die die Welt bewegen und verändern ?

Sollte die Vielfalt sexueller Neigungen zur Normalität werden, dann denke ich , dass man sich dann besser auch Normal verhält und nicht mit Symbolen auf inszenierte Normalität drängt.

PS:
Die Rosenkreutzer waren und sind in dieser Sache schon besser aufgestellt. . . . Normalität ist dort, wo man sich Normal verhält. So verdient man sich Respekt, Anerkennung und Achtung.

Jedimeister Joda vor 4 Wochen

Super Sache im Fußball. Der Fußball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Die Fahne ist unbestreitbar thüringisch. Und in Bilzingsleben in der Steinrinne kann man sehen, daß vor 400000 Jahren schon Thüringer lebten . Die hatten sogar schon ihren Hof gepflastert. Zumindest haben Forscher dieses rausgefunden. Also Thüringen ist vorn. Mit dem Licht an der Allianzarena ist es so eine Sache. Wer das Konzert bestellt bestimmt die Musik. Richtig. Aber an anderer Stelle andere Musik zu spielen die keiner hört ist doof. Auch Musik kostet Aufwand oder Energie. Sie verursacht womöglich Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, bei der Klimasituation kann man doch drauf verzichten. Das wäre Vernunft gelebt. Unnötige und unsinnige Aktionen sind einfach zu unterlassen. Eure Altvorderen waren sparsam aber bei euch...... und von hier aus dem All ist das alles mehr als merkwürdig anzusehen. Gut Nacht Joda

Fakt vor 4 Wochen

@wicky 67 return:

Der Harzer darf natürlich seine Meinung haben, ist vollkommen in Ordnung, akzeptiere ich auch. Aber tolerieren werde ich intolerante Ansichten mit Sicherheit nicht. Und dass er von Toleranz nicht allzuviel hält, hat er mit seinem Satz ja deutlich zum Ausdruck gebracht. Das hat mit "Schublade" nicht zu tun.