Fans von Aue.
Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Fußball | DFB-Pokal Erzgebirge Aue scheidet nach Kampfspiel in Düsseldorf aus

2. Hauptrunde

In der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals hat der FC Erzgebirge Aue mit 1:2 (1:1) bei Fortuna Düsseldorf den Kürzeren gezogen. Dabei erwischten die Gäste aus dem Erzgebirge einen Sahnestart und gingen durch den frisch reinrotierten Florian Kürger in Führung. Danach aber verpasste der "Kumpelverein" den Ausbau der Führung und musste kurz vor dem Seitenwechsel einen bitteren Gegenschlag hinnehmen. Im zweiten Abschnitt ging dem FCE relativ früh die Puste aus.

von Tom Wohlrabe

Fans von Aue.
Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Dirk Schuster nahm, nach der Niederlage bei seiner "Ex-Liebe" SV Darmstadt 98, zwei Veränderungen in der Startelf vor. Louis Samson und Florian Krüger liefen von Beginn an auf, dafür saßen Jan Hochscheidt und Tom Baumgart erst einmal draußen. Der letztgenannte Neuling sollte für das erste Highlight der Partie sorgen.

Krüger-Glücksgriff

Im Premierentreffen beider Teams im DFB-Pokal, zeigten die Sachsen den deutlich giftigeren Beginn und hatten nach einem feinen Pass von Pascal Testroet auf den eingelaufenen Krüger die erste Großchance der Partie. Nach nicht einmal 60 Sekunden Spielzeit setzte Krüger seinen Abschluss aber aus gut zehn Metern Torentfernung deutlich über den Fortuna-Kasten (1.). Kurz darauf hatte Erik Thommy die Chance zur Führung für Düsseldorf, scheiterte aber mit seinem direkten Freistoß am stark parierenden Auer Keeper Martin Männel (9.).

Die zweite Auer Chance der Partie nutzte Krüger dann aber. Nach einer Flanke von Dimitrij Nazarov wehrte Düsseldorf-Keeper Florian Kastenmeier den Ball zur Seite ab. Dort lauerte der äußerst aktive Krüger und netzte zur viel umjubelten 1:0-Führung ein (12.). Und auch in den darauffolgenden Minuten waren die Erzgebirger das aktivere Team. Düsseldorf agierte oft zu sorglos in der Abwehr und hatte Glück, dass sie nur 0:1 zurücklagen. Nach individuellen Abwehrfehlern hatten Dennis Kempe und Pascal Testroet zwei Großchancen (17./20.) zum Ausbau der Führung, vergaben diese aber leichtfertig. In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit folgte nun „moderner“ Männerfußball.

Tor für Aue - Florian Krüger (11, Aue) jubelt nach seinem Treffer zum 0:1.
Da dreht Florian Krüger jubelnd ab. Nach gut 12 Minuten besorgte der Angreifer den verdienten Führungstreffer für den FCE. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Düsseldorf, Rouwen Hennings (28, Fortuna) trifft per Strafstoß zum 1:1 gegen Torhüter Martin Männel / Maennel (1, Aue)
Keine Chance für Aue-Keeper Martin Männel. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ließ Rouwen Hennings den Auer Keeper keine Chance beim Elfmeter. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Primär sicherten beide Teams ihre eigene Hälfte ab und setzten nur vereinzelte offensive Nadelstiche. Einer dieser führte kurz vor der Halbzeitpause zum Ausgleich. Im Laufduell foulte Sören Gonther Alfredo Morales im eigenen Strafraum. Schiedsrichter Tobias Reichel zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Rouwen Nennings übernahm die Verantwortung und ließ Männel keine Chance (45.). Sehr ärgerlich für das Schuster-Team. Die Partie begann praktisch pünktlich zum Halbzeitpfiff wieder bei null.

Düsseldorf dreht auf

Im zweiten Abschnitt kam das Team von Friedhelm Funkel deutlich aktiver aus der Kabine und hatte durch Rouwen Hennings die erste dicke Chance zur Führung. Nachdem Männel in höchster Not aus dem Kasten eilte und in bester Oliver-Kahn-Manier den Ball wegköpfte, schnappte sich Hennings am Mittelkreis den Ball und schloss sofort ab. Das Spielgerät rauschte nur wenige Zentimeter am Kasten vorbei (56.). Die Fortunen bestimmten auch danach die Partie und hatten erneut durch Hennings die zweite Großchance der zweiten Halbzeit (58.). Aue-Trainer Schuster war mit der Vorstellung seines Teams in den zweiten 45 Minuten überhaupt nicht zufrieden und probierte seiner Elf vom Spielfeldrand aus neues Leben einzuhauchen. Doch das klappte nur bedingt. Nicht einmal die Hereinnahme des Auer Strippenziehers Jan Hochscheidt sollte da etwas bewirken.

Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Konnte absolut nicht mit der Leistung seines Teams zufrieden sein. Besonders in den zweiten 45 Minuten war das Team von Dirk Schuster viel zu passiv. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Der „Kumpelverein“ zog sich immer mehr zurück und musste nach einer Ecke den 1:2-Rückstand hinnehmen. Der Düsseldorf-Abwehrer Kasim Adams stiehl sich in den Strafraum der Gäste und nutzte einen Abpraller zur Düsseldorfer Führung aus (75.). Die Erzgebirger warfen danach noch einmal alles nach vorne. Es fehlte aber weitestgehend die zündende Idee im offensiven Bereich. So blieb es am Ende bei der gerechten Niederlage. Damit muss der FC Erzgebirge Aue weiterhin auf seinen zweiten DFB-Pokal-Achtelfinaleinzug in seiner Vereinsgeschichte warten.

SV Darmstadt 98 - FC Erzgebirge Aue in Bildern

Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Konzentrierter Blick von Aue-Trainer Dirk Schuster. Schon vor der Partie sagte der Trainer, dass dieses Spiel keine "Bonusspiel" sei. Es sollte heute der Achtelfinal-Einzug eingetütet werden. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Konzentrierter Blick von Aue-Trainer Dirk Schuster. Schon vor der Partie sagte der Trainer, dass dieses Spiel keine "Bonusspiel" sei. Es sollte heute der Achtelfinal-Einzug eingetütet werden. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Philipp Riese (17, Aue) und Dawid Kownacki (9, Fortuna).
Und die Gastgeber gingen auch mit der nötigen protion Selbstbewusstsein in das Spiel und drückten Düsseldorf in die eigene Hälfte. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Fans von Aue.
Die tapfer mitgereisten Fans von Aue hatten besonders in der 12. Spielminute ordentlich grund zum Feiern. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Aue - Florian Krüger (11, Aue) jubelt nach seinem Treffer zum 0:1.
Denn der frisch reinrotierte Florian Krüger sorgte nach einem Fehler von Düsseldorf-Keeper Florian Kastenmeier für die frühe Auer Fürhung (12.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor füe Aue - Auer Spieler jubeln nach dem Treffer zum 0:1.
Sehr guter Start für die Kicker aus dem Erzgebirge, welche auch danach weiter ihr Glück in der Offensive versuchten. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Trainer Friedhelm Funkel (Fortuna).
Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel gefiel das natürlich gar nicht. Er musste mit anschauen, wie Aue durch Großchancen von Dennis Kempe und Pascal Testroet fast das 2:0 erzielten (17./20.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
v.l.: Marko Mihojevic (3, Aue) und Erik Thommy (15, Fortuna)
Es sollte jedoch anders kommen. Die Auer nutzten ihre Chancen nicht und das Funkel-Team kämpfte sich wieder zurück in die Partie. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
 Schiedsrichter Tobias Reichel
Kurz vor der Halbzeitpause dann ein Pfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel. nach einem Foul von Sören Gonther an Alfredo Morales zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt (45.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Düsseldorf, Rouwen Hennings (28, Fortuna) trifft per Strafstoß zum 1:1 gegen Torhüter Martin Männel / Maennel (1, Aue)
Und diese Chance ließ sich Elfmeter-Spezialist Rouwen Hennings nicht entgehen. Das 1:1 kurz vor der Pause - sehr ärgerlich für den FCE (45.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Düsseldorf, Dawid Kownacki (9, Fortuna), Rouwen Hennings (28, Fortuna) und Andre Hoffmann (3, Fortuna) jubeln nach dem Treffer zum 1:1
Für die Düsseldorfer war das natürlich der perfekte Zeitpunkt, um wieder in das Spiel zu kommen. Ein wichtiger Knackpunkt in der Partie. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Denn für die Sachsen lief es danach im zwieten Abschnitt überhaupt nicht mehr rund. Das Team von Dirk Schuster war immer eine Schrittlänge zu spät und wirkte wie ein angeschlagener Boxer. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Torhüter Martin Männel (1, Aue).
Lediglich Aue-Keeper Martin Männel zeigte auch heute seinen enormen Reflexe und rettete sein Team so einige Male vor einem Rückstand. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Düsseldorf. Niko Gießelmann (23, Fortuna) und Kasim Adams (4, Fortuna) jubeln nach dem Treffer zum 2:1.
Doch auch er war dann rund eine Viertelstunde vor dem Schluss machtlos. nach einer Ecke schnappte sich Düsseldorf-Abwehrer Kasim adams den Ball und erzielte den 1:2-Endstand (75.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
 Dimitrij Nazarov (10, Aue) bedankt sich bei den Fans nach der Niederlage
So richtig viel ging danach nicht mehr für den FCE und es blieb bei der am Ende verdienten Niederlage. Die Enttäuschung war groß, der Auer Anhang feierte aber dennoch seine Schützlinge. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Spieler und Betreuer von Aue bilden Motivationskreis nach der Niederlage
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Die Stimmen zum Spiel

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben einen guten Pokalfight hingelegt und taktisch diszipliniert verteidigt. Wir hatten, abgesehen vom Elfmeter kurz vor der Pause, zur Halbzeit ein Chancenverhältnis von 3:0 für uns. Wir hätten also vor dem 1:1 schon das zweite und dritte Tor machen können. Im ersten Durchgang haben wir die Fortuna immer wieder gezwungen, in die Breite zu spielen, so kam sie nur ungefährlich vors Tor. Uns war aber klar, dass die Düsseldorfer in der zweiten Hälfte den Druck erhöhen würden. Trotzdem haben wir sie gut vom Tor weggehalten. Durch einen abgefälschten Schuss bekommen wir dann das zweite Gegentor. Das ärgert mich, weil wir ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht haben. Mit ein wenig mehr Spielglück hätten wir die Sensation schaffen können.

Friedhelm Funkel (Düsseldorf): "Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwergetan. Aue hat es taktisch gut gemacht und so gespielt, wie wir es auch gegen bessere Gegner versuchen: Tief stehen und Nadelstiche setzen. In der zweiten Halbzeit haben wir einen weiteren Stürmer gebracht, danach hat es besser geklappt und wir haben mehr Druck auf Aue ausgeübt. 'Flo' Kastenmeier musste in der zweiten Hälfte keinen Ball mehr halten und vorne sind wir durch Kasim Adams in Führung gegangen. Wir haben 2:1 gewonnen, und das ist das Einzige, was im Pokal zählt."

Andre Hoffmann (Düsseldorf): "Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir geduldig geblieben sind. Die erste Halbzeit war sicher nicht gut. In der zweiten haben wir es deutlich besser gemacht."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Oktober 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2019, 11:28 Uhr

8 Kommentare

dr schorsch vor 5 Wochen

Starker Auftritt - das Positive mitnehmen (und davon gab's sehr viel) und endlich mal gegen Heidenheim gewinnen. Verlängerung ist nur unnötiger Abnutzungskampf, brauchen wir, glaube ich, nicht.
Fortuna sehen wir nächstes Jahr in der 2.Liga, sehr dünner Auftritt.
Glück Auf

Ich bins vor 5 Wochen

Glück Auf.
Tja, da war so einiges in Düsseldorf mehr drin. Aber wenn man dann vom Schiri mit einem nicht berechtigten Strafstoß betrogen wird, ist es natürlich schwer mit Zählbarem wieder zurück nach Aue zu kommen . Ich frage mich ernsthaft, WO Sören seinen Gegenspieler berührt hat. Diese Frage kann nur der Schiri beantworten. Aber mal ehrlich Paco, DEN MUSST DU VERSENKEN. Dann wäre Zappenduster für Fortuna gewesen. Oder auch nicht. Denn unsere Wismut hat an diesem Abend gegen 13 Mann spielen müssen. Gegen den Gegner(11), gegen die Zuschauer(12) und gegen den Schiedsrichter(13). Jetzt heißt es gegen Heidenheim 3 Punkte einfahren um Platz 4 zu festigen.

Gerhard vor 5 Wochen

Man muss sich die Situation, die zum Elfer geführt hat nur in der Zeitlupenwiederholung anschauen. Der Schiri konnte gar nicht anders, auch wenn es mit Sicherheit keine Absicht von Gonther war.