Fußball | Thüringenpokal "Finden wir nicht fair" - FSV Martinroda legt Beschwerde ein

Oberligist FSV Martinroda hat gegen die Zulassung des SV 1879 Ehrenhain für das Thüringenpokal-Halbfinale Beschwerde beim Thüringer Fußball-Verband (TFV) eingelegt. FSV-Präsident Hergert beklagt ein "bundesweites Novum, das wir nicht fair finden."

TFV-Pokal
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Martinroda-Präsident Hergert: "Unfaires Novum"

"Diese Entscheidung des Verbandes ist ein bundesweites Novum, das wir nicht fair finden. Nach unserer Auffassung steht in den Statuten eindeutig, dass Mannschaften, die verloren haben, eben auch aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind", begründete FSV-Präsident Andreas Hergert im Gespräch mit dem MDR den Schritt der Martinrodaer.

Nachdem der FC Rot-Weiß Erfurt jüngst den Spielbetrieb seiner Regionalligamannschaft eingestellt hatte, vergab der TFV-Spielausschluss den dadurch frei gewordenen Halbfinal-Platz an Ehrenhain. Der Verbandsligist war im vergangenen November im Viertelfinale noch deutlich mit 1:4 an Erfurt gescheitert. Martinroda zog mit einem 1:0-Auswärtssieg in Ohratal in die Runde der letzten Vier ein. Die Auslosung am letzten Wochenende ergab dann die Duelle Ehrenhain gegen Martinroda und Wacker Nordhausen gegen Carl Zeiss Jena.

Verhandlungstermin steht noch nicht fest

Hergert unterstrich: "Natürlich würden wir auch ein für uns negatives Urteil hinnehmen und das Halbfinale spielen, aber dennoch geht es erst mal ein kleines Bisschen um Gerechtigkeit."

Wie der TFV am Donnerstag (6. Februar) mitteilte, wird das Sportgericht zunächst die Unterlagen vom Spielausschuss anfordern, um anschließend schnellstmöglich einen Termin für eine mündliche Verhandlung anzuberaumen.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. Februar 2020 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

Ein Hallenser vor 41 Wochen

Sehe ich auch so. Wenn der Verlierer des VF nun zum Sieger erklärt wird, dann müssten auch die Gegner von RWE aus den anderen Runden zum Sieger erklärt werden und die Chance bekommen ins Finale einzuziehen.

FCSL vor 41 Wochen

Da hat der FSV sehr wahrscheinlich Recht. Zugegebenermaßen kenne ich mich nicht in den Statuten des TFV aus, und die Entscheidung ist irdendwo verständlich, aber es macht sportlich keinen Sinn. Ein Verlierer hat verloren und ist damit ausgeschieden, es sei denn, andere Regeln wurden verletzt. Was wäre, wenn der RWE-Rückzug nach dem Halbfinale stattgefunden hätte, vorausgesetzt Erfurt hätte gewonnen? Der Verlierer des Halbfinales im Finale? Und gewinnt den Pokal vielleicht obwohl bereits sportlich ausgeschieden? Martinroda hat meiner Meinung nach Recht.
Der TFV hätte das Halbfinale gleich nach dem VF auslosen sollen (Nicht-antreten = das Aus = keine Diskussion). Allerdings gebe ich dem NOFV die Hauptschuld. Wenn der Verband seine Hausaufgaben gemacht hätte ("intensive Gespräche" wie im Fall Nordhausen, bessere und gerechtere Zulassungsbestimmungen) hätte es nicht zu dieser Situation kommen müssen. Obwohl nicht fehlerfrei, der TFV muß nun die Suppe auslöffeln, die andere angerührt haben.