Fußball | Sachsenpokal Fortführung des Sachsenpokals nur mit Dritt- und Regionalligisten?

Wie geht es weiter im Sachsenpokal? Nachdem eine Videokonferenz vor Ostern keine Einigung brachte, hat eine Arbeitsgruppe nun einen neuen Vorschlag erarbeitet. Die wahrscheinlichste Lösung wäre, dass nur die aktuell im Training befindlichen Dritt- und Regionalligisten den Wettbewerb zu Ende bringen. Stimmen die anderen Vereine dem Vorschlag bis kommender Woche nicht zu, droht der Abbruch.

Vorschaubild Volkmar Beier (Spielausschussvorsitzender Sächsischer Fußball-Verband) 7 min
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Die Art und Weise der Fortführung des Sachsenpokals ist weiterhin unklar, sicher ist nur, dass die Zeit immer mehr drängt. Ende Mai soll das Finale des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) im Rahmen des "Finaltags der Amateure" stattfinden. "Das Ziel bleibt, den Sieger sportlich zu ermitteln", erklärte der SFV-Spielausschussvorsitzende Volkmar Beier auf "Sport im Osten"-Anfrage. In den kommenden sieben Wochen müssten also Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel ausgetragen werden. Zudem ist noch eine Drittrundenpartie offen.

Arbeitspapier der siebenköpfigen Arbeitsgruppe

Doch wie soll das funktionieren? Darüber hat sich eine siebenköpfige Arbeitsgruppe bestehend aus jeweils einem Vertreter der Drittligisten, Regionalligisten, Oberligisten, Landesligisten und der Landesklasse sowie zwei Verbandsfunktionäre Gedanken gemacht und ein Arbeitspapier entwickelt. "Es wurde mehrheitlich angenommen und für gut befunden", so Beier. Dieser Vorschlag ist den noch im Wettbewerb verbliebenen 17 Vereinen zugesandt worden.

Abstimmung bis nächste Woche

Bis zum 13. April haben diese nun Zeit, ihre Meinung dazu kund zu tun, damit der SFV den Vorschlag auf der nächsten Präsidiumssitzung am 17. April absegnen kann. Oder auch nicht. Denn nur wenn sich alle Vertreter einverstanden erklären, kann der veränderte Modus angewandt werden. "Wir brauchen 100-prozentige Zustimmung. Wir können nur vom Modus abweichen, wenn alle Vereine zustimmen. Uns ist bewusst, dass im alten Modus der Wettbewerb nicht zu beenden ist. Wir können nicht bis Juni warten und dann dort den Wettbewerb an vier Wochenenden durchpeitschen", erklärte Beier.

Dritt- und Regionalligisten spielen - Entschädigung für den Rest

Die Änderung sieht vor, dass das Achtelfinale übersprungen wird und dann nur noch die sieben Dritt- und Regionalligisten den Sachsenpokalsieger ausspielen. Denn lediglich dieses Klubs dürfen aktuell trainieren, allen unterklassigeren Teams ist dies laut sächsischer Corona-Schutzverordnung nicht gestattet. Und das bleibt auch bis mindestens 18. April so.

Beim SFV schätzt man die Lage pragmatisch ein: "Die einzige Möglichkeit für ein sportliches Ende des Wettbewerbs ist, dass die Vereine, die jetzt spielen können, den Sieger ermitteln", sagte Beier. Die anderen Mannschaften sollen dafür finanziell entschädigt werden: "Das Arbeitspapier sieht vor, dass diese Klubs einen größeren prozentualen Anteil erhalten würden, als wenn sie etwa im Achtelfinale ausscheiden würden." Zudem ist eine Beteiligung am Startgeld für die erste DFB-Pokalrunde geplant, des Weiteren haben einige höherklassige Teams angeboten, Testspiele bei den nun ausscheidenden Vereinen zu absolvieren.

v.l.: Okan Kurt 8, Lukas Aigner 19, Niklas Hoheneder 3, Tim Campulka 14, Torhüter Sönke / Soenke Günther / Guenther 30, und Physiotherapeut Florian Brabant jubeln mit dem Pokal
2020 durfte der Chemnitzer FC die Trophäe in den Himmel recken. (Archiv) Bildrechte: imago images/Picture Point

Finaltag der Amateure am 29. Mai

Wenn alle Vereine dem Vorhaben zustimmen, könnte am 1./2. Mai das Viertelfinale ausgetragen werden. Im weiten Verlauf des Mais würden dann die zwei Halbfinals stattfinden, um pünktlich am 29. Mai beim "Finaltag der Amateure" den Sieger auszuspielen. An diesem Termin sollen alle Verbände ihr Endspiel austragen. Wer nicht dabei ist, muss auch auf Prämien verzichten, die an diesem Tag ausgeschüttet werden. Dieses Geld würde letztlich allen Vereinen zu Gute kommen.

Ohne Einigung droht der Abbruch

Sollte es keine Einigkeit über das Papier geben, droht der Abbruch, erklärt Beier. Letztlich würde darüber dann das Präsidium des SFV entscheiden. Beier aber zeigt sich optimistisch, dass dies nicht passieren wird.

Sollte der Fall dennoch eintreten, müsse man sich beim SFV erneut Gedanken machen - nämlich, wie der sächsische Teilnehmer am DFB-Pokal ermittelt wird. "Dafür müssten wir dann ein neues Verfahren aufsetzen unter Berücksichtigung der Situation, die Anfang Juni herrscht", so Beier, der noch nicht spekulieren möchte, wie dieses aussehen könnte. Die naheliegendsten Varianten wären wohl eine Bestimmung oder Auslosung des Teilnehmers.

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Daniel Berlinski (Chemnitzer FC) 1 min
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Wie geht es weiter im Landespokal? Der Chemnitzer Trainer favorisiert, dass die Dritt- und Regionalligisten die Finalteilnehmer ausspielen.

Do 25.03.2021 13:25Uhr 00:25 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-daniel-berlinski-zum-landespokal-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2021 | 21:45 Uhr

1 Kommentar

Dreissiger vor 6 Tagen

Weiterführung nur mit 3. und 4. Ligisten ist der einzig vernünftige Weg. Ab 5. Liga darf ja seit Monaten nicht trainiert werden. Die betreffenden Vereine sollten schlau sein, zustimmen und die angebotene Kohle, die sie dringend gebrauchen können, mitnehmen.
Die Alternative wäre ein sofortiger, kompletter Abbruch, aber bitte ohne Losentscheid oder ähnlichen Firlefanz.