Fußball | DFB-Pokal Gegnercheck VfL Wolfsburg: Stück für Stück nach oben

Viertelfinale

Es sind beeindruckende Serien: Seit zehn Pflichtspielen ist der VfL Wolfsburg ohne Niederlage, seit acht Partien zudem ohne Gegentor. Im Kasten von Keeper Koen Casteels hat es das letzte Mal am 16. Januar geklingelt. Hübsche Pointe: Das war gegen RB Leipzig. In der laufenden Saison hat der VfL erst drei Niederlagen kassiert.

Fußballspieler rennen
Bildrechte: imago images / regios24

Bilanz der vergangenen Saison

Im DFB-Pokal war letzte Saison schon in Runde zwei Schluss. Nach einem 1:6 im eigenen Stadion gegen RB Leipzig.

In der Bundesliga verspielten die "Wölfe" am letzten Spieltag mit einem 0:4 gegen den FC Bayern das Ticket für die Gruppenphase der Europa League. Also mussten sie in die EL-Quali und scheiterten da an AEK Athen (1:2)

Bundesliga
7. Platz, 49 Punkte, 48:46 Tore
(RB Leipzig: 3. Platz/66/81:37)

Bilanz gegen RB Leipzig

DFB-Pokal: 4 Spiele (1 Sieg, 3 Niederlagen)
Bundesliga: 9 Spiele (2 Siege, 3 Niederlagen)

Tor für RB Leipzig. Der Treffer zum 0:1. Eigentor von Jeffrey Bruma 5
Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Letztes Duell

16.01.2021 Wolfsburg – Leipzig 2:2 (2:1)
In dem Punktspiel hat RB seine Chancen-versieben-Statistik ordentlich aufpoliert. Die Partie begann mit einem frühen Leipziger Tor durch Mukiele (5.). Danach wurde Wolfsburg immer stärker. Weghorst per Kopf (22.) und Steffen nach einem Ballverlust von Sabitzer (35.) wendeten das Blatt. Die zweite Halbzeit allerdings gehörte den Leipzigern, für die Orban mit einem Abstauber ausglich (54.), die aber am Ende zahlreiche Siegtorchancen liegenließen.

Der Weg ins Pokal-Viertelfinale

1. Runde: Fürstenwalde – Wolfsburg 1:4
2. Runde: Wolfsburg – Sandhausen 4:0
Achtelfinale: Wolfsburg – Schalke 1:0

Letzte 5 Spiele

Wolfsburg – Schalke 1:0 (Pokal)
Augsburg - Wolfsburg 0:2
Wolfsburg – M’gladbach 0:0
Bielefeld – Wolfsburg 0:3
Wolfsburg – Hertha BSC 2:0

Schlüsselspieler hinten: der Torhüter

Koen Casteels ist seit fast genau sechs Jahren in Wolfsburg. Vor allem in der aktuellen Saison ist er ein stabiler Rückhalt. Von 29 Pflichtspielen bestritt der Belgier 26, ausgefallen war er nur Saisonbeginn. Letzten Samstag war er ein Garant des 2:0-Sieges gegen Hertha BSC, verhinderte mehrfach den in der Luft liegenden Ausgleich.

Wolfsburg steht hinten übrigens verhältnismäßig tief und betreibt vor ein intensives Pressing nach Ballverlusten. Das macht es für aufs Umschaltspiel spezialisierte Teams wie auch RB Leipzig recht schwer.

Tor für Leipzig. Im Bild v.l.: Torschütze Willi Orban (4, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Koen Casteels (1, Wolfsburg) zum 2:2 Ausgleich
Bildrechte: Picture Point, Roger Petzsche

Schlüsselspieler vorn: der Knipser

Wout Weghorst ist in Wolfsburg das, was RB Leipzig seit dem Weggang von Timo Werner fehlt: ein waschechter Knipser - wuchtig, schnell und mit einem echten Torriecher. Damit ist er der Zielspieler fast jeden VfL-Angriffs. Der 28 Jahre alte Niederländer hat in allen bislang 29 Saisonspielen mitgemacht, dabei 19 Tore erzielt, darunter sind vier Doppelpacks.

Seine Vorlagen erhält Weghorst unter anderem von Rechtsaußen Renato Steffen, auf den RB ebenfalls höllisch aufpassen muss. Der Schweizer liegt mit fünf Toren und vier Assists auf Rang zwei der Wolfsburger Scorer-Rangliste.

Wout Weghorst und Amadou Haidara
Wout Weghorst im Zweikampf mit Amadou Haidara Bildrechte: imago images/regios24

Ausfälle

Zuletzt waren nur Josip Brekalo und Jerome Roussillon außer Gefecht gesetzt. Linksaußen Brekalo hatte vergangene Woche den Ball ins Gesicht bekommen und eine Gehirnerschütterung davongetragen. Gegen RB Leipzig kann er aber wohl wieder spielen. Zumindest ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Jerome Roussillon. Der Linksverteidiger hat Wadenprobleme.

Jerome Roussillon gegen Konrad Laimer und Lukas Klostermann
Jerome Roussillon in Aktion Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Trainer

Oliver Glasners Karriere ist eine echte Erfolgsgeschichte. Als Spieler stieg er mit der SV Ried in die österreichische Bundesliga auf und holte 1998 und 2011 den ÖFB-Pokal. Ein heftiges Kopfballduell führte 2011 bei Glasner zu einer Hirnblutung und einer OP. Daraufhin beendete er seine Profi-Karriere.

2012 war er bei Red Bull Salzburg Co-Trainer unter Roger Schmidt, 2015 übernahm er für ein Jahr seinen Heimatklub SV Ried, dann wechselte er nach Linz, wo er Cheftrainer und Sportdirektor wurde. Unter ihm stieg Linz 2017 in die Bundesliga auf, wurde dort auf Anhieb Vierter und belegte 2019 den zweiten Platz hinter Salzburg. Danach ging Glasner nach Wolfsburg und beerbte dort Bruno Labbadia.

In der deutschen Bundesliga fliegt Glasner irgendwie unter dem Radar. Das liegt vor allem an seiner ruhigen Art, auch am Spielfeldrand. Doch der 46-Jährige kann auch anders: Im Herbst kritisierte er fehlende, seiner Ansicht nach aber benötigte Transfers. Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke war not amused, dementierte jedoch energisch, Glasner habe vor einem Rauswurf gestanden. Zum Glück für den VfL, denn der eine oder andere schaut inzwischen auf den Abstand zu Tabellenführer Bayern. Der beträgt sieben Punkte.

Oliver Glasner
Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. März 2021 | 19:30 Uhr

0 Kommentare