Fußball | Thüringenpokal Sportgericht entscheidet: FSV Martinroda kampflos ins Pokalfinale

Im Thüringenpokal wird es aller Voraussicht nach doch nur das Halbfinale zwischen Nordhausen und Jena geben. Der FSV Martinroda dagegen soll kampflos ins Endspiel einziehen. Diese Entscheidung traf das Sportgericht, allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Trainer Robert Fischer vom FSV Martinroda
Trainer Robert Fischer steht mit dem FSV Martinroda im Pokalfinale. Bildrechte: imago images/Hartmut Bösener

Die Pokalträume des SV 1879 Ehrenhain sind geplatzt. Ein Halbfinalspiel wird es für den Verbandsligisten nun doch nicht geben. Stattdessen zieht Oberligist FSV Martinroda direkt ins Endspiel ein. Diese Entscheidung traf das Sportgericht des Thüringer Fußballverbandes am späten Donnerstagabend.

Neubesetzung des Halbfinalplatzes unberechtigt

Nach mehr als 90 Minuten verkündete der Vorsitzende des Sportgerichts, Bernd Kruse, das Urteil. "Der Beschwerde des FSV Martinroda wird stattgegeben. Der Spielausschuss war nicht berechtigt, den durch den Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt freigewordenen Platz im Halbfinale des Landespokals neu zu besetzen", hieß es in der Begründung. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, da der TFV-Spielausschuss um den Vorsitzenden Sven Wenzel die Entscheidung "zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht annehme".

Auch Ehrenhain kündigte an, in Berufung zu gehen. "Der Sportverein SV 1879 Ehrenhain und auch die regionale Fußballfangemeinschaft sind entsetzt über das Urteil des Sportgerichts des TFV", heißt es in einer Pressemitteilung und weiter: "Die Freude über die 10.000 Euro des FSV Martinroda ist vorerst allerdings unbegründet."

Martinroda verweist auf Statuten

Für die Verantwortlichen des Oberligisten ist die Frustration des SV 1879 Ehrenhain "durchaus nachvollziehbar", allerdings begrüße man die Entscheidung des Sportgerichts, der Beschwerde stattzugeben. "Das Urteil stützt unsere Rechtsauffassung, denn in den Durchführungsbestimmungen zum Thüringer Landespokal ist rechtlich klar geregelt, dass ein Verlierer aus dem Wettbewerb ausscheidet", so der FSV.

Spiel gegen Traditionsteam geplant

Der sportliche Leiter und Geschäftsführer, Dirk Keller, stellte im MDR-Interview auch klar, dass "die wirtschaftlichen Belange für uns nicht im Mittelpunkt stehen". Allerdings sollte die sportliche Fairness gewahrt bleiben. Und sportliche Fairness bedeute für Martinroda, "das bestehende Regelwerk anzuwenden – und das lässt ein Nachrücken des SV 1879 Ehrenhain eben nicht zu." Martinroda will am Halbfinaltag spielen - und zwar gegen das Traditionsteam des FC Rot-Weiß-Erfurt. Die Einnahmen sollen dem Nachwuchs von RWE zugute kommen.

Daniel Brückner und Tom Nowak
2017 standen sich Erfurt (Daniel Brückner) und Martinroda in der 2. Runde im Thüringenpokal gegenüber. Bildrechte: imago/Gerhard König

Pokalstreit nach Erfurt-Rückzug

Nachdem der FC Rot-Weiß Erfurt jüngst den Spielbetrieb seiner Regionalligamannschaft eingestellt hatte, hatte der TFV-Spielausschluss den dadurch frei gewordenen Halbfinal-Platz an Ehrenhain vergeben. Der Verbandsligist war im vergangenen November im Viertelfinale noch deutlich mit 1:4 an Erfurt gescheitert und sollte jetzt nachrücken. Martinroda war damit nicht einverstanden und legte Beschwerde ein. Ob der Pokalstreit in eine weitere Runde geht, werden die nächsten Tage zeigen. Nach Eingang des Urteils hat Ehrenhain sieben Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Wohl nur ein Halbfinale

Sicher ist das zweite Halbfinale der beiden sportlichen Schwergewichte im Freistaat: Wacker Nordhausen aus der Regionalliga gegen Drittliga-Schlusslicht Carl Zeiss Jena.

---
sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Februar 2020 | 17:45 Uhr

11 Kommentare

Alex. vor 40 Wochen

Kampflos ins Finale,ist einfacher als sich sportlich zu qualifizieren!! Egal wer gegen wen,oder auch wer gegen keinen,-dieses Halbfinale hat einen bitteren Beigeschmack!

Alex. vor 40 Wochen

Vielleicht stellt Ehrenhain jetzt auch einen Antrag und das Sportgericht muss erneut entscheiden! Aber bei Martinroda stellt sich mir die Frage,warum der Verein Kampflos ins Finale will? Angst vor den Ostthüringern? Gegen Erfurt hätten sie doch auch spielen müssen!! Ich denke,Martinroda sollte gegen die Ehrenhainer spielen und auf sportlichem Weg den Weg ins Endspiel suchen!

Steffen-Das Original vor 40 Wochen

Wenn Marinroda, so eine Angst vor Ehrenhain hat und kuschen vor Angst einer Niederlage, liegt es an uns Jenaern Nordhausen zu schlagen und dann den Frust der Saison an den Randerfurtern auszulassen