Dunkle Wolken über dem Alfred-Kunze-Sportpark und einlaufende Mannschaften vor dem Spiel Chemie gegen Lok.
Bildrechte: imago/opokupix

Fußball | Sachsenpokal Getrübte Vorfreude auf BSG Chemie gegen Lok Leipzig

Viertelfinale

Stell Dir vor, es ist Fußball und nur die Hälfte geht hin: So ist es vor dem eigentlich ewig jungen Leipziger Derby BSG Chemie - 1. FC Lok. Mit der Vorfreude auf das Pokal-Viertelfinale steht es nicht zum Besten.

Dunkle Wolken über dem Alfred-Kunze-Sportpark und einlaufende Mannschaften vor dem Spiel Chemie gegen Lok.
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Einer fehlt noch: Am Samstag (12:05 Uhr live im MDR Fernsehen) wird im Alfred-Kunze-Sportpark der letzte Halbfinalist im Sachsenpokal ermittelt. Titelverteidiger BSG Chemie erwartet den 1. FC Lok Leipzig, Oberliga-Zweiter gegen Regionalliga-Achter. Die Vorfreude auf den Klassiker ist diesmal aber getrübt.

Lok spricht von "Zumutung" und "Frechheit"

"Ein schwarzer Tag für den Leipziger Fußball" nennt es die BSG Chemie auf ihrer Internetseite. Es geht um die Entscheidung von Lok, auf Fans in Leutzsch zu verzichten. Statt 750 Tickets wie beim jüngsten Aufeinandertreffen sollten diesmal nur 500 Karten nach Probstheida gehen. Das schlägt den Gelb-Blauen ebenso auf den Magen wie die An- und Abreisebestimmungen die sie als "weitere Zumutung" bezeichnen. Nun gibt es ein Public Viewing im Plache-Stadion. Lok-Trainer Björn Joppe empfindet die Kartenzuteilung von nur zehn Prozent für die Gäste "eine Frechheit" und nennt den Boykott "eine vernünftige Entscheidung. Es hat keiner etwas davon, wenn es Vorfälle gibt und im schlimmsten Fall beide Teams disqualifiziert werden", so der 40-Jährige im "Sportbuzzer".

Trainer Heiko Scholz (Lok) vor den Fans von Lok Leipzig.
Diesmal wird der Gästeblock leer sein. Und auch Trainer Heiko Scholz ist nicht mehr dabei, sondern jetzt in Nordhausen. Bildrechte: imago/Picture Point LE

Chemie: "Spielboykotte stellen zu keiner Zeit eine Lösung dar"

Bei der BSG Chemie sorgte die Entscheidung für Überraschung und Fragezeichen: "Mit großem Bedauern und großer Verwunderung müssen wir den Boykott akzeptieren. Nach den konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten am vergangenem Montag fällt es schwer, den Entschluss nachzuvollziehen", sagte Vorstand und Sicherheitsbeauftragter Marc Walenta. Weiter heißt es auf der Chemie-Homepage: "Spielboykotte und damit der Ausschluss friedlicher Fans aus den Stadien werden für unseren Verein zu keiner Zeit eine Lösung darstellen. Stadionverbote dieser Art bedeuten, den Fußball seines höchstens Gutes, der gelebten Fankultur zu berauben." Für die Gastgeber ist es nur ein "halbes Derby". 

Choreo der Fans von Chemie Leipzig vor dem Spiel gegen Lok Leipzig
4.500 Chemie-Anhänger sind dabei. Bildrechte: imago/opokupix

"Das ist das Spiel der Spiele"

Sportlich versucht es Lok-Trainer Joppe, der in den kommenden Tagen einen A-Lizenz-Inhaber zur Seite gestellt bekommt, mit "Business as usual". Es wird nur nicht mehr ganz so viel trainiert. Seitdem seine Elf ungeschlagen ist, hat er bei den Spielen immer die selben Schuhe und Klamotten an. Anders bei Chemie: Interimscoach Christian Sobotta meinte unverblümt: "Das ist das Spiel der Spiele für die Jungs. Die wollen natürlich zeigen, dass sie gegen eine Profi-Mannschaft gewinnen können. Lok ist der Favorit, jeder Lok-Spieler verdient mehr als jeder von uns. Das ist Motivation genug." Dass der Gegner ohne Fans anrückt, Sobotta bedauert es: "Bei einem Derby wäre es schon cool, wenn auch die anderen Fans dabei sind. Das sorgt auch für eine andere Stimmung im Stadion. Aber ich respektiere die Entscheidung von Lok, das Spiel zu boykottieren, warum auch immer. Sie werden ihre Gründe haben. Ich finde es schade, es ist auch schade für die Spieler von Lok."

Tommy Kind und Robert Zickert im Kopfballduell.
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Zuletzt war der Kunze-Sportpark ein gutes Pflaster für Lok: In der Regionalliga gelang im Juni 2017 ein 1:0 und im Sachsenpokal-Viertelfinale 2016 hieß es ebenfalls 1:0, nach Verlängerung.

Auslosung in der Halbzeit

Drei Teams sind schon weiter: Budissa Bautzen sowie die Topfavoriten FSV Zwickau und Chemnitzer FC. Sie werden in der Pause der MDR-Übertragung mitfiebern. Dann werden das Halbfinale und der mögliche Finalort ausgelost.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sport im Ostem | 15. Dezember 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2018, 20:40 Uhr

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19 Kommentare

15.12.2018 10:55 Bobo 19

Was ist denn das für ein Geheule von Lok? 10% ist vollkommen normal! So ist es in jedem Stadion in Deutschland, ob Liga oder Pokal.
Man zerstört sich das Derby selber.

Man stelle sich vor, Bayern hätte in Chemnitz protestiert, weil man nur die 10% bekommen hatte letztes Jahr.

Sry, aber ziemlich affig und ich bin definitiv keine Chemie Freund!

15.12.2018 10:41 Sachse43 18

Die Loksche steht unter Dampf, stampft los, hält kurz auf diesem häßlichen Kopfbahnhof, nimmt den totalen Sieg mit und geht feiern.

14.12.2018 22:54 ImmernochHerrHase 17

Achja....und...
Kein Hooligan auf der Welt ist so schädlich wie Profitgier,Geldgier,Neid,Missgunst und Kommerz.
Aber schafft Euch selbst ab.Danke dafür.
BGG aus der Brig.Nassau

14.12.2018 22:45 GehtNiemandemWasAn 16

Selbst in 4.Generation seit 86 dabei.
Tut weh nicht im AKS dabei zu sein.
Die meisten (egal ob BlauGelb oder GrünGrau) wissen,was die Medien und einige polit.Vertreter in letzter Zeit aus “Dem Derby“machen....
Eure Muppetshow könnt Ihr dieses mal mit BodoB.alleine machen.
0:1 am Ende reicht. BGG

14.12.2018 20:42 Schappio5 15

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen #13

14.12.2018 19:10 Chemieschwein - das echte- 14

Jetzt ist es raus und eigentlich wissen es ja sowieso schon alle. Wir Lok und Chemiekumpels gehen jetzt geschlossen zu RB. Endlich kultivierter Fußball in Leipzig. Wir werden ja auch älter... ! Sport frei ...

14.12.2018 18:26 C.Sorglos 13

Beide Fanseiten haben in letzter Zeit viel dafür getan, das die Ordnungshüter uns reglementieren. Denoch halte ich es für falsch was Südost macht,ohne Sinn und ohne Wirkung. Und ihr wollt nicht gegen Chemie spielen??? ,lieber gegen RB oder Markranstädt / das ist doch wohl ein Witz. Wahre Lokisten würden jedes Spiel mit / gegen uns mitnehmen, gibt vielleicht keine mehr... sind alle ausgestorben- oder nur noch Pseudofans aus Halle/Erfurt usw. Viel Spaß vorm Fernseher ,Fähnchen nicht vergessen und Taschentücher

14.12.2018 17:59 Chemieschwein 12

Das Gästekontingent wird nicht verkauft , deshalb ist das stadion morgen mit 4500 zuschauern ausverkauft .. Es wird Zeit das die Kapazität endlich erhöht wird ,es ist nicht mehr hinnehmbar , was unserem Verein an den dringend benötigten Einnahmen verloren gehen .. Aber andererseits währe es für die Stadt lächerlich , wenn das Derby mehr Zuschauer hätte , als der internationale Auftritt des Retortenvereins.

14.12.2018 17:29 FTL 11

Super, keine Schlagzeilen gegen uns LOK Fans. Da wird sich aber der MDR ärgern. Es ist eine absolute Frechheit die Gästefans so zu reglementieren deshalb alles richtig gemacht LOK. Wie schon gesagt keiner von uns will gegen Schäämie spielen. Nur der L O K

14.12.2018 16:04 Svenner 10

Vorwärts Loksche, ich drücke Euch die Daumen, war schön, neulich bei Euch, sportliche RWE-Grüße !