Fußball | Sachsenpokal Aue-Interimscoach Müller: "Eiern vor Eilenburg nicht rum!"

Nach der turbulentesten Woche der jüngeren Vereinsgeschichte geht es für Aue Sonntag zum Drittrunden-Duell nach Eilenburg. Interimstrainer Carsten Müller macht klare Ansagen, um die mentalen Bremsen seiner Profis wieder zu lösen. Spannung verspricht auch das Bruder-Duell. "Sport im Osten" überträgt die Partie ab 16 Uhr im Livestream und in der TV-Konferenz.

Eilenburg auf Kurs, Aue angeschlagen

Wenn man in einer Krise steckt, gibt es wenige angenehme Aufgaben. Und auch beim Einstieg in den Sachsenpokal hätte es für den FC Erzgebirge einfachere Angelegenheiten, als das Duell mit dem quasi nachträglichen Regionalliga-Absteiger FC Eilenburg gegegeben. Die Nordsachsen mussten nur, weil der BFC Dynamo in der Drittliga-Relegation an Oldenburg scheiterte, den Gang in die Fünftklassigkeit antreten.

In der Oberliga erwischte Eilenburg einen guten Start, ist auf Platz zwei schon wieder auf Kurs Wiederaufstieg. Aues Übergangscoach weiß sowieso: "Es ist immer ein reizvolle Aufgabe, gegen ein höherklassigen Gegner zu spielen. Deshalb werden sie alles in die Waagschale werfen, um uns ein Bein zu stellen."

Rost-Kritik setzte Mannschaft zu

Timo Rost
Timo Rost musste Mitte der Woche gehen Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Entscheidend könnte sein, wie befreit die Truppe nach dem Aus von Ex-Trainer Timo Rost wirklich auftritt. Nach Sport-im-Osten-Informationen hatte der 44-Jährige die Spieler so oft und klar kritisiert, um aus dem Negativstrudel rauszukommen, dass Teile des Teams immer verunsicherter wurden. Jetzt verrät Müller: "Es ist wichtig, dass ich merke, wie das Leben in der Kabine ist und wie die Charaktere sind." Daher habe er viele Einzel- und Gruppengespräche, darunter eins mit dem Mannschaftsrat, geführt.

Neue Psyche, Taktik oder Aufstellung? - "Ein Stück weit alles gefragt"

"Wir haben klare Vorstellungen, wie wir uns auf Eilenburg vorbereiten. Das hilft den Jungs, wenn wir jetzt nicht rumeiern, sondern klipp und klar sagen, was wir erwarten und sie auf diesem Weg mitnehmen", meint der etatmäßige Chef des Nachwuchsleistungszentrums der Veilchen.

Erik Majetschak
Erik Majetschak war zuletzt bei Aue außen vor, könnte jetzt wieder ran dürfen. Bildrechte: IMAGO/Philipp Szyza

Interessant wird, inwiefern er an den vergangenen fünf Startelf-Änderungen unter Rost, der zum Ende teils in breitem Ausmaß rotierte, festhält oder erneut große Umstellungen vornimmt. Wo sah der Übungsleiter den Schwerpunkt seiner Arbeitswoche in der Psyche, an der Taktik oder der Aufstellung? "Es ist ein Stück weit alles", lautet Müllers relativ klare Botschaft. Zumindest ein paar Änderungen scheinen vorprogammiert.

Bruder-Duell der Majetschaks

Freundschaftliche Umarmung zwischen Jakub Jakubov und Toni Majetschak
Toni Majetschak (re., hier freundschaftlich im Arm von CFC-Keeper Jakubov) will seinen kleinen Bruder herausfordern. Bildrechte: IMAGO / opokupix

Einer wäre wohl besonders scharf darauf, wieder von Beginn dabei zu sein: Erik Majetschak. Der 22-jährige Innenverteidiger spielte unter Rost nur in den ersten vier Saisonpartien eine Rolle, gehörte die letzten beide Male nicht mal mehr zum Kader. Jetzt trifft er auf seinen sechs Jahre älteren Bruder Toni, der trotz Abstieg in Eilenburg blieb und gesetzt ist. Beide würden sich wohl vor allem bei Standards treffen, denn auch der zweite Majetschak ist im Abwehrzentrum zuhause.

Der Druck ist jedenfalls klar verteilt. Aue muss gerade nach dieser Woche liefern. Coach Müller betont: "Jeder muss grundsätzlich seinen Weg finden, mit der Situation umzugehen. Ich erwarte aber, dass die Jungs das abschütteln können und den Fokus ausschließlich auf diese Aufgabe legen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 25. September 2022 | 19:30 Uhr