Fußball | DFB-Pokal HSV-Abwehrmann Leistner geht auf Dynamo-Fan los

Die Fußball-Gala in Dresden hatte ein unschönes Nachspiel: Dem Hamburger Abwehrspieler Toni Leistner brannten die Sicherungen durch, nachdem er beleidigt wurde.

Hamburgs Toni Leistner hat Stress mit einem Fan 1 min
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Ex-Dynamo Leistner wollte nach der 1:4-Pleite im Pokal gerade ein Interview geben, als er von den Rängen beleidigt wurde. Daraufhin brach er das Interview ab, stürzte in den Block und lieferte sich mit dem vermeintlichen Pöbler eine kurze Rangelei. Ein privates Video zeigt, wie Leistner auf der Tribüne auf einen Mann losging und ihn zu Boden schubste, ehe umstehende Fans und Ordner die Lage entschärften und Leistner zurückdrängten. Der sprang daraufhin von der Tribüne wieder ins Stadioninnere.

Leistner erklärt sich auf Instagram

Instagram-Post von Toni Leistner
Bildrechte: Instagram/Toni Leistner

Wenige Stunden nach dem Abpfiff meldete sich Leistner auf Instagram: "Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. (...) Das ging extrem und massiv unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt", schrieb Leistner und entschuldigte sich für sein Verhalten. So etwas dürfe ihm niemals passieren. Er verspreche, dass - egal, was ihm an Beleidigungen an den Kopf geworfen werde - so etwas nie wieder passiere. Leistner erfährt in den sozialen Medien viel Verständnis. Auch Dynamo Dresden meldete sich via Twitter und stärkte dem "Dresdner Jungen" den Rücken.

Leistner ist in Dresden geboren und spielte von 2010 bis zum Zweitligaabstieg 2014 bei den Sachsen.

Aktion dürfte Nachspiel haben

Beleidigung hin oder her, diese Aktion dürfte für den 30 Jahre alten Neuzugang ein Nachspiel haben, auch wenn sich der neue Trainer Daniel Thioune zunächst zurückhaltend äußerte. "Ich habe nichts mitbekommen. Ich habe nur gesehen, dass Toni Leistner den Rückweg angetreten hat von der Tribüne. Da muss im Vorfeld sicher etwas passiert sein. Aber das kann ich nicht bewerten, ich habe weder Bilder gesehen, noch von was das Ganze ausgegangen ist", sagte Thioune. Vor seinem Wechsel zum HSV war Leistner von Queens Park Rangers an den 1. FC Köln ausgeliehen.

Katastrophaler Abend für Hamburg

Die Szene passte zu einem völlig gebrauchten Abend der Norddeutschen. Was als Neustart gedacht war, endete in einer Blamage. Yannick Stark (3.), Robin Becker (16.), Christoph Daferner (53.) und Sebastian Mai (90.+2./Handelfmeter) erzielten die Treffer vor 10.053 Zuschauern für den siebenmaligen Pokalsieger der DDR.

Dynamo Dresden jubelt 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit einem 4:1 hat Dynamo Dresden den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geworfen. Hier sehen Sie noch einmal alle Tore der Hauptrundenpartie.

Di 15.09.2020 09:58Uhr 02:04 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-dynamo-dresden-hamburger-sv-tore-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

sst/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 15. September 2020 | 19:30 Uhr

6 Kommentare

seaking vor 2 Wochen

Richtig so, ich sehe dass genauso wie du. Ich hätte mich mindestens genauso verteidigt und schützend vor meine Familie gestellt...
Solche schlechten Sieger und Dynamo Fans gehören ein Leben lang ins Stadion verboten.

suedstadt2 vor 2 Wochen

Jetzt reicht es ... den ganzen Tag muss man lesen und hören wie echte und sogenannte Dynamo Fans eine Bestrafung von T. Leistner fordern , ja Leute geht's eigentlich noch soll er sich hinstellen und zu diesen aller miesesten Beleidigungen gegen seine Familie Beifall klatschen , hinterfragt euch mal alle wie ihr euch in dieser Situation verhalten würdet und diese wischi Waschi Rechtfertigungen dieses Menschen der dies alles verursacht hat ist der blanke Hohn der sollte sich lieber öffentlich entschuldigen

Holger vor 2 Wochen

Gleich zu Anfang: Ich bin schon über vier Jahrzehnte ein Fan von Dynamo Dresden. Das was sich da Toni Leistner nach dem Spiel erlaubt hat geht überhaupt nicht und sollte auch vom DFB bestraft werden!
Aber was dem Ganzen durch einen oder möglicherweise mehreren Dynamofans vorweg ging, muss untersucht werden und genauso hart bestraft werden (saftige Geldstrafe plus zusätzlich einjähriges Stadionverbot!!!
Wenn es solche unter die Gürtellinie gehenden Beleidigungen gegen diesen "Dresdener Jungen" gegeben hat ist das aufs Schärfste zu verurteilen! Und hier sind eben auch die Zuschauer gefordert, welche um Umkreis waren. Denn solche extremen Beleidigungen muss sich ein Toni Leistner nicht bieten lassen!!!