Fußball | Champions League "Brutal enttäuscht" - RB Leipzig nach Madrid-Niederlage zwischen Stolz und Trauer

Gruppe F: 2. Spieltag

Da war mehr drin - davon waren nach dem Abpfiff bei Real Madrid alle Leipziger überzeugt. Das 0:2 bei den "Königlichen" darf RBL für die Bundesliga und das Überwintern in der Champions League Mut machen. Die Niederlage zeigte aber auch die größte Baustelle im RB-Spiel auf.

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Peter Gulacsi Xaver Schlager - Interview nach Real Madrid 2 min
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"Für 80 Minuten kann man sich nichts kaufen" - RB Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi nach dem Spiel bei Real Madrid und der 0:2-Niederlage im Interview.

Do 15.09.2022 11:15Uhr 02:15 min

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Das Ergebnis ist egal, das Auftreten ist wichtig - das in etwa gab RB Leipzigs neuer Trainer Marco Rose seinem Team vor dem Gastspiel bei Champions-League-Titelverteidiger Real Madrid mit auf den Weg.

RB Leipzig mit denkwürdigen Auftritt

Rose fand offenbar die richtigen Worte - das Auftreten der Leipziger stimmte. Im legendären Estadio Santiago Bernabeu zeigten die Leipziger am Mittwochabend einen denkwürdigen Auftritt. Die Leipziger präsentierten sich mutig, setzten die Real-Stars unter Druck und hatten lange Zeit die besseren Chancen. Erst in der Schlussphase konnten sich die "Königlichen" nach zwei Geniestreichen 2:0 durchsetzen.

Trainer Marco Rose, RB Leipzig
RB-Leipzig-Trainer Marco Rose war nach der Niederlage in Madrid enttäuscht. Bildrechte: Picture Point

Gulacsi: "Es war viel mehr drin"

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Peter Gulacsi Xaver Schlager - Interview nach Real Madrid 2 min
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Do 15.09.2022 09:37Uhr 02:13 min

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Und so schaute man nach dem Spiel in enttäuschte Leipziger Gesichter: "Beides - die Seele und der Körper schmerzen", sagte etwa Mittelfeldspieler Xaver Schlager nach den intensiven 90 Minuten. "Wir sind brutal enttäuscht", ergänzte Abwehrspieler David Raum. "Es war viel mehr drin", ärgerte sich RB-Torhüter Peter Gulacsi. Und auch Coach Marco Rose war überzeugt davon, "dass wir hier heute viel mehr verdient hätten."

RB-Leipzig-Spiel aggressiv und intensiv ...

Rose stellte sein Team wie zuletzt schon beim 3:0-Sieg gegen Dortmund aggressiv und mutig ein. RB überraschte das Gala-Ensemble mit hohem Pressing, hoher Laufbereitschaft und einem dichten Mittelfeld. So kamen die Leipziger schon zeitig zu Chancen, zur Pause hätte es 3:1 für RB stehen können. "Wir hatten alles, was ein Spiel braucht", analysierte RB-Coach Rose: "Wir hatten gute Ballgewinne, wir hatten den Ball, wir haben Madrid in bestimmten Spielphasen bespielt. Wir hatten Torchancen."

... und mit Ballbesitz und Kontrolle

Zudem gelang es RB gegen die "Passmaschine" Real auch spielerisch Akzente zu setzen. Mit 85 Prozent erfolgreicher Pässe (gesamt 410) konnte sich RB auch hier gegen den Top-Favoriten (90 Prozent/484) sehen lassen. "Wir wussten, dass wir Räume bekommen", erklärte Gulacsi nach dem Spiel: "Es war wichtig, dass wir Ballbesitzphasen hatten, dass wir das Spiel auch kontrollieren können und nicht nur 90 Minuten gegen den Ball arbeiten müssen."

Real-Coach Ancelotti: "Sind gut organisiert"

Lob dafür gab es nach dem Spiel auch vom Gegner. Österreichs Real-Abwehrspieler David Alaba etwa sagte: "Leipzig hat es in der ersten Halbzeit wirklich gut gemacht. Mit Ball aber auch ohne Ball haben sie es uns richtig schwergemacht." Und Coach Carlo Ancelotti sagte: "Das war ein schweres Spiel, sie sind ein gutes Team, sie sind gefährlich. Sie haben gute Angreifer, sind gut organisiert."

Rose kritisiert Zuordnung

Für das Lob kann sich Leipzig allerdings genauso wenig kaufen wie für einen starken 80-Minuten-Auftritt. "Wir haben letztlich das bekommen, was wir verdient haben", ärgerte sich Rose und bemängelte die fehlende Zuordnung in seiner Hintermannschaft vor dem 0:1: "Wenn Du in der 80. Minute nicht mehr so schließt, wie es nötig ist gegen so eine Mannschaft, eine einfache Rückraumverlagerung und Tor, dann ist es bitter."

Chancenverwertung bleibt RB-Schwachpunkt

Aus den wenig erfolgreichen letzten Wochen unter Roses Vorgänger Domenico Tedesco schleppt das RB-Team auch die mangelnde Chancenverwertung noch mit. Vor allem der in der Vorsaison noch so überzeugende Christopher Nkunku aber auch Nationalspieler Timo Werner agierten in Madrid unglücklich und vergaben die verdiente Führung. So auch direkt vor dem Gegentor, als Nkunku einen Pass in die Spitze nicht verwerten konnte. "Das Tor passiert aus einem Konter. Wir sind bei Real ausgekontert worden", sagte Schlager nach dem Spiel verwundert und verärgert.

Gegen Gladbach "den Tank leermachen"

Und was kann RB aus dem Madrid-Spiel für die Bundesliga mitnehmen? Schließlich steht schon am Samstag bei Borussia Mönchengladbach die nächste schwere Aufgabe bevor. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir waren griffig, wir waren da. Auch den Mut, den wir heute gezeigt haben", gibt Offensivspieler Emil Forsberg die Richtung vor. Coach Rose weiß: "Für uns hat das einen Lerneffekt. Aber wir sollten uns dann auch holen, was wir verdienen."

Kapitän Gulacsi verspricht: "Wir haben viel gutzumachen in der Bundesliga" und kündigt für das Gladbach-Spiel an: "Wir werden nicht anders spielen als heute. Wir müssen den Tank leermachen am Samstag. So lange es geht müssen wir Gas geben und dann neue frische Spieler reinkommen." Und dann, ist Schlager überzeugt, kommen auch die Siege: "Es tut uns gut, wenn wir solche Spiele haben. Wir werden von Spiel zu Spiel besser."

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Dirk Hofmeister

Videos und Audios zu den Pokal-Wettbewerben

Stadionsbesichtigung von Mannschaft und Presse in Madrid
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In der Fußball-Champions-League ist RB Leipzig am Mittwoch bei Real Madrid gefordert. Beide Teams treffen dann zum ersten Mal überhaupt aufeinander.

MDR aktuell 21:45 Uhr Di 13.09.2022 21:45Uhr 01:30 min

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Thomas Kunze
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 15. September 2022 | 21:45 Uhr

4 Kommentare

Fjadrargljufur vor 2 Wochen

Knackpunkt war Toni Kross Einwechslung und sein grandioses 2:0. Real Madrid bleibt Real Madrid. Gut eine Woche nach der desaströsen 1:4-Heimniederlage gegen Schachtar Donetsk hat RB Leipzig in der Champions League bei Real Madrid mit 0:2 verloren.

mulrich vor 2 Wochen

Knackpunkt war die 75 Minute mit der Einwechslung von Henrichs und Kampl.
Mit den beiden war das nach vorne spielen beendet, und verteidigen können beide nicht, siehe erstes Tor (Henrichs) und zweites Tor (Kampl Stellungsspiel).
Grus aus Halle

Simmerl vor 2 Wochen

Toni Kross macht das 0:2? Hatte ich anders in Erinnerung.