Fußball | Champions League Europa League im Blick: RB Leipzigs Rumpftruppe trotzt allen Widrigkeiten

Entgegen aller negativen Vorzeichen hat sich RB Leipzig dank einer fulminanten Vorstellung gegen Brügge die Chance aufs Überwintern in Europa gewahrt. Dabei wussten neben Aushilfs-Coach Achim Beierlorzer vor allem zwei sonst eher unauffällige Akteure in einer rundum geschlossenen Mannschaft zu überzeugen.

Seine Champions-League-Premiere als Cheftrainer von RB Leipzig hätte sich Achim Beierlorzer wahrlich nicht besser ausmalen können. Dank eines furiosen 5:0 (4:0)-Erfolgs am Mittwochabend beim FC Brügge haben sich die Sachsen nicht nur die Chance auf das Überwintern im Europapokal gewahrt, sondern auch allen Widrigkeiten im Vorfeld eindrucksvoll getrotzt. "Was die Mannschaft auf den Platz gebracht hat, war absolute Mentalität. Diese Geschlossenheit hat mich überzeugt", erklärte Beierlorzer nach Abpfiff freudestrahlend.

Corona-Chaos und prominente Ausfälle

Jesse Marsch
RB-Trainer Jesse Marsch konnte aufgrund eines positives Coronatests nicht an der Seitenlinie mitwirken. Bildrechte: Picture Point

Nach dem spielerisch enttäuschenden Auftritt am vergangenen Wochenende gegen die TSG Hoffenheim fiel die Kritik groß aus. In der Champions League stand RB bis zum gestrigen Abend mit dem Rücken zur Wand und musste im Vorfeld eine Hiobsbotschaft nach der anderen hinnehmen. Sowohl der positiv auf Corona getestete Cheftrainer Jesse Marsch, als auch der ebenfalls infizierte Kapitän Peter Gulacsi konnten die Reise nach Belgien nicht mit antreten.

Hinzu kam, neben dem Fehlen etablierter Stammkräfte wie Mohamad Simakan, Dominik Szoboszlai, Amadou Haidara und Yussuf Poulsen, auch der kurzfristige Ausfall von Abwehrchef Willi Orban, der wenige Stunden vor Anpfiff mit Erkältungssymptomen die Rückreise antrat.

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RB brennt Feuerwerk in Hälfte eins ab

Co-Trainer Achim Beierlorzer, RB Leipzig
Achim Beierlorzer durfte sich über eine gelungenen Einstand als Vertretungs-Cheftrainer freuen. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE

Somit war Beierlorzer gezwungen, mit einer Rumpftruppe in das "Endspiel" um Europa zu gehen. Lediglich fünf Feldspieler nahmen gegen den belgischen Meister auf der Bank Platz. Umso erstaunlicher, welches Feuerwerk sein Team bereits in den ersten 45 Minuten abbrannte. "Die Mannschaft hat diese Situation hervorragend angenommen und es super umgesetzt", resümierte der Aushilfscoach den durch die Treffer von Christopher Nkunku (2), Emil Forsberg (2) und André Silva deutlich herausgeschossenen Sieg.

Extralob für Martinez und Brobbey

Neben den Torschützen wussten vor allem zwei Akteure zu überzeugen, die bisher kaum im Rampenlicht standen. Gulacsi-Vertreter Josep Martinez, dem sein Trainer ein "fehlerfreies Spiel" attestierte, verhinderte nach der Pause ein ums andere Mal mit tollen Aktionen einen Treffer der Belgier. Im Angriff bot Beierlorzer den bisher kaum in Erscheinung getretenen Brian Brobbey auf, der im Zentrum viel Dampf machte und den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0 herausholte. "Ich kann nur meinen nicht vorhandenen Hut vor der Mannschaft ziehen, vor allen vor den jungen Spielern", unterstrich Beierlorzer.

Torwart Josep Martinez (31, RB Leipzig)
Josep Martinez wusste als Vertreter von Peter Gulacsi im Tor der Leipziger zu überzeugen. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE

Erster Champions-League-Sieg in dieser Saison

Neben der Erkenntnis, dass RB Leipzig nach zuvor mehr als erfolgreichen Jahren in der Königsklasse doch noch gewinnen kann, stand vor allem die Aussicht auf weitere Partien in Europa - auch wenn das abschließende Gruppenspiel gegen Manchester City am 7. Dezember der letzte Champions-League-Auftritt in diesem Jahr sein wird. "Mit diesem Sieg haben wir es in der eigenen Hand, in Europa zu überwintern", blickte Beierlorzer voraus: "Das ist das Allerwichtigste."

RB hat Europa League in der eigenen Hand

Nach dem furiosen Sieg gegen über die komplette Spielzeit chancenlose Brügger geht der direkte Vergleich mit den Belgiern nun an Leipzig. Holt RB gegen ManCity am letzten Spieltag nicht weniger Punkte als Brügge bei Paris St.-Germain, spielt der Halbfinalist von 2020 im kommenden Jahr in der Europa League. Eine Aussicht, die nicht nur Vertretungs-Cheftrainer Beierlorzer ein Lächeln auf die Lippen zaubert - auch wenn er vorerst wieder ins zweite Glied rücken wird.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 25. November 2021 | 17:45 Uhr

11 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 1 Wochen

Ja Cottbus, vor allem die Auftritte in der Champion League, der Kampf um den deutschen Meistertitel und das Endspiel um den DFB-Pokal waren unvergesslich.

Fanti vor 1 Wochen

...sicher ist Profifußball international genau wie Amateursport. Aber RBL erinnert mich an Cottbus aus der Anfangszeit wo die noch in der Bundesliga waren.
Keine deutschen Spieler geschweige ein eigene ausgebildete deutsche Talente. Kaufen ist ja besser als Ausbilden . Weiter entwickeln geht zumeist schneller. RBL befindet sich auf englischen Pfaden.Nur das schnelle Geld gild.

mulrich vor 1 Wochen

Ich hoffe das der Herr Trainer March nun begriffen hat wie und mit wem RB zu spielen hat.
Spieler wie Forsberg; Laimer und Klostermann gehören in die Startelf.
Und wie sagten berümte Trainerlegenden "Angriff ist die beste Verteitigung".
Das hat RB 80 Minuten "TOP" umgesetzt. Und siehe da, mann gewinnt Spiele souverän.
Gruß aus Halle