Fußball | Landespokal Thüringen Protest von Ehrenhain abgeschmettert – Martinroda im Finale

Das Aus des FC Rot-Weiß Erfurt beschäftigt weiter den Thüringer Fußball. Am Montag gab der Verband bekannt, dass ein Protest von RWE-Viertelfinalgegner SV Ehrenhain abgelehnt wurde – und damit der FSV Martinroda direkt im Endspiel steht.

Daniel Brückner und Tom Nowak
Bildrechte: imago/Gerhard König

Falls das Thüringer Pokalfinale in Zeiten von Corona überhaupt stattfinden kann, dann wäre der FSV Martinroda einer der beiden Endspielteilnehmer. Der Thüringer Fußballverband (TFV) veröffentlichte am Montag das Urteil des Verbandsgericht vom 20. März, nach dem die Berufung des SV Ehrenhain gegen die Entscheidung des Sportgerichts über die Ansetzung des Halbfinals zurückgewiesen werden wird. Die Situation war ebenso verzwickt wie ein Novum: Würde Verbandsligist Ehrenhain trotz Viertelfinale-Niederlage im Halbfinale stehen und dort auf Oberligist Martinroda treffen? Oder würde Martinroda angesichts des RWE-Aus ohne Spiel direkt ins Endspiel einziehen? Der Verband entschied sich für die zweite Variante, auch wenn es zu Beginn des Verfahrens nach einem Halbfinale mit Ehrenhain ausgesehen hatte. TFV-Pressesprecher Hartmut Gerlach sagte dem MDR, dass das Verfahren damit verbandsintern juristisch abgeschlossen sei. Dem SV Ehrenhain bliebe jetzt nur noch der Gang vor ein Zivilgericht.

Verlierer scheidet immer auch aus

Zur Begründung hieß es, dass es der Sinn eines Pokalwettbewerbs sei, dass die Mannschaft, die in einer aktuellen Pokalrunde verliert auch ausgeschieden ist. Das sei unter Punkt 4.1. der TFV-Durchführungsbestimmungen auch klar definiert. Die DFB-Spielordnung regele in § 46 unter Punkt 2.1.1 für das Achtel-, Viertel- und Halbfinale, dass sich nur die Sieger der angesetzten Paarungen für die jeweilige nächste Runde qualifizieren.

Nicht vorgesehen: Letzter Spielpartner als Nachrücker

In der Mitteilung des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. am 29.01.2020 an den NOFV wurde lediglich mitgeteilt, dass der Verein den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost für die 1. Herrenmannschaft mit sofortiger Wirkung einstellt. Eine weitergehende Begründung ist – auch im Sportgerichtsverfahren des NOFV – nicht erfolgt. Der TFV erhielt bis zum 18.03.2020 eine solche Meldung nicht. Bei stringenter Auslegung des § 15 Ziffer 2 der Spielordnung des TFV würden bei Insolvenz eines Vereines alle die von einer solchen Mannschaft ausgetragenen oder noch auszutragenden Spiele nicht mehr gewertet. Dies würde bedeuten, dass die Spiele der 1. und 2. Hauptrunde als auch die Spiele des Achtel- und Viertelfinals nicht gewertet werden dürften. Dass der letzte Spielpartner der Pokalrunde als Nachrücker wieder am Spielbetrieb im Pokalwettbewerb teilnehmen kann, ist nicht vorgesehen.

Trainer Robert Fischer vom FSV Martinroda
Martinrodas Trainer Robert Fischer. Bildrechte: imago images/Hartmut Bösener

"Keine Bedenken"

Gegen die vom Sportgericht getroffenen Entscheidung, der Beschwerde des FSV Martinroda dahingehend stattzugeben, dass die 1.Männermannschaft des FSV Martinroda in das Pokalfinale des Thüringer Landespokals im Spieljahr 2019/2020 einzieht, bestehen auch nach Rechtsauffassung des Berufungsgerichts keine Bedenken. Die Entscheidung fiel ohne mündliche Verhandlung, d.h. nur im schriftlichen Verfahren. 

Ursprünglich hatte der Verband Ehrenhain einen Halbfinal-Platz gegeben

Zunächst hatte der Verband aus sportlichen Gründen dem SV Ehrenhain den Platz im Halbfinale zugesprochen. Durch ein Veto von Martinroda über zwei Instanzen kam es dann aber zu einer Entscheidung am grünen Tisch. Dagegen hat der SVE wiederum nun umsonst Berufung eingelegt. Das zweite Halbfinale zwischen Wacker Nordhausen und dem FC Carl Zeiss Jena soll am 29. April ausgetragen werden (18:30 Uhr). Wegen Corona steht aber auch dies in den Sternen.

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 23. März 2020 | 15:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2020, 11:01 Uhr

1 Kommentar

Helmchen vor 2 Wochen

Da können sich sich ja freuen, in einem Finale zu stehen, dass nicht ausgespielt wird. Ich finde, im Sport, speziell im Fußball sollten viel öfter die Schiedsgerichte bemüht werden. Das macht ihn doch so schön. Warum selber Sport treiben, wenn das andere ganz einfach am grünen Tisch erledigen können.