Fußball Vorreiter Sachsen: 1.000 Fans bei Landespokal-Halbfinals?

Am 8. August sollen bei Pflichtspielen Zuschauer wieder ins Stadion strömen. Im sächsischen Landespokal erhofft sich SFV-Präsident Hermann Winkler in Eilenburg und Leipzig je 1.000 Fans. Auch in Halle und Magdeburg wird an Konzepten gearbeitet. Der Vorschlag von DFB-Präsident Fritz Keller zu Massentests findet in der Politik ein geteiltes Echo.

Tribüne im Ilburg-Stadion Eilenburg
Tribüne im Ilburg-Stadion Eilenburg. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Der 8. August könnte zu einem großen Testballon werden. Im Landespokal Sachsen stehen die beiden Halbfinal-Partien zwischen dem FC Eilenburg und dem 1. FC Lok Leipzig sowie Inter Leipzig und dem Chemnitzer FC an, und es könnte zum ersten Mal seit dem März wieder Zuschauer bei einem Pflichtspiel geben, deutschlandweit. Die seit 18. Juli gültige sächsische Schutzverordnung lässt bis zu 1.000 Zuschauer zu, bei einem entsprechenden Hygienekonzept.  

Dem FC Carl Zeiss Jena (im Bild: René Eckardt), Chemnitzer FC (im Bild: Tobias Müller) und 1. FC Lok Leipzig (im Bild: Mike Eglseder) stehen die Landespokal-Halbfinals bevor.
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Winkler: Wollen 1.000 Fans ins Stadion lassen

"Wir planen unsere beiden Halbfinals vor den 1.000 Zuschauern spielen zu können. Ich habe Signale, dass die Eilenburger weit sind. Ich glaube auch, dass die das schaffen", sagte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, Hermann Winkler, Sport im Osten. Der FC Eilenburg arbeitet fieberhaft an der Umsetzung.  Der Oberligist teilte auf seiner Facebook-Seite mit: "Wir sind gegenwärtig dabei, mit den zuständigen Stellen ein Hygienekonzept zu erstellen, das die Möglichkeit eröffnet, das Spiel mit 1.000 Anwesenden durchzuführen."

Fraglich war, wo das Spiel von Inter Leipzig stattfinden wird. "Inter hat kein eigenes Stadion. Das ist schwieriger. Da sind wir noch im Gespräch, wo wir das Halbfinale spielen. Wir wollen gern auf die bisherigen Spielorte von Inter zurückgreifen", so Winkler. Ein Umzug nach Chemnitz sei keine Option. Am Dienstagabend dann die Entscheidung: Inter wird im Bruno-Plache-Stadion antreten.

Hermann Winkler (SFV)
Hermann Winkler (Präsident des SFV) Bildrechte: imago/Max Stein

Hallescher FC plant nur mit Sitzplätzen

In der 3. Liga, dort startet die neue Saison Mitte September, wird ebenfalls an Varianten gearbeitet, um Fans wieder ins Stadion zu bekommen. In Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden erarbeitet der Hallesche FC aktuell ein Konzept. "Wir haben verschiedene Szenarien entworfen und sind mit anderen Vereinen im Austausch", bestätigte HFC-Pressesprecher Lars Töffling auf MDR-Anfrage. Auch wenn die Umsetzung eine logistische Herausforderung sei, werde man versuchen, so viele Zuschauer wie möglich ins Stadion zu lassen.

Erdgas Sportpark Halle, Luftbild
Etwas mehr als 3.000 Zuschauer könnten laut Konzept ins Stadion. Bildrechte: IMAGO

Fest steht, dass vorerst nur Sitzplatzkarten verkauft werden. "Stehplatzbereiche würden geschlossen bleiben, Abstandseinhaltung ist nur auf Sitzplatztribünen weitgehend umsetzbar", sagte Präsident Jens Rauschenbach der "Mitteldeutschen Zeitung" am Dienstag (21.07.2020). Von den 6.200 Sitzplätzen des Erdgas Sportparks könnte somit etwa die Hälfte belegt werden.

1. FC Magdeburg – Konzept in Planung

Auch der 1. FC Magdeburg treibt die Planungen voran, um zum Drittliga-Start wieder vor Zuschauern spielen zu können. Ein Konzept sei in Arbeit, sagte Norman Seidler, Pressesprecher des FCM, dem MDR. Man stehe mit dem Gesundheitsamt der Stadt Magdeburg im Austausch, müsse aber abwarten, wie sich die weitere Situation entwickelt.

Nordtribüne im Stadion des 1. FC Magdeburg.
Auch mit Konzept werden viele Plätze im Stadion leer bleiben. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Belastbare Zahlen, wie viele Zuschauer schlussendlich in die Magdeburger MDCC-Arena dürfen, können aktuell aber nicht abgegeben werden. Der Leitfaden der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sieht vor, dass 50 Prozent der Sitzplätze und rund zwölf Prozent der Stehplätze besetzt werden können. In Magdeburg dürften im Idealfall somit knapp über 9.400 Zuschauer bei den Spielen dabei sein.

DFB-Boss will Massentests

DFB-Präsident Fritz Keller hatte bereits am Montag (20.07.2020) massenhafte Präventivtests als Lösung für die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien vorgeschlagen. Unterstützung bekam der DFB-Präsident von der Politik. Bundesinnenminister Horst Seehofer ist sicher, dass "man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann, wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt". Seehofer vertraut auf die Liga und die Verbände. "Im Herbst könnte das wieder anlaufen. Natürlich nicht mit einer ausverkauften Arena, aber man kann sich Schritt für Schritt steigern", sagte er dem "Münchner Merkur". Skeptisch äußerte sich dagegen Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann. Während einer Pandemie gebe es wichtigeres als volle Stadien.

DFB-Präsident Fritz Keller
DFB-Präsident Fritz Keller will im September beim Länderspiel gegen Spanien wieder Zuschauer im Stadion. Bildrechte: IMAGO

Die Bundesliga und die 2. Bundesliga starten am 18. September in die Spielzeit 2020/21. Eine Woche zuvor findet die erste Runde im DFB-Pokal statt. DFB und DFL hatten einen Leitfaden für die Rückkehr von Zuschauern vorgelegt. Dieser soll bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte helfen und das Vorgehen in der 3. Liga, im DFB-Pokal, bei der Nationalmannschaft und in der Frauen-Bundesliga regeln.

rei/jcs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Juli 2020 | 17:45 Uhr

5 Kommentare

MDR-Team vor 3 Wochen

Lieber Auerbaucher, es ist nachgewiesen, dass große Menschenansammlungen wie etwa im österreichischen Skiort Ischgl oder den Karnevalsveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen stark dazu beigetragen haben, dass sich das neuartige Coronavirus verbreiten konnte. Deshalb ist die Politik in dieser Hinsicht noch vorsichtig. Im Angesicht von bereits über 9.000 Toten allein in Deutschland, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, ist es wichtig die Hygienebestimmungen aufrecht zu erhalten. Das in Ihrem Fall zu keiner Infektion kam, ist kein Beweis dafür, dass es das Virus nicht gibt. Weitere Infos zum Thema finden Sie hier: www.mdr.de/nachrichten/panorama/coronavirus-was-ist-das-ansteckung-uebertragung-symptome-verlauf-100.html Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

Auerbacher vor 3 Wochen

Zum Pokalfinale in Tschechien Liberec gg Sparta waren meines Wissens 5000 Zuschauer zugelassen!
...
Hör doch mal auf den Käse zu glauben.
Ich war jetzt paar mal in Tschechien zum Fußball wie viele tausende andere Dt auch und wir haben kein Corona!
Wir haben mit den Tschechen getrunken und gefeiert..

Endlich mal aufwachen hier!
Und die nächste Grippe kommt bestimmt aber ist ja Corona.. :-DDDDD

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

Zum dänischen Pokalfinale waren 1.750 Zuschauer zugelassen. Das Spiel musste unterbrochen werden, weil sich einige Zuschauer nicht an Abstandsregelungen hielten. Zuschauer mussten aus dem Stadion verwiesen werden. Ist der deutsche Zuschauer einsichtiger, disziplinierter? Solange das Virus nicht bekämpft werden kann, stellt es eine potentielle Gefahr dar. Und wenn Sie ungeachtet der Gefahr ins Stadion gehen möchten, tun Sie das! Bedenken aber auch Sie, dass auch Sie im Falle einer möglichen Infektion auch Verantwortung gegenüber Menschen außerhalb des Stadions tragen!