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Fans von Chemie Leipzig sollen beim Pokalfinale von Chemnitzer Anhängern daran gehindert worden sein, das Stadion in neutralen Bereichen zu betreten. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Fußball | SachsenpokalPolizei ermittelt nach Einlass-Zoff beim Sachsenpokal-Finale

Stand: 24. Mai 2022, 18:42 Uhr

Beim Pokalfinale zwischen dem Chemnitzer FC und Chemie Leipzig sollen sich fragwürdige Szenen abgespielt haben. So sollen vermeintliche Anhänger des CFC Fans der BSG unerlaubt am Stadion-Zutritt gehindert haben. Verband und Vereine verurteilen die Vorfälle.

Der sportliche Teil des Pokalfinales zwischen dem Chemnitzer FC und Chemie Leipzig ist abgehakt. Der CFC bezwang die BSG mit 2:1 und heimste die prestigeträchtige Trophäe ein. Jetzt geht das Finalspiel aber in die unschöne Verlängerung. Nach Angaben des unterlegenen Regionalligisten soll es vor dem Anpfiff des Spiels zu unschönen Szenen gekommen sein.

Chemie Leipzig spricht von Zutrittsverboten

So sollen Fans der Chemiker offenbar von Ultras des Chemnitzer FC daran gehindert worden sein, das Stadion außerhalb des Chemie-Fanblocks zu betreten. "Die Personen schildern darin, dass ihnen der Eintritt ins Stadion an der Gellertstraße aufgrund ihrer Kleidung, ihrer Wohnanschrift oder der Nichtvorlage eines Ausweisdokuments verwehrt wurde. Diese willkürliche Maßnahme war in keiner Weise oder Andeutung Bestandteil der Absprachen mit den Sicherheitsorganen und dem Fanprojekt. Das Zutrittsverbot wurde von unautorisierten Dritten ausgesprochen, durchgesetzt und den Zuständigen vor Ort toleriert", schreibt die BSG auf ihrer offiziellen Facebook-Seite. Der Verein will sich nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen an den Verband wenden, "um mit den Verantwortlichen die Vorfälle aufzuarbeiten und auszuwerten."

Der Einlass-Zoff erhitzt im Nachgang des Pokalfinales die Gemüter. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Picture Point

Sächsischer Fußballverband verurteilt Vorfälle

Auch der Sächsische Fußballverband (SFV) hat sich am Dienstag (24.05.) zu den Vorfällen geäußert: "Geschildert wurde ein enorm aggressives Auftreten dieser Gruppe, die willkürlich Männer, Frauen und Kinder unter Gewaltandrohung dazu nötigte, sich auszuweisen. (...) Ein derartiges Verhalten können wir nur auf das schärfste verurteilen und entschuldigen uns bei allen, die vergleichbares erleben mussten. Als Verband stehen wir für ein solidarisches und diskriminierungsfreies Miteinander auf den Fußballplätzen in Sachsen und hätten uns auch für dieses Endspiel gewünscht, dass alle Fußballfans friedlich nebeneinander ein Fußballfest erleben können, unabhängig von den Trikotfarben. Leider hat sich rund um das Finale gezeigt, dass Vereine mitunter Opfer der eigenen Fangruppierungen werden."

Chemnitzer FC entschuldigt sich

Der Chemnitzer FC reagierte in einer Mitteilung "betroffen und sprachlos". Der Verein habe als Veranstalter des Pokalfinales alles in seiner Macht Stehende getan, um ein würdiges und unterhaltsames, vor allem aber sicheres Spiel zu organisieren. Nach Angaben der CFC-Vorstandsvorsitzenden, Romy Polster, "haben Fans (...) eine Rolle eingenommen, die ihnen weder zusteht noch im Ansatz akzeptabel ist. Die selbsternannte Sicherheitskontrolle zu übernehmen, war überambitioniert und stellte keine Unterstützung der Ordnungskräfte dar. Dafür können wir uns nur in aller Form entschuldigen."

Die CFC-Vorstandsvorsitzende, Romy Polster, hat sich für die Vorfälle entschuldigt. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Picture Point

Polizei ermittelt wegen Nötigung

Wie der CFC weiter mitteilte, hat eine erste Auswertung der Vorfälle mit den Sicherheitsbehörden bereits stattgefunden. Demnach sei die Polizei noch vor Ort eingeschritten und habe sofortige Ermittlungsverfahren wegen Nötigung aufgenommen. "Wir stehen gegen jegliche Form der Gewalt und Ausgrenzung ein. Wer sich damit nicht identifizieren kann, hat in unserem Stadion nichts zu suchen. Der Weg zu einem großen, gemeinsamen Miteinander ist lang. Aber wir werden nicht resignieren und entschlossen dagegen vorgehen", fügte CFC-Geschäftsführer Marc Arnold hinzu.


(ten/pm)

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. Mai 2022 | 19:30 Uhr

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