Fußball | Sachsenpokal Sachsenpokal wird nur mit Dritt- und Regionalligisten fortgesetzt

Das drohende Abbruch-Szenario im Landespokal Sachsen ist abgewendet, der Wettbewerb wird ohne die Vereine unterhalb der Regionalliga zu Ende gespielt. Die betroffenen zehn Klubs bekommen eine finanzielle Abfindung. Laute Kritik äußert vor allem ein Dresdner Traditionsverein, der sich auf ein Achtelfinale gegen den 1. FC Lok gefreut hatte.

Es war ein hartes Ringen: Nachdem eine Videokonferenz Ende März noch keine Einigung gebracht hatte, kann der nächste Sachsenpokalsieger nun doch sportlich ermittelt werden – und zwar aus den beiden Drittligisten Dynamo Dresden und FSV Zwickau sowie den Regionalliga-Klubs 1. FC Lok Leipzig, BSG Chemie Leipzig, Chemnitzer FC, VfB Auerbach und Bischofswerdaer FV. Alle bislang im Wettbewerb verbliebenen Vereine unterhalb der Regionalliga verzichten auf das eigentlich noch ausstehende Achtelfinale und haben die bis Dienstag (13. April) mögliche Einspruchsfrist dagegen verstreichen lassen.

Das SFV-Präsidium muss diesen Vorschlag auf der Präsidiumssitzung am 17. April absegnen. Danach könnten am 19. April die Viertelfinal-Paarungen ausgelost werden. Bei sieben verbliebenen Teilnehmern würde eine Mannschaft ein Freilos bekommen. "Wir wollten den Sieger sportlich ermitteln, zum Glück gelingt uns das jetzt", erklärte der SFV-Spielausschussvorsitzende Volkmar Beier auf "Sport im Osten"-Anfrage.

Amateurvereine verzichten und bekommen "Abfindung"

Der Verzicht auf weitere Pokalhoffnungen wurde den betroffenen Klubs mit finanziellen Entschädigungen schmackhaft gemacht. So bekommen die "kleinen Vereine", die weder trainieren noch spielen dürfen, acht statt vier Prozent aus dem Pokaltopf. Dazu sollen die Finalisten zehn Prozent ihrer Endspiel-Einnahmen abgeben. Die "Abfindung" dürfte demnach bei gut 3.500 Euro pro Verein liegen.

Dresdner SC wollte nicht der "Buhmann" sein

Aber nicht alle fanden das von den fünf Regionalligisten angeregte und vom Sächsischen Fußballverband unterstützte Arbeitspapier fair. Siebtligist Dresdner SC, der im Achtelfinale den 1. FC Lok Leipzig empfangen hätte, ärgerte sich über "sehr einseitige Interessensvertretung", teilten die Elbestädter mit.

Man habe sich für andere Lösungen stark gemacht, welche "die sportliche Integrität des Wettbewerbs wahren und auch ein weiteres Abwarten ermöglicht hätten". Die Vorschläge, etwa noch zu warten und über den Mai hinaus zu spielen, seien vom SFV komplett ausgeschlossen worden, hieß es. Der DSC wollte aber nicht als "Buhmann" dastehen und habe sich deshalb "notgedrungen" dazu entschieden, zuzustimmen.

100-prozentige Zustimmung nötig

Ohne den zähneknirschenden Segen des Dresdner SC hätte der Pokalwettbewerb abgebrochen werden müssen. "Um den Spielmodus verändern zu können, brauchten wir die Zustimmung aller Vereine", erklärte Beier, dem bewusst war, dass "die Saison im alten Modus des Wettbewerbs nicht zu beenden ist. Wir können nicht bis Juni warten und dann dort den Wettbewerb an vier Wochenenden durchpeitschen", erklärte Beier.

v.l.: Okan Kurt 8, Lukas Aigner 19, Niklas Hoheneder 3, Tim Campulka 14, Torhüter Sönke / Soenke Günther / Guenther 30, und Physiotherapeut Florian Brabant jubeln mit dem Pokal
2020 durfte der Chemnitzer FC die Trophäe in den Himmel recken. (Archiv) Bildrechte: imago images/Picture Point

Viertelfinals am 1./2. Mai geplant

Nach der Zustimmung soll es jetzt Schlag auf Schlag gehen: Die Viertelfinals sind für den 1./2. Mai geplant. Auch die Halbfinals müssten noch im Mai stattfinden. Sollten die Drittligisten dann noch im Rennen sein, käme nur ein Spieltermin unter der Woche in Frage. Am 29. Mai findet der "Finaltag der Amateure" statt. An diesem Termin sollen alle Landesverbände ihr Endspiel austragen, deren Sieger zudem am DFB-Pokal der Saison 2021/22 teilnehmen. Wer nicht dabei ist, muss auch auf Prämien verzichten, die an diesem Tag ausgeschüttet werden. Dieses Geld würde letztlich allen Vereinen zu Gute kommen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. April 2021 | 21:45 Uhr

16 Kommentare

Blue like the sky vor 27 Wochen

Ok, die Auslosung hab ich nicht bedacht, aber eins der 2. Teams aus Liga 3 steht sicher im Finale. Und glaube nicht das DD Z Steine in den Weg legen wird, sollten sich beide im HF treffen, da DD ja durch die Liga den Pokal erreichen wird.

Fakt ist, man möchte nee sportliche. Lösung, aber fair ist auch diese nicht.
Da eben die 3.Ligisten zu sehr im Vorteil sind durch Wettkampfpraxis.

eigentlich egal vor 28 Wochen

das hat damit gar nix zu tun. Es geht um den aktuellen Zustand der Teams: mache spielen (3. Liga), manche trainieren (4. Liga), und der Rest ist zur Zeit komplett inaktiv. Eine entsprechende Vorbereitungszeit wäre gar nicht mehr machbar, da der Ball ja (dank DFB und VW) sehr schnell rollen muss.

Eckersbacher vor 28 Wochen

Ich glaube du verwechselst da etwas. Die Drittligisten müssen spielen, sonst gibts viel härtere Konsequenzen. Hast du schon mal dran gedacht, dass auch Z vs DD im VF gelost werden kann?