Fußball | Sachsenpokal Sensation: FSV Zwickau scheitert an Oberligist FC International

Viertelfinale

Im Stadion dröhnte Johannes Oerding "An guten Tagen", auf dem Rasen tanzten Spieler, die gerade die Sensation geschafft haben: Der Oberligist FC International Leipzig hat den FSV Zwickau aus dem Sachsenpokal gekegelt. Der klare Außenseiter setzte sich am Mittwochnachmittag vor 518 Zuschauern in seiner Heimspielstätte Torgau im Viertelfinale mit 2:1 (1:0) durch und feierte den größten Erfolg der jungen Vereinsgeschichte.

von Sanny Stephan (Torgau)

Spieler von Inter Leipzig jubeln nach Siegtreffer. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 19:30 Uhr Mi 20.11.2019 19:30Uhr 01:20 min

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Video

Der Oberliga-Achte Inter Leipzig ging erwartungsgemäß hochmotiviert zur Sache. Kicker aus neun Nationen, für die Inter nur ein Sprungbrett sein soll, nutzten die große Bühne, um sich zu zeigen. Und das gelang vorzüglich. Die schnellen, quirligen Leipziger - die seit zwei Jahren in Torgau spielen, weil sie kein eigenes Stadion haben - ließen den Ball nicht nur sehenswert zirkulieren, sondern strahlten zudem mehr Torgefahr aus.

FSV vor der Pause harm- und ideenlos

Christopher Misaki kurbelte das Spiel an und riss seine Mitspieler mit. Was fehlte, war der zielstrebige Abschluss. Es dauerte bis zur 27. Minute, als Misaki Joahnnes Brinkies im Tor der Zwickauer erstmals ernsthaft prüfte. Wenig später war der Keeper jedoch machtlos. FCI-Kapitän Dong-min Kim, dienstältester Spieler bei Inter, ließ Brinkies aus zwölf Metern keine Chance (38.). Die Gastgeber führten – und das verdient, weil Zwickau harm- und ideenlos agierte. Spielerisch war es eine reine Enttäuschung und auch in Sachen Einsatz war der Drittligist dem Oberligisten in den ersten 45 Minuten klar unterlegen.

Tor für Inter Leipzig, Dong-Min Kim (8, Inter) tiftt zum 1:0 gegen Torhüter Johannes Brinkies (1, Zwickau).
Keine Chance für Johannes Brinkes - Inter-Kapitän Dong-Min Kim trifft zur Führung des Oberligisten. Bildrechte: Picture Point/Gabor Krieg

Inter hat die Antwort auf Jäpels Ausgleich

Joe Enochs dürfte in der Pause klare Worte gefunden haben, wechselte zudem mit Denis Jäpel für Ali Odabas mehr Offensive ein. Dies zahlte sich aus. Zwickau bestimmte nach dem Wechsel klar das Geschehen, wirkte deutlich agiler und kam zum Ausgleich. Jäpel staubte ab, nachdem Inter-Schlussmann Leonnel Mballa Mvogo noch stark gegen Gerrit Wegklamp pariert hatte, den Ball aber nicht festhalten konnte (60.).

Wer jetzt allerdings dachte, die Gastgeber würden einbrechen, der täuschte sich. Inter schlug zurück. Und wie! Nach einer Ecke schraubte sich Til Linus Schwarz in die Höhe und köpfte den Ball über die Linie (68.). Ein Tor, das überraschte, weil Zwickau deutlich die Lufthoheit hatte. In der Schlussphase rannten die Westsachsen verzweifelt an und hatten noch zahlreiche Chancen, die Inters Keeper Mballa Mvogo allesamt zunichte machte. Als sich Elias Huth in der Nachspielzeit nach einem Foul noch die Rote Karte einfing, war das Pokalaus besiegelt.

FC International Leipzig - FSV Zwickau
Johannes Brinkies muss machtlos mitansehen, wie Til Linus Schwarz zum späteren Siegtreffer einköpft. Bildrechte: Picture Point/Gabor Krieg

Inter steht damit als zweiter Halbfinalist neben dem 1. FC Lok Leipzig fest. Der SSV Markranstädt gegen den Chemnitzer FC (10. Dezember) und der LSV Neustadt/Spree gegen den FC Eilenburg (Termin noch offen) spielen die beiden noch offenen Plätze für die Runde der letzten Vier aus.

Stimmen zum Spiel:

Joe Enochs (Cheftrainer FSV Zwickau): "Wir waren heute nicht in der Lage, unsere Torchancen zu nutzen und dann kommt so eine Niederlage zustande. Ich ärgere mich schon, weil ich weiß, dass wir das Spiel mit einer normalen Form hätten gewinnen können. Wir sind eine gute Mannschaft, wenn wir unsere Leistung auf den Platz kriegen, das ist uns heute nicht gelungen. Ich werde die Mannschaft jetzt aber nicht auseinandernehmen."

Carsten Hänsel (Sportchef Inter Leipzig): "Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, die die Taktik und Marschroute des Trainerteams über 90 + sieben Minuten perfekt umgesetzt und sich mit einem großen Sieg belohnt hat. Ich habe erst an den Sieg geglaubt, als der lange Ball kam, der die Rote Karte zur Folge hatte. Was unser Torhüter in den letzten Minuten gehalten hat, war Wahnsinn.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 20. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 12:03 Uhr

16 Kommentare

melabes72 vor 9 Wochen

Oh je. Das ist grottenfalsch. Selbstverständlich kann sich ein Spieler im strafbaren Abseits befinden, wenn er mit einem Pass aus der eigenen Hälfte angespielt wird. Nur wenn sich der angespielte Spieler selbst noch in der eigenen Hälfte befindet, ist er nicht im strafbaren Abseits.

Sachsenbiene vor 9 Wochen

@Frank Maenner Erkundigen Sie sich doch mal bei früheren Spielstätten des FCI warum sie dort nicht mehr willkommen waren.Sie werden erstaunliches erfahren...

Erich B. vor 9 Wochen

Da habe ich mal noch eine Frage. FC Inter spielt in Torgau. Gegen Lok haben sie seinerzeit in Grimma gespielt, und auch von Machern habe ich gehört. Da gabs doch Pläne, in Leipzig auf dem Areal des alten Postbahnhofs ein kleines Stadion zu bauen. Weiß jemand, was daraus geworden ist? (Vielleicht liest ja Wolfgang Tiefensee hier mit.)