#Themengrätsche Klein gegen Groß - nicht immer ein Vergnügen

Am Wochenende bleiben die großen Stadien in Deutschland leer. Während der Länderspielpause wird in der 1. bis 3. Liga nicht gespielt und auch in der Regionalliga Nord-Ost ruht der Ball. Gespielt wird im Landespokal. Die Kleinen fordern die Großen. Aus einem Traumlos kann schnell ein Albtraum werden. Nämlich dann, wenn Aufwand und Nutzen weit auseinanderklaffen.

Nur weil kein Profi-Ligaspielbetrieb stattfindet, heißt es aber nicht, dass kein Fußball gespielt wird. Hochklassig trifft die Nationalmannschaft auf Weißrussland und kämpft um Punkte in der EM-Qualifikation.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird auch gespielt. Landespokalspiele stehen an und damit in vielen Fällen der Kampf "David gegen Goliath". So trifft unter anderem Zeulenroda auf Wacker Nordhausen, Halle-Ammendorf empfängt Magdeburg und der FSV Krostitz darf gegen den Chemnitzer FC ran.

Logistische Mammutaufgabe

Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt die kleinen und kleinsten Vereine in den allermeisten Fällen die logistische Mammutaufgabe meistern, ein Profiteam auf dem heimischen Dorfplatz zu begrüßen, wird in Sachsen diesem Unterfangen oftmals ein Riegel vorgeschoben.

Heimspiel auf fremden Platz

Beispielsweise muss der FSV Krostitz ins etwa 50 Kilometer entfernte Hausdorf ausweichen, um Pokalverteidger und Drittligist Chemnitz am Sonntag (13:30 Uhr im Stream) zu empfangen. Grund dafür sind Sicherheitsbestimmungen und Regularien seitens des Sächsischen Fußballverbandes. Ein eingezäuntes Stadion, oder mehrere Eingänge für unterschiedliche Fanlager sind nur einige der Auflagen, an denen die meisten der kleinen Dorf - und Kleinstadtstadien bereits scheitern.

Krostitzs Trainer Mike Geppert ist aus diesem Grund auch nicht nur glücklich über das sportlich attraktive Los Chemnitzer FC. Der Vorfreude sich mit einem der Titelfavoriten zu messen, stehen logistische Herausforderungen bevor, die nicht nur mit Organisationseifer, sondern auch mit einer Menge Geld bewältigt werden müssen. So muss ein Ausweichstadion gefunden,- und angemietet werden, sich um ein angemessenes Catering bemüht werden und Fananreisen organisiert werden. Ob die zusätzlichen Kosten über Zuschauereinnahmen amortisier werden können, ist auch von unsicheren Faktoren wie dem Wetter abhängig.

Krostitz-Trainer Mike Geppert
Krostitz-Trainer Mike Geppert zwischen Freude und Ärger Bildrechte: MDR/Markus Herwig

Verband unterstützt Vereine

Allerdings stellt der Sächsische Fußballverband (SFV) klar, dass ein Teil der Kosten seitens des Verbandes übernommen werden kann. Die Sicherheitsrichtlinien seien zudem notwendig, um die Spiele möglichst ohne Zwischenfälle ablaufen lassen zu können. Dass die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Thüringen liberaler aufgestellt sind, ist Alexander Rabe vom Sächsischen Fußballverband nicht verborgen geblieben. Darüber besteht auch durchaus ein informativer Austausch, aber der SFV hat eigene Ansichten, die auf strengeren Regularien fußen.


Krostitz gegen Chemnitz in Hausdorf ist nur eines von zahlreichen Duellen die am Wochenende in Mitteldeutschland angepfiffen werden. Und am Ende träumen die Underdogs auf egal welchem Platz davon, den Favoriten sportlich zu stürzen.

Streams in der Übersicht

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. November 2019 | 13:30 Uhr