Fußball | Thüringenpokal Underdog Büßleben verpasst die Sensation

Halbfinale

55 Minuten lang schnupperte Siebtligist Blau-Weiß Büßleben am ganz großen Coup, letztendlich jedoch bewies Favorit Preußen Bad Langensalza den längeren Atem und folgte vor 1.017 Zuschauern nach Halbzeitrückstand dank eines 4:1 (0:1)-Erfolges dem FSV Wacker Nordhausen ins Thüringenpokalfinale.

Es ist eine abgedroschene Phrase, aber auch an diesem Karsamstag traf sie den Kern - ein Klassenunterschied zwischen Underdog und Favorit war zumindest in der ersten Halbzeit nicht zu sehen. Im Gegenteil.

Tschirschky lässt sich nicht zweimal bitten

Bis auf Tim Müllers frühes Ausrufzeichen (4.) fehlten Bad Langensalza zündende Ideen, um die engmaschige und aufmerksame Defensive der Blau-Weißen wirklich zu fordern. Die Rand-Erfurter agierten frech, mutig und nutzten jede kleinste Möglichkeit zum Abschluss. Die Gäste zeigten sich davon durchaus beeindruckt.

Chancen auf beiden Seiten

Erst recht, als Erik Tschirschky zu viel Freiraum vor der Strafraumgrenze gestattet wurde, den er für einen trockenen Linksschuss flach ins rechte Eck nutzte (11.). Gut zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff hatten die Gastgeber dann bereits den zweiten Torschrei auf den Lippen - Jacob Gunkel allerdings köpfte frei aus Nahdistanz rechts daneben.

Der befreit aufspielende SVB blieb dran. Um ein Haar hätte Philip Kreische Gästekeeper Sebastian Arnold aus der zweiten Reihe überrascht (40.). Und doch wäre es beinah mit ausgeglichenem Zwischenergebnis in die Pause gegangen - Tobias Eckermann köpfte eine Eckballeingabe nur knapp über den Querbalken (45.+1).

Arnold bewahrt Preußen vor dem zweiten Gegentor

Unmittelbar nach Wiederanpfiff mussten sich die Bad Langensalzaer bei ihrem Keeper bedanken. Wieder war Tschirschky entwischt, zog in den Strafraum und zwang Arnold zu einem Klassereflex (46.). Diesen abermaligen Warnschuss nahm sich die BLS-Elf von Trainer Gabor Uslar dann aber zu Herzen und wurde endlich schwungvoller.

Zunächst verhinderte Blau-Weiß-Torwart Hagen Apitius noch den möglichen Ausgleich (Dominik Finger/52.), gegen einen Geniestreich kurz darauf war er jedoch vollkommen machtlos: Müller schlenzte den Ball von der Strafraumgrenze aus wunderbar in den rechten Giebel (56.). Wie befreit von sämtlichem Ballast und Druck gingen die Preußen nun zu Werke - und drehten die Partie endgültig.

Eckermann staubte einen verlängerten Eckball am langen Pfosten eiskalt per Kopf ab (62.). Engel verpasste im Anschluss jene Vorentscheidung (68.), die gut eine Viertelstunde vor Schluss dann ein Joker besorgte. Der eingewechselte Thilo Kleinert musste nur seine Stirn in Martin Fiß' punktgenaue Eingabe halten (76.). Vorbereiter Fiß legte wenig später sogar noch einen drauf - er umkurvte nach Sololauf Apitius und schob lässig zum Endstand ein (83.).

Das sagten die Trainer

Gabor Uslar (Bad Langensalza): "Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen, Büßleben war uns in vielen Belangen überlegen, nach dem frühen Rückstand hat bei uns der Kopf mitgespielt. Nach der Pause haben wir endlich ins Spiel gefunden. Tim Müllers Treffer war unser Dosenöffner, dadurch haben wir Selbstvertrauen getankt. Wir sind dann besser über die Außen gekommen, haben in die Zweikämpfe gefunden und es gut zu Ende gespielt. Dennoch: Chapeau für Büßleben, es war eine tolle Leistung von ihnen vor dieser Kulisse."

Mario Wisocki (Büßleben): "Wir haben im ersten Durchgang sehr viel richtig gemacht, toll gegen den Ball gearbeitet. Wir waren mit einem Bein im Finale. Wenn Erik Tschirschky gleich nach der Pause seine Riesenchance nutzt, dann wird es für sie ganz, ganz schwer für sie. Den muss er einfach flach in die Ecke flach schieben. Durch ein blödes Zufallsding und eine blöde Ecke geraten wir dann in Rückstand - von Bad Langensalza war bis dahin so gut wie nichts zu sehen. Wir haben dann die Köpfe etwas hängen gelassen und sie hatten plötzlich Selbstvertrauen. Am Ende hat es Preußen clever gemacht. Für uns ist es sehr ärgerlich gelaufen - wir haben so eine geile erste Halbzeit gespielt. Sehr schade."

mhe

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2019, 22:01 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.