Fußball | Sachsenpokal Vor dem Halbfinale: Die speziellen Sorgen von Inter Leipzig

Der FC International Leipzig hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Sachsenpokal-Halbfinale erreicht – und muss jetzt früher als gedacht spielen. Das bringt Probleme mit sich, die andere Vereine gar nicht kennen.

 v.l.: Dentinho Dos Santos 3, Inter und Elias Huth 32, Zwickau
Zwickaus Elias Huth (r.) hatte im Sachsenpokal-Viertelfinale gegen Dentinho Dos Santos einen schweren Stand und schied mit seinem Team überraschend aus. Bildrechte: imago images/Picture Point

Der FC International Leipzig steht vor seinem größten Spiel in der Vereinsgeschichte. Am 8. August soll das Halbfinale im Sachsenpokal gegen den Chemnitzer FC steigen.

Der Termin kommt früher als gedacht. "Wir fangen erst am Montag mit dem Training an, weil wir von einem Start am 15./16. August ausgegangen sind", erklärte der Sportliche Leiter, Carsten Hänsel, auf MDR-Anfrage. Ein kurzfristiger früherer Beginn, um optimal vorbereitet zu sein, war nicht möglich, weil die meisten Inter-Spieler eben nicht um die Ecke wohnen. Letzte Saison spielten bei dem 2013 gegründeten Verein Akteure aus 13 Nationen. Wie viele Spieler verschiedener Nationalitäten diesmal am Ball sein werden, weiß Hänsel noch nicht. Er hat viele selbst lange nicht gesehen. Das letzte Pflichtspiel fand im März statt. Insofern sind die dreieinhalb Wochen Vorbereitung doch eher knapp.

Spielen die Behörden mit?

Der Sportchef muss sich auch überraschen lassen, wer am Montag tatsächlich aufschlägt. Einige Spieler brauchen ein Visa, andere eine Arbeitserlaubnis. In der Vergangenheit waren diese Hürden hoch. Meist hatte der Oberligist sein komplettes Team erst im Frühherbst zusammen. Hänsel hofft, dass die Bearbeitung der Anträge diesmal schneller über die Bühne geht und "wir mit der Mannschaft im Pokal antreten können, die wir uns wünschen".

Finalchancen wohl so gut wie nie

Er weiß, dass es für seinen Verein eine einmalige Chance ist. "Nächstes Jahr ist Dynamo Dresden noch dabei. Da kann man gleich einen Haken dran machen" ahnt Hänsel, der vom DFB-Pokal träumt. Dieser Wunsch scheint gar nicht so abwegig. Neben Inter steht mit dem FC Eilenburg ein weiterer Fünftligist in der Runde der letzten Vier.

Die Underdogs treffen auf angeschlagene Top-Favoriten, die nach dem verpasstem Aufstieg (Lok Leipzig) und dem Abstieg in die Regionalliga (Chemnitzer FC) noch mehr Baustellen haben. Der CFC hängt in den Seilen, braucht eine schlagkräftige Mannschaft, aber vor allem Geld. Fast eine halbe Million ist nötig, um das Insolvenzverfahren zu beenden und eine Abwicklung abzuwenden. Bei Lok hatte nur noch ein Spieler einen gültigen Vertrag. Mittlerweile signalisierten neun Akteure, weiter für den Traditionsverein auflaufen zu wollen.

Die Halbfinals sind diesmal eine besondere Herausforderung. Für alle. "Wir hätten gern eine Woche später gespielt, können es aber nicht ändern und nehmen es sportlich", so Hänsel.

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 08. August 2020 | 19:30 Uhr

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