Fußball | Sachsenpokal "David gegen Goliath": Bischofswerda träumt vom Sachsenpokal-Coup gegen Dynamo Dresden

Viertelfinale

Vor dem Sachsenpokal-Viertelfinale zwischen Dynamo Dresden und dem Bischofswerdaer FV sind die Rollen klar verteilt. Das schmälert die Vorfreude beim Außenseiter aber keineswegs. Der Glaube an die Überraschung ist vorhanden – auch wenn der Favorit keine Geschenke verteilen will.

Niklas Kreuzer (Dresden) gegen Pavel Cermak (Bischofswerda)
2018 standen sich Dynamo und der BFV in einem Testkick gegenüber. Das Duell zwischen Dresdens Niklas Kreuzer (li.) und Bischofswerdas Pavel Cermak wird es wohl auch am Mittwoch geben. Bildrechte: IMAGO / Hentschel

Die Konstellation erinnert ein wenig an das Duell David gegen Goliath: Dynamo Dresden steht seit Wochen voll im Saft und hat als Tabellenführer den Aufstieg in die 2. Bundesliga fest im Blick. Dagegen bestritt der Bischofswerdaer FV sein letztes Pflichtspiel vor über einem halben Jahr (1. November 2020, 0:2 gegen Optik Rathenow) und muss im Zuge der abgebrochenen Regionalliga-Saison den Gang in die Oberliga antreten. Eigentlich eine klare Sache. Doch als Kanonenfutter will der Außenseiter im Viertelfinale des Sachsenpokals am Mittwoch (18 Uhr im Liveticker und Stream auf sport-im-osten.de und in der SpiO-App) keineswegs herhalten.

BFV-Coach Erik Schmidt auf Abschiedstour

"Wir haben sechs Monate nicht gespielt und sind extrem heiß auf dieses Spiel", erklärte Bischofswerdas Trainer Erik Schmidt im Vorfeld. Für den 41-Jährigen könnte es bereits das letzte Pflichtspiel auf der Bank der Schiebocker werden. Im Sommer wird Schmidt nach acht Jahren beim BFV sein Amt an Frank Rietschel übergeben. Zuvor sollen noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um für Schlagzeilen zu sorgen. Mit der Außenseiterrolle hat man sich längst angefreundet. "Für uns es immer schwierig gegen Dynamo zu spielen. Es sind alles Profis, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Fußball spielen", so Schmidt.

Dynamo mit den Gedanken bereits beim Sonntag?

Das gelang Dynamo in den vergangenen Wochen in der Tat ganz gut. Unter Trainer Alexander Schmidt hat die SGD die Kehrtwende in der Liga geschafft und steht vor dem direkten Wiederaufstieg. Bereits am Sonntag könnte der finale Schritt gegen Türkgücü München gelingen. Zur Unzeit kommt der Auftritt im Landespokal aber keineswegs. "Wir haben zahlreiche Spieler, die etwas Spielpraxis brauchen", blickte Dynamos Schmidt voraus. Im Endspurt der kräftezehrenden Saison kommt die Partie "gerade recht, um den zuletzt angeschlagenen Spielern wieder Rhythmus zu geben."

"Wir haben keine Geschenke zu verteilen"

Etablierte Kräfte wie Torwart Kevin Broll, Kapitän Sebastian Mai oder Mittelfeldmotor Paul Will werden eine Verschnaufpause erhalten. Neben Broll-Vertreter Stefan Kiefer werden aller Voraussicht nach Marvin Stefaniak, Jonathan Meier und Niklas Kreuzer von Beginn an spielen. Auch die durch ihre Covid-19-Erkrankung zurückgeworfenen Ransford Königsdörffer und Pascal Sohm sollen gegen Bischofswerda weiter ans Team herangeführt werden. Zudem dürfte der ein oder andere Jugendspieler seine Chance bekommen.

Ransford-Yeboah Königsdörffer (Dresden)
Ransford Königsdörffer soll gegen Bischofswerda weitere Spielpraxis sammeln. Bildrechte: IMAGO / Hentschel

Auf die leichte Schulter wird der Gegner dennoch nicht genommen. "Wir haben keine Geschenke zu verteilen und werden eine entsprechend gute Mannschaft auf dem Platz haben", unterstrich Schmidt. Durch die bereits feststehende Qualifikation für den DFB-Pokal könne sein Team "ohne Druck und mit Freude aufspielen. Ich vertraue meinen Jungs, und glaube dass sie mit Spaß, Freude und Siegeswillen in die Partie gehen."

Bischofswerda tankt Selbstvertrauen

Von den in puncto Mannschaftsaufstellung verdeckten Karten lässt man sich beim BFV nicht beirren. "Uns kann es eigentlich völlig egal sein, wer aufläuft. Es wird auf jeden Fall schwierig werden, egal ob B-Reihe oder A-Jugend", meinte Erik Schmidt recht nüchtern. Vielmehr überwiegt die Freude, endlich wieder auf dem Platz stehen zu können. Aktuell trainiert der BFV viermal pro Woche. "Ein Privileg", freute sich Schiebocks Verteidiger Tim Kießling: "Das ist schon Ansporn genug."

BFV Trainer Erik Schmidt freut sich nach dem Spiel über den Punkt und den Klassenerhalt
BFV-Trainer Erik Schmidt fiebert vor seinem Abschied dem Saison-Highlight entgegen. Bildrechte: RocciPix / Rocci Klein

Darüber hinaus können sich die Ergebnisse aus den vergangenen Testspielen sehen lassen. Einem 1:0-Auswärtserfolg beim FSV Luckenwalde folgte ein beachtliches 0:0 gegen Energie Cottbus. Auch die Generalprobe gegen die A-Junioren von RB Leipzig glückte dem BFV dank der Treffer von Rudolf Sanin und Deniss Stradins.

Sachsenpokal-Mittwoch im MDR-Livestream

Der Gegner im Halbfinale steht im Übrigen auch schon fest. Dort wartet Lok Leipzig. Der mögliche Finalgegner am 29. Mai wird bereits vor dem Anpfiff zwischen Dresden und Bischofswerda ausgespielt. Ab 15 Uhr steigt die erste Halbfinalpartie zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau. Der MDR überträgt beide Partien am Mittwoch im Livestream.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 12. Mai 2021 | 21:45 Uhr

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