Artem Dzyuba
Bildrechte: imago images/Russian Look

Fußball | Champions League RB Leipzig: Der nächste Riese wartet

3. Spieltag

Krise oder Nichtkrise? Kurz vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen Zenit St. Petersburg ist das bei RB Leipzig die Frage. Zu bescheiden waren die letzten Ergebnisse in Bundesliga und auch Königsklasse.

von Sven Kups

Artem Dzyuba
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Cheftrainer Julian Nagelsmann hatte nach dem letzten 1:1 gegen Wolfsburg sein Team in der Kabine etwas lauter angesprochen. Drei Tage später versucht er nun, den Druck von seinen Schützlingen zu nehmen. "Wenn wir eine Krise haben, dann hat die halbe Liga eine Krise", relativiert er die aktuelle Lage. Gegen Zenit sei ein Sieg auch keine Pflicht, denn es sei ja kein K.o.-Spiel. "Aber natürlich ist es ratsam zu gewinnen, wenn man weiterkommen möchte. Die Wertigkeit eines Sieges ist in der Champions League halt viel höher, wenn du nur sechs Gruppenspiele hast."

Ziemlich entspannt sieht das auch Peter Gulacsi. "Wir haben die Spiele analysiert und gesehen, was wir gut oder nicht so gut gemacht haben", erklärt der RB-Torwart. Auch wenn "ergebnis-technisch nicht alles perfekt war", sei man weiter auf einem guten Weg, habe in Champions League und Bundesliga noch alle Möglichkeiten: "Ich sehe jetzt keine dramatische Situation."

Der nächste Riese wartet

Damit die nicht entsteht, muss sich RB auch spielerisch steigern. Jedenfalls im Vergleich zur Partie gegen Wolfsburg, in der man zwar 1:0 geführt hat, dann vom riesigen Stoßstürmer Wout Weghorst aber noch einen "reingewürgt" bekam. Auch St. Petersburg hat einen Weghorst. Er hört auf den bürgerlichen Namen Artjom Dsjuba, ist russischer Nationalspieler, ebenfalls stattliche 1,96 m groß und hat gerade einen Lauf.

Im letzten nationalen Liga-Spiel machte der 31-Jährige drei Tore, traf in der Königsklasse gegen Lissabon und bereitete den Treffer in Lyon vor. Julian Nagelsmann lobte Dsjubas Präsenz in der Luft und am Boden. "Er hat eine gute Ballverarbeitung. Er kann besser als viele andere Stürmer die Bälle ablegen. Auch schwierige Bälle aus der Luft."

Trainer Julian Nagelsmann, RB Leipzig
RB-Trainer Julian Nagelsmann war schon mal in St. Petersburg (Archiv). Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Mit mehr Lautstärke zum Erfolg?

Es wird interessant, ob RB Leipzig diesen Dsjuba – im Gegensatz zu Wolfsburgs Weghorst – über die gesamten 90 Minuten aus dem Spiel nehmen kann. Und ob die laute Ansprache von Nagelsmann denselben positiven Effekt hat, an den sich der Trainer mit folgender Anekdote erinnert:

"Wir hatten mal mit der U16 von Hoffenheim ein Turnier in St. Petersburg. Das waren die Anfänge meines Cheftrainer-Seins. Wir sind da mit zwei Niederlagen in das Turnier gestartet. Alex Rosen, er war damals noch Chef der Jugend-Akademie, ist in der Kabine völlig ausgerastet und hat den einen oder anderen Spieler zerlegt. Danach haben wir das Turnier gewonnen. Es war ein spannendes Turnier mit einem erfolgreichen Ende. So erhoffe ich es auch für unsere jetzige Gruppenphase."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 20:26 Uhr

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