Fußball | Champions League RB Leipzig zwischen Krisenmanagement und Kampf um Europa

Gruppe A - 6. Spieltag

Es ist ein Timing aus der Hölle: Mitten in seiner spielerischen und sportlichen Krise inklusive Trainerentlassung muss RB Leipzig gegen Manchester City antreten und um das Trostpflaster Europa League kämpfen. Die Milliarden-Truppe aus England ist derzeit auch noch gut drauf. Für Dienstag (18:45 Uhr live im Ticker und Reportage im Audiostream) riecht es nach mächtig Prügel.

Achim Beierlorzer 1 min
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Doch ob sich RB wirklich ein paar tiefblaue Augen abholt, ist offen. Keine Frage: Die "Citizens" haben ihre letzten sieben Pflichtspiele allesamt gewonnen und bei weitem nicht mehr die Personalproblem wie vor dem Hinspiel im September. Aber RB Leipzig ist derzeit, um die Floskel vom angeschossenen Bären zu vermeiden, unberechenbar. Das Ex-Team von Jesse Marsch lieferte in den letzten Wochen Leistungen gefühlt nach dem Zufallsprinzip ab.

In der Bundesliga schwankte man zuletzt zwar zwischen schlecht und grottig. In den Partien, die mit der Champions-League-Hymne eingeläutet werden, spielte Leipzig jedoch gut. Ziemlich gut sogar. Gemeint ist nicht nur die 5:0-Gala in Brügge. Auch in den beiden Spielen gegen die Stars von Paris St. Germain (2:3/2:2) zeigten Nkunku & Co., was in ihnen steckt. Nur die Ergebnisse stimmten nicht. Und in Manchester wurde RB beim 3:6 deutlich unter Wert geschlagen.

"Geschlossenheit" - im doppelten Sinn

Auf diesen Aspekt der Krise wies am Montag auch Torwart Peter Gulacsi hin. "Wir haben teilweise sehr gute Spiele gezeigt", sagte er, musste aber auch zugeben, dass es an der Konstanz fehlt, "die man von RB Leipzig erwartet". Wie die in den nächsten vier Spielen (innerhalb von zwölf Tagen) erreicht werden soll, darauf gab Interimscoach Achim Beierlorzer keine echte Antwort. Gegen ManCity jedenfalls setzt er "auf engere Abstände zwischen den Reihen", auf "Kompaktheit durch schnelleres Nachrücken", sodass "wir uns gegenseitig helfen können". Auch unabhängig vom Spiel sei jetzt Geschlossenheit wichtig, "in einer Situation, in der es keine Gewinner gibt".

Chance für ManCity-Talente

Apropos Gewinner: Dass Manchester bereits als Gruppensieger feststeht, kann man aus Leipziger Sicht als Vorteil, aber auch als Nachteil sehen. Die Engländer können die Partie jedenfalls entspannt angehen. Auch personell. So erklärte Trainer Pep Guardiola am Montag, vier oder fünf Nachwuchstalente mit nach Leipzig zu nehmen: "Wir entscheiden morgen, wer spielt oder nicht. Vielleicht können wir zwei oder drei einsetzen." Ein leichtes Spiel gegen einen angeschlagenen Gegner erwartet er nicht. "Krise, Krise - ich weiß nicht, ob es wirklich eine Krise ist. Ich erwarte eine aggressive Mannschaft. Sie werden uns nicht viel Zeit schenken." Nein, nach Prügelverteilen klang das nicht.

Pep Guardiola 1 min
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Überwintern in Europa auch bei einer Niederlage möglich

Für das Trostpflaster Europa League muss RB Leipzig einfach genauso viele Punkte holen wie Brügge im Parallelspiel bei Paris St. Germain, da das Beierlorzer-Team den direkten Vergleich mit dem belgischen Meister gewonnen hat. Somit könnte auch eine Niederlage reichen. Allerdings hat Brügge im Duell in Frankreichs Hauptstadt ähnliche Voraussetzungen. PSG hat sein Achtelfinalticket sicher und könnte ähnlich wie City mit angezogener Handbremse in die Partie gehen.

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Sven Kups

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Dezember 2021 | 21:45 Uhr

4 Kommentare

peter1 vor 6 Wochen

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt! Egal, ob ManCity mit einer B Elf antritt oder nicht müssen sich die freilaufenden Bullen auf sich konzentrieren. Euro wäre schon noch halbwegs gut.
"Auf gehts Leipziger Jungs.....!"

Rennsteiger vor 6 Wochen

Europa- League wäre schon ein Trostpflaster, welches RB durchaus auch aus eigener Kraft erreichen könnte.Bei den Roten Bullen ist ja momentan alles möglich. Trotzdem sind mir 9 Punkte im Kerngeschäft Bundesliga bis Weihnachten lieber.

Horst Schlaemmer vor 6 Wochen

Mit Beierlorzer auf der Trainerbank gegen die Citizens. Und immer noch ohne Poulsen und Olmo. Da habe ich wenig Erwartung für Dienstag. Doch bleibt die vage Hoffnung, dass PSG sein Spiel gegen Brügge noch ernst nimmt.