Fußball | FSA-Pokal Einheit Wernigerode stemmt sich gegen Double-Traum des 1. FC Magdeburg

Finale

Auf dem Papier sind die Karten vor dem Finale des FSA-Pokals klar verteilt: Der 1. FC Magdeburg, als Aufsteiger in die 2. Bundesliga, gilt gegen den Oberligisten FC Einheit Wernigerode als klarer Favorit. Der FCM geht nach einer Fabelsaison ausgeruht und siegessicher in das Spiel, doch im Fußball gibt es immer wieder Überraschungen. Der Hallesche FC kann davon ein Lied singen. Seine Halbfinalpleite gegen Wernigerode soll am Samstag als Blaupause für den Fünftligisten dienen.

Der 1. FC Magdeburg hat zur Vorbereitung auf das Landespokal-Finale gegen den FC Einheit Wernigerode eher auf Teambuilding gesetzt, als auf intensive Trainingshärte. Nur zwei Tage Training wird der Drittliga-Meister am Samstag (21.05.) beim Spiel gegen den Oberligisten in den Beinen haben. Der Grund: Nach der überaus erfolgreichen Saison hatte die Mannschaft den Trainingsplatz in Magdeburg gegen Strand und Sonne auf Mallorca eingetauscht, um das bisher Geleistete gebührend zu feiern. Und so viel steht fest: Diesen Trip hatte sich das beste Heim- und Auswärtsteam und die beste Hin- und Rückrunden-Mannschaft auch redlich verdient.

FCM-Saison mit dem Double krönen

Auf die leichte Schulter nehmen die Zweitliga-Aufsteiger das Finale trotzdem nicht. Inzwischen ist die Konzentration zurück im FCM-Lager und der Fokus liegt in Gänze auf dem Endspiel in Halberstadt. So wurde am Donnerstag (19.05.) auch wieder trainiert. "Wir haben die Chance, die Saison mit dem Double aus Meisterschaft und Pokalsieg abzuschließen. Das ist etwas, was man in seiner Karriere nicht so oft haben wird", so Trainer Christian Titz. Negative Auswirkungen des Mallorca-Ausflugs erwartet der Meister-Macher nicht, denn ohnehin sollte nach dem Liga-Abschluss die Intensität heruntergefahren werden. Allerdings nicht zu weit, denn Titz warnt davor, den Gegner zu unterschätzen: "Es ist eine sehr kampfstarke Mannschaft und ein Team, das über die komplette Spielzeit alles reinhauen wird. Vor allem bei Umschaltbewegungen müssen wir aufpassen."

Christian Titz 1 min
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Do 19.05.2022 23:55Uhr 00:19 min

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Trotz dieses Lobes geht Einheit Wernigerode aus der Oberliga Süd als typischer "David" ins Endspiel-Duell gegen den vermeintlich übermächtigen "Goliath". Dennoch kann der Fünftligist, der noch voll im Liga-Spielbetrieb steckt, völlig befreit und selbstbewusst aufspielen. Egal wie das Spiel gegen den Favoriten ausgeht, hat Wernigerode bereits das erreicht, wovon viele Amateurvereine nur träumen - die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison. Dank des Magdeburger Aufstiegs sind beide Finalisten bereits für den DFB-Pokal qualifiziert. Zu verlieren hat Wernigerode am Samstag also nichts, zu gewinnen umso mehr. Diese Aussicht setzt möglicherweise ungeahnte Kräfte frei.

Mika Hess Wernigerode, 16 gegen Jan Shcherbakovski Hallescher FC, 11 im Zweikampf
Einheit Wernigerode zeigte vor allem gegen Halle, dass man auch höherklassige Teams aus dem Pokal werfen kann. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Halbfinale: Sensations-Sieg gegen den HFC

So wie bereits im Halbfinale, denn da hat sich Wernigerode den Einzug ins Finale mit einem Spektakel gegen den anderen Drittligisten des Landes, den Halleschen FC, verdient. Einheit besiegte den HFC nach Rückstand noch sensationell mit 2:1. Da allerdings noch im engen heimischen Mannsberg-Stadion. Am Samstag fehlt dieser Vorteil im weiten Rund des Friedensstadions in Halberstadt, wo 3.800 Fans erwartet werden. 2.000 davon sollen aus Magdeburg kommen.

Kevin Hildach, Wernigerode, 14 bejubelt mit Teamkollegen sein Tor
Einheit Wernigerode spielt nach dem Sieg gegen den HFC in der kommenden Spielzeit im DFB-Pokal. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Einheit-Kapitän Wersig: Über uns "hinauswachsen"

"Das wird ein Erlebnis, das der Verein so noch nicht gesehen hat", sagte Einheit-Kapitän Danny Wersig im Hinblick auf das Finale bei fussball.de. Und er machte klar: "Das sind solche Spiele, in denen man über sich hinauswachsen muss. Es gilt, alles in die Waagschale zu werfen, um die kleine Chance auf die Überraschung zu nutzen. Wir wollen das Spiel ganz ähnlich wie gegen den Halleschen FC angehen und dafür sorgen, dass auch die Magdeburger unruhig werden."

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Fr 20.05.2022 19:53Uhr 00:19 min

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"Sport im Osten" überträgt das Finale live

Ob das gelingt, können alle Fans, die nicht im Stadion dabei sind, am Samstag ab 12.10 Uhr per Livestream und im Liveticker verfolgen.


(ten)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sachsen-Anhalt heute | 21. Mai 2022 | 19:00 Uhr

10 Kommentare

Vollstrecker vor 6 Wochen

Flo? "Harzer Roller". Wenn die "Einheit" Vereinsfarbe Gelb wäre, dann hätte Deine Stichelei Sinn gehabt.
Einheit hat verdient gewonnen. Ich drücke der Einheit heute die Daumen. Das tust Du auch, oder? Den rot/weißen Flatterschal... nun ja, haben wir ja schon.

Flo vor 6 Wochen

Natürlich war das verdient das zweifele ich auch nicht an. Aber ich ärgere mich darüber. Nie war es so einfach in den DFB Pokal zu kommen. Und harzer Roller war eher lustig gemeint. Ich musste selber erstmal googeln was das ist. Da du auch gern stichelst, hat sich doch der richtige angesprochen gefühlt.

Gernot vor 6 Wochen

Die Harzer Roller, welch blöder Begriff für meinen Heimatverein, haben den Drittligisten im HF zwar nicht überrollt, aber verdient!!!!! rausgeworfen. Der Auftritt deiner Truppe war skandalös.
Richtig toll war, wie die Staatsmacht die rot/ weißen Krakeler in der Innenstadt von Wernigerode ruhig gestellt hat.