Fußball | FSA-Pokal Magdeburg und Halle kämpfen ums DFB-Pokal-Ticket: Ein Derby ohne sportlichen Wert?

Ein drittes Mal stehen sich der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC in dieser Saison gegenüber. Doch ob dem Sieger wirklich der Einzug in den DFB-Pokal winkt, ist nach einem Urteil des Verbandsgerichtes ungewiss. Der MDR überträgt die Partie live ab 16 Uhr im TV und in der "SpiO"-App.

Florian Schnorrenberg - Christian Titz
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Bevor es für die Spieler des 1. FC Magdeburg und des Halleschen FC in den wohlverdienten Urlaub geht, steht ein letzter Kraftakt an: Die Qualifikation für den DFB-Pokal. Die beiden Drittligisten sollen den Teilnehmer für den wichtigsten nationalen Pokal-Wettbewerb am Samstag (16 Uhr im MDR Fernsehen und in der "SpiO"-App) auf neutralem Boden in Halberstadt austragen. Eigentlich. Denn nach einem Beschluss des Verbandsgerichtes am Freitag (28.05.) sind alle Beschlüsse des Landesverbandes aufgehoben. Gespielt werden soll laut Präsidium dennoch, zudem am Montag das Schiedsgericht angerufen werden.

HFC und FCM wollen antreten

Obwohl nunmehr nicht klar ist, welchen Wert die Partie haben wird, wollen der HFC und der FCM am Samstag antreten. HFC-Pressesprecher Lars Töffling erklärte "Sport im Osten": "Wir haben mit dem Verband und den Magdeburgern telefoniert. Wir werden spielen. Was mit dem Ergebnis passiert, sehen wir dann." 

Zwei Teams, zwei starke Serien

Sowohl der HFC als auch der FCM beeindruckten nach einer Drittliga-Saison mit einigen Höhen und Tiefen zum Abschluss mit starken Leistungen. Während die Hallenser vier Siege an den letzten fünf Spieltagen einfuhren, wurde die rekordverdächtige Serie der Magdeburger (29 Punkte aus elf Spielen) erst zum Saisonende gestoppt. Tabellarisch nehmen sich die beiden fußballerischen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts in der Endabrechnung so gut wie nichts. Entsprechend eng wird auch das kommende Duell eingeschätzt. "Es gibt keinen Favoriten", unterstrich HFC-Coach Florian Schnorrenberg, dessen auslaufender Vertrag erst am Donnerstag um weitere zwei Jahre verlängert wurde, im Vorfeld der Partie.

Trainer Florian Schnorrenberg 1 min
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MDR aktuell 17:45 Uhr Do 27.05.2021 17:45Uhr 01:00 min

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Schnorrenberg: Derby-Hattrick wäre der "i-Punkt"

Der 44-Jährige könnte dabei Historisches schaffen und als erster HFC-Trainer drei Spiele in Folge gegen den FCM gewinnen. "Es ist ein Prestige-Duell. Wir wissen, dass das der kleine i-Punkt wäre, wenn wir es ein drittes Mal schaffen könnten", so Schnorrenberg nach den Erfolgen in der Liga (2:0, 1:0): "Ein Erfolg könnte unheimlich guttun und würde die letzten Wochen bestätigen." Derweil blendet man in Magdeburg die jüngsten Vergleiche mit dem Landeskonkurrenten aus. "Für mich spielt es keine Rolle. Wir beginnen bei Null", legte FCM-Coach Christian Titz den Fokus auf das Wesentliche: "Es geht um die Qualifikation für den DFB-Pokal. Das steht für uns im Vordergrund und das wollen wir erfolgreich gestalten."

Terrence Boyd (HFC) macht in der Nachspielzeit das 1:0 für den HFC
Terrence Boyd köpfte den HFC im Januar zum Last-Minute-Erfolg gegen Magdeburg. Bildrechte: imago images / VIADATA

Letztes Finalduell 2016

Der HFC reist mit guten Erinnerungen ins Halberstädter Friedensstadion. 2019 holten sich die Saalestädter gegen Germania Halberstadt an gleicher Stelle zum neunten Mal den FSA-Pokal. Vergangene Saison wurde der Wettbewerb coronabedingt vorzeitig abgebrochen und der FCM als Teilnehmer für den DFB-Pokal gemeldet. 2016 standen sich beide Teams das letzte Mal im Finale gegenüber. Damals siegte der HFC knapp mit 2:1. In den beiden darauffolgenden Jahren sicherte sich Magdeburg, mit zwölf Landespokalsiegen Rekordhalter, die Trophäe und schaltete auf dem Weg ins Finale jeweils Halle aus.

Titz: "Wir werden ein rassiges Spiel erleben"   

Auch für Samstag erwartet Titz eine "kämpferische Partie". Man wolle das Spiel gegen den Ball wie in den letzten Wochen kontrollieren, bekräftigte der 50-Jährige. Wohlwissend um die Stärken des Gegners. "Der HFC hat gut gepunktet. Es kommt eine Mannschaft mit Selbstbewusstsein und viel Qualität. Wir werden ein rassiges Spiel erleben."

Personelle Lücken auf beiden Seiten

Personell muss Magdeburgs Übungsleiter weiter auf Dustin Bomheuer, Jürgen Gjasula, Philipp Harant, Korbinian Burger und Sebastian Jakubiak verzichten. Sören Bertram (muskuläre Probleme) und Daniel Steininger (Angina) fallen ebenfalls aus. Doch auch beim HFC hat die kräftezehrende Saison Spuren hinterlassen. Neben Antonios Papadopoulos fehlen Fabian Menig, Marcel Titsch Rivero, Julian Guttau und Niklas Landgraf.

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. Mai 2021 | 14:00 Uhr

9 Kommentare

Magdeburger Jung vor 21 Wochen

Regressforderungen wären in dem Fall wirklich mal interessant. Solche Negativschlagzeilen sind für unser Bundesland wieder ganz toll. Sowas gibt es nur im Osten. Furchtbar.

Thoralf vor 21 Wochen

Man hätte zwei Mannschaften aus den Ultra Gruppierungen beider Vereine zusammenstellen sollen! Motto: Wer will es mehr! Motivation wäre 100 prozentig gegeben. Toller Sport mit ein wenig mehr Robustheit. Wer vertritt Sachsen Anhalt im DFB Pokal? Wer interessiert sich dafür! Nur der Sieg zählt! Gegen 22 Uhr müßten dann die Ordnungskräfte die Kontrahenten trennen. Ach, schön wär es.

Steffen1978 vor 21 Wochen

Sportfreunde Stiller - Applaus, Applaus

FSA sollte jemand frager der was von versteht und nicht immer wieder überheblich "Weltbeste" bevorteilen. Amateure sind die einzig Wahren.