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Fußball | SachsenpokalChemie Leipzig vs. Lok Leipzig: Viel Respekt vor dem Stadtderby3. Hauptrunde

Stand: 25. September 2022, 09:00 Uhr

In der dritten Runde des Sachsenpokals treffen am Sonntag die Leipziger Traditionsvereine Chemie und Lok aufeinander. Vor dem Spiel trafen sich die beiden Trainer zu einer außergewöhnlichen Pressekonferenz.

Es war eine außergewöhnliche Begegnung am Donnerstagvormittag im Leipziger Alfred-Kunze-Sportpark: Miroslav Jagatic, Trainer von Chemie Leipzig, traf drei Tage vor dem Stadtderby im Sachsenpokal gegen den 1. FC Lok auf den gegnerischen Coach Almedin Civa. Am Sonntag (16 Uhr in der TV-Konferenz und im Livestream auf sport-im-osten.de und in der "SpiO"-App) kommt es in Leutzsch zum insgesamt 107. Aufeinandertreffen der beiden Vereine.

Trainer fordern positive Stimmung

Nachdem es beim Regionalliga-Duell im Mai zu unschönen Szenen auf den Tribünen gekommen war, steht die nun anstehende Partie unter besonderer Beobachtung. Die Rivalität zwischen den Fanlagern von Chemie und Lok ist hinlänglich bekannt, daher wollten die beiden Klubs mit dieser ungewöhnlichen Aktion etwas Druck aus dem Kessel nehmen.

Entsprechend war die PK von gegenseitigem Respekt geprägt. "Den Fußballfans kann ich nur mitgeben: Sie sollen mit Spaß und Freude hierher kommen und ihre Mannschaft unterstützen", sagte Civa. "Bis auf 500 Leute werden alle gegen uns sein, was legitim ist", umschrieb er die damit verbundene sportliche Herausforderung. Jagatic ergänzte, er sei ein "Riesen-Fan unserer Fans". Es sei "Wahnsinn, was die jedes Mal raus hauen und vorbereiten". Klare Botschaft: Es geht um eine positive Stimmung.

Polizei fahndet nach Straftätern

Beim Regionalliga-Derby im Mai war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Chemie-Fans und der Polizei gekommen. Laut Polizei hätten mehr als 100 zum Teil vermummte Anhänger der BSG am Ende der ersten Halbzeit die Beamten mit Baumaterialien, Tischen, Stühlen und anderen Gegenständen beworfen. Dies sei eine "Reaktion auf eine polizeiliche Maßnahme zur videografischen Identifizierung von mutmaßlichen Straftätern" gewesen. Acht Beamte seien dabei verletzt worden. Auf Videos ist zu sehen, wie Polizisten beworfen werden, während sie Fans zurückdrängen. Chemie Leipzig schrieb hinterher in einer Stellungnahme: "Jegliche Art von Gewalt - egal, ob im Heim- oder Gästebereich und egal, von wem diese ausgeht - hat im Alfred-Kunze-Sportpark nichts zu suchen."

Fans von Chemie Leipzig werfen Gegenstände auf Polizisten. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Derzeit fahnden Staatsanwaltschaft und Polizei nach tatverdächtigen Fans. Ihnen wird besonders schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, wie die Polizeidirektion Leipzig mitteilte. Zudem erklärte die Polizei, dass Hausdurchsuchungen bei Anhängern der BSG Chemie stattgefunden haben. Auch bei einem Anhänger von Lok Leipzig durchsuchte die Polizei die Wohnung. Ihm wird versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, er soll Pyrotechnik in den gegnerischen Fanblock geschossen haben.

Motto: Druck aus dem Kessel nehmen

Nun waren die Trainer darum bemüht, die Gemüter etwas herunterzufahren und gleichzeitig das Pokalfieber weiter hochzuhalten. Über das persönliche Verhältnis der beiden sagte Miroslav Jagatic: "Man begrüßt sich, da kommt keine Spitze, man lacht. Aber jeder will für seinen Verein das Beste. Das freut mich, dass man nicht sagt: Der trägt eine andere Farbe, jetzt machen wir ihn erst einmal rund."

Vor allem ging es in der PK um's Sportliche. Bei Lok fällt neben dem rotgesperrten Verteidiger Mike Eglseder der Torhüter Niclas Müller aus, der sich zuletzt beim 3:1-Sieg in der Regionalliga bei Germania Halberstadt verletzt hatte. Ansonsten zeigte sich Almedin Civa recht zufrieden mit dem bishierigen Saisonverlauf, nur habe man zu viele Tore kassiert. Mit der "Art und Weise, wie wir nach vorn spielen", sei er einverstanden. Lok steht nach sechs Spielen in der Liga auf dem sechsten Tabellenplatz, der Rückstand auf Tabellenführer Berliner AK beträgt vier Punkte.

Favoritenrolle unklar

Etwas verhaltener fiel die Einschätzung von Miroslav Jagatic aus: "Wir sind schwer in die Saison gekommen. In den ersten Spielen waren die Leistungen schwankend", sagte er. Danach sei es bergauf gegangen. "Aber ich will jetzt nicht zu euphorisch sein", so der Chemie-Trainer. Dabei kann sich auch der Saisonverlauf der Grün-Weiß durchaus sehen lassen: Platz acht, nur ein Zähler weniger als Stadtrivale.

Entsprechend taten sich beide Trainer schwer, einen Favoriten zu benennen. "Ich halte davon nix. Es wird ein spannendes Spiel auf Augenhöhe", so Civa. Und Jagatic: "Es hängt von der Tagesform ab. Ich will mich nicht auf diese Diskussion einlassen."

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red

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. September 2022 | 16:00 Uhr

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