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Konrad Laimer - auch diesmal (noch) gegen und nicht mit den Bayern. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche

Fußball | SupercupRB Leipzig vor dem Supercup: Die Gerüchteküche im Hintergrund

Stand: 29. Juli 2022, 17:55 Uhr

Für RB Leipzig ist der Supercup gegen den FC Bayern München die erste richtige Standortbestimmung vor der neuen Saison. Im Mittelpunkt stehen dieser Tage aber vor allem die Debatten um Timo Werner und Konrad Laimer.

Für einen kurzen Moment gab Domenico Tedesco den Ahnungslosen. "Wir wissen nicht genau, wo wir sind", sagte der Trainer von RB Leipzig auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Supercup gegen den FC Bayern München (Anstoß: Samstag, 20:30 Uhr). In dieser Phase, während der Vorbereitung auf eine neue Saison und vor dem ersten Pflichtspiel, mag eine solche Aussage allerdings nicht überraschend erscheinen - welchem Trainer, welchem Verein ergeht es anders? "Wir haben gut trainiert, intensiv trainiert, hatten eine gute Belastung, haben gut gearbeitet im Rahmen dessen, was möglich war mit unterschiedlichen Startpunkten" - so viel konnte Tedesco der Öffentlichkeit verraten.

Supercup als erste Standortbestimmung

Unterschiedliche Startpunkte? Damit meinte Tedesco, dass die Nationalspieler des Vereins, die zum Beispiel für die Nations League abgestellt wurden, erst peu à peu zur Vorbereitung hinzustießen. Eine Herausforderung, auch ohne Sommer-WM. Drei solcher "Startpunkte" habe es gegeben, verriet der Coach. Ansonsten hatte Leipzig zwei Testspiele absolviert: Dem 3:1-Sieg gegen den FC Southamption im österreichischen Wolfsberg folgte bekanntlich die 0:5-Klatsche gegen den FC Liverpool.

Allzu viele Lehren aber sollte man daraus sicher nicht ziehen, das weiß auch Tedesco: "Wo wir stehen, sehen wir bald", sagte er mit Blick auf das Bayern-Spiel, die erste richtige Nagelprobe, die sicherlich nicht den allergrößten sportlichen Stellenwert hat, die allerdings aufgrund der Tatsache, dass nach den ganzen Testläufen der letzten Wochen erstmals das blanke Ergebnis im Vordergrund stehen wird, als erste wichtige Standortbestimmung zu betrachten ist. Tedesco: "Alles, was es zu gewinnen gibt, wollen wir gewinnen."

Tedesco zurückhaltend über Werner und Laimer

Im Mittelpunkt der Debatten stehen bei RB dieser Tage natürlich die Personalien. Kommt Timo Werner zurück? Geht Konrad Laimer zu den Bayern? Ungeklärte Fragen, die auch Domenico Tedesco am Donnerstag noch nicht näher beantworten wollte oder konnte. Vielleicht auch deshalb weiß er noch nicht ganz, wo seine Mannschaft eigentlich steht, weil wichtige Positionen im Kader noch nicht zu 100 Prozent feststehen.

"Timo Werner ist nicht mein Spieler. Er ist ein Spieler vom FC Chelsea. Ich habe eine ganz klare Meinung: mich nicht zu äußern über Spieler, die nicht uns gehören", sagte er über den ehemaligen RB-Stürmerstar, der vor zwei Jahren die Messestadt in Richtung Stamford Bridge verließ, sich nun aber Medienberichten zufolge dort unwohl fühlen soll. Allerdings scheint RB in puncto Transfer namhafte Konkurrenz zu haben, wen wundert es? Auch bei Real Madrid, Newcastle United und Juventus Turin soll Werner auf der Wunschliste stehen.

Was passiert mit Laimer?

Auch hinsichtlich eines möglichen Wechsels von Konrad Laimer zum FC Bayern ist noch keine Entscheidung gefallen. Seit Wochen wird um den Mittelfeldspieler gepokert, allerdings scheint die Sache etwas ins Stocken geraten zu sein - was gut für RB sein könnte, will man mit einem weiteren Top-Spieler in die neue Saison ziehen und ein gehöriges Wort um die Meisterschaft mitreden. "Je länger sich das zieht, umso schwerer wird es sein, das dann auch zu machen", sagte Tedesco. Die Zeit spricht also für die Leipziger. Fraglich ist natürlich, ob der wechselwillige Laimer, sollte der Transfer tatsächlich noch platzen, sich dann voll für die Leipziger engagieren würde. Etwaigen Bedenken trat Tedesco auf der PK entgegen: "Konny ist voll fokussiert, er ist ein starker Charakter mit der richtigen Mentalität."

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann erklärte vor dem Duell: "Grundsätzlich ist immer das entscheidende, was will ein Spieler. Wir haben schon noch die gesunden Verhältnisse, dass immer erstmal ein Spieler einen Wunsch äußert, wo er hingehen möchte - und nicht anders herum." Und weiter: "Es ist ja nicht so, als wenn Bayern München überall anruft und sagt, egal, was der Spieler will, der kommt jetzt zu uns. Es geht ja auch um den Wunsch eines Menschen."

Gvardiol, Lookman und Sörloth fehlen

Ansonsten steht fest, dass mehrere Spieler den Leipzigern gegen den Rekordmeister aufgrund von Verletzungen fehlen werden. Innenverteidiger Joško Gvardiol muss sich nach einer Oberschenkel-Operation noch immer zurückhalten. Der Kroate, der den "Bullen" seit acht Wochen fehlt, stieg zwar teilweise schon wieder ins Mannschaftstraining ein, doch benötigt noch etwas Zeit. Er habe noch keine Zweikämpfe führen sollen, sagte Tedesco, jedoch könne das "nächste Woche schon anders ausschauen". Es geht also aufwärts bei Gvardiol, wenn auch buchstäblich in kleinen Schritten. Ebenso wird Ademola Lookman, der mit muskulären Problemen nur individuell trainieren kann, im Supercup gegen die Bayern nicht zur Verfügung stehen. Auch Stürmer Alexander Sörloth wird nach einem Schlag auf den Fuß ausfallen. Yussuf Poulsen laboriert weiter an einer Muskelverletzung.

Ein weiteres wichtiges Thema dieses Spiels ist natürlich die Neuaufstellung des FC Bayern ohne Robert Lewandowski, dafür mit Sadio Mané, möglicherweise als Sturmspitze, vielleicht aber auch neben Serge Gnabry auf einer Art Doppel-Neun. Zumindest in der Grundordnung ist bei den Bayern ohne ihren Ex-Dauertorjäger nun mehr Flexibilität möglich, allerdings war Lewandowski selbst ja auch mehr als ein reiner Abschluss-Spieler. "Die Flexibilität hatten sie auch mit Lewandowski", sagte Tedesco und ergänzte mit Blick auf die neue Saison: "Natürlich ist das jetzt eine andere Geschichte. Lewandowski wird ihnen fehlen. Aber sie haben sich extrem verstärkt. Der Kader ist in Summe stärker als letztes Jahr."

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mze

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Juli 2022 | 19:30 Uhr

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