Fußball | WM WM-Blog Teil 1: Mit dem Lada von Leipzig nach Russland

MDR-Sportreporter Ingo Hahne fährt mit einem alten Lada durch das WM-Gastgeberland und berichtet von den Dingen rund um die Fußball-WM. In Teil eins unseres Blogs geht es um die Reise nach Russland.

Am 5. Juni startet die große Reise von Ingo Hahne in Leipzig. Mit einem weißen Lada 1200s macht sich der Sportreporter auf den Weg nach Russland. Das erste Ziel ist die russische Hauptstadt Moskau, in der am 14. Juni mit dem Spiel des Gastgebers gegen Saudi-Arabien die Weltmeisterschaft eröffnet wird. Dafür muss er in mehreren Etappen 2.137 Kilometer in seinem 35 Jahre alten Gefährt zurücklegen.

Ingo Hahne macht ein Selfie. Im Hintergrund steht der Lada in einem Feld.
Ingo Hahne mit seinem Lada bei der Ankunft in Wielbark.  Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

Licht an, Batterie leer

Das erste Teilstück führt ihn über 650 Kilometer und zehneinhalb Stunden ins polnische Wielbark. Dort weilte schon Napoleon auf seinem Feldzug Richtung Russland Anfang des 19. Jahrhunderts.

Während der französische Kaiser seine Reise ohne Probleme fortsetzen konnte, streikt bei Ingo Hahne die Technik. Zurückzuführen auf eigene Schusseligkeit: Das Licht nicht ausgemacht und schon ist die Batterie leer. Zum Glück gibt es freundliche Bewohner, die den Lada wieder ins Rollen bringen. Das Szenario - ein deutscher Fußballreporter wird in einem russischen Auto von einem Polen abgeschleppt - wird ihm aber noch ein bisschen im Hinterkopf bleiben.

Nach einer Panne muss der Lada von einem polnischen Anwohner abgeschleppt werden.
Abgeschleppt auf dem Fußballplatz. Nicht der ungewöhnliche Parkplatz sorgte für die Panne, sondern ein "Bedienfehler". Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

Noch zwei Kontrollen bis Russland

Auf der Weiterfahrt Richtung Kaliningrad dann der nächste ungewollte Stop. Kurz vor der polnisch-russischen Grenze wird der Lada von polnischen Grenzschützern angehalten. Es folgt eine ausgiebige Kontrolle von Personen- und Fahrzeugdaten. Da Interpol nichts ausspuckt, geht die Fahrt weiter.

Polizisten kontrollieren den Lada auf einem Waldweg.
Polizisten kontrollieren den Lada auf einem Waldweg. Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

Aber nicht lange. Denn es kommt der Grenzübergang. Dort heißt es dann drei Stunden warten, bis nach zahlreichen Checks und viel Papierkram die Einreise genehmigt wird. In Kaliningrad angekommen, scheint die Sonne - eine Belohnung für etwas mehr als zwei Tage Reisestrapazen.

An der Grenze zu Russland kommt es wegen der Kontrollen zu Wartezeiten.
An der Grenze zu Russland kommt es wegen der Kontrollen zu Wartezeiten. Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

Es ist nicht alles Gras, das grünt

Nach der Ankunft wird zunächst Russlands westliche Großstadt zu Fuß erkundet. Die Arena von Kaliningrad, in der unter anderem die Kicker aus England, Spanien und Kroatien auflaufen werden, ist fertig. Davor gibt es noch an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf. Wenn kein Rasen mehr zur Verfügung steht, wird eben grüne Farbe auf die Erde gesprüht. Sieht komisch aus - ist es auch.

Dann noch schnell die Fan-ID abgeholt, mit der man Visa-frei durch das Gastgeberland und Weißrussland reisen kann. Sollte der Lada mal mit mehr als nur einer leeren Batterie stehen bleiben, wären mit der Fan-ID auch kostenlose Zugfahrten zwischen den WM-Spielorten möglich.

Vor der Weiterfahrt gibt es noch ein Treffen mit Leonid Tkatschenko. Der Trainer stand bei 288 Spiele von Baltika Kaliningrad am Spielfeldrand. Allerlei Geschichten hat er dabei erlebt. Auswärtsspiele in Wladiwostok etwa. 10.300 Kilometer entfernt. Mit zwölfstündiger Anreise. Da kann es nur eine Belohnung geben: Auswärtssieg!

Ingo Hahne (re.) im Gespräch mit Trainer Leonid Tkatschenko.
Ingo Hahne (re.) im Gespräch mit Trainer Leonid Tkatschenko. Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

red

Ingo Hahne ist als Reporter bei der WM vor Ort. In unregelmäßigen Abständen berichten wir hier über seine Erlebnisse.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 15. Juni 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 09:24 Uhr

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12 Kommentare

14.06.2018 11:36 Ureinwohner 12

Ingo Hahne ist als Reporter bei der WM vor Ort. In unregelmäßigen Abständen berichten wir hier über seine Erlebnisse. Danke GEZ!!

13.06.2018 23:33 alter Fan 11

wenn´s denn noch ein Lada Niva gewesen wäre - tschick fährt zur WM - ansonsten absolut tolle Aktion - wünsch dem Ingo dabei alles Gute .

13.06.2018 23:26 Der alleswissende Besserwisser 10

Wo hat dieser Bericht den Nachrichtenwert, dass einige Kommentatoren so schwärmen? Scheinbar habe ich etwas überlesen!

Wichtiger wäre in diesem Zusammenhang, wie viel Gebührengelder für eine halb private Reise hier verschwendet werden...!

13.06.2018 14:50 Jens 9

Da wird er sicherlich einiges erleben. Mal sehen, wie weit er mit dem Schulrussisch kommt. Und wenn er durch die Dörfer fährt sieht er noch das tiefste Russland. Viel Spaß dem Reporter.

13.06.2018 11:54 Sr.Raul 8

Gute Fuhre und gelungene Berichte!
@04 (master of demona), musste keene Sorje ham, der LADA wird das Dingen ganz souverän wuppen. Habe nach der Kehre 2 "Samara" in der Sportversion "Optima" und Euro-Variante "Polar" a 7-8 Jahre gefahren und nie gravierende Probleme gehabt.

13.06.2018 11:50 M:S: 7

Danke für diesen Beitrag, davon gerne mehr.

13.06.2018 09:28 Rennsteiger 6

Der Beitrag macht Hoffnung auf eine vergnügliche, entspannte Berichterstattung über einiges, was da so am Rande der WM und bei den Gastgebern geschieht.

13.06.2018 07:48 Schappio5 5

Guter Beitrag, bitte mehr davon!

13.06.2018 07:33 master of demona 4

Freue mich auf weitere Berichte. Klasse Idee.
Und drücke die Daumen, das der Lada durchhält!

12.06.2018 23:49 Alexey Shabunin 3

"Wenn kein Rasen mehr zur Verfügung steht, wird eben grüne Farbe auf die Erde gesprüht. Sieht komisch aus - ist es auch".

Es gibt aber einen Sprührasen. Und der wird eben selbst in Kaliningrad verwendet. Keine Farbe also.