Logo 1. FC Lok Leipzig
Bildrechte: Verein

Fußball | Regionalliga Der MDR fragt, Lok Leipzig schweigt

Mehrfach hat der MDR die Vereinsführung von Lok Leipzig im Vorfeld seiner Berichterstattung vom 3. November 2018 in der Sendung "Sport im Osten" um die Beantwortung brisanter Fragen gebeten. Diese waren im Rahmen von Recherchen zur finanziellen Situation des Vereins aufgetaucht. Weder im Juni noch im Oktober gab es von Lok bislang Antworten.

Logo 1. FC Lok Leipzig
Bildrechte: Verein

Die schriftliche Beantwortung der MDR-Fragen wurde von Lok ebenso mehrfach abgelehnt, wie ein Interview. Stattdessen wurde zuletzt auf die kommende Mitgliederversammlung vom 23. November 2018 verwiesen. Dort wolle man die Mitglieder informieren. Zitat-Lok vom 26. Oktober 2018: "Darüber hinaus sind keine weiteren Stellungnahmen geplant und auch nicht erforderlich."

Angebote zur Stellungnahme

Einen Tag zuvor hakte der MDR ein weiteres Mal bei Lok nach: "…wir beabsichtigen an diesem Wochenende umfänglich zu den vorgetragenen Themenkomplexen zu berichten. Wir würden dies sehr gern mit ihrer Unterstützung tun. Wir wollen ihnen ausdrücklich Gelegenheit geben, zu den einzelnen Sachverhalten Stellung zu nehmen."

Auch diese erneute Chance, die Lok-Positionen zu den einzelnen Themenkomplexen in der geplanten Veröffentlichung des MDR darzustellen, hat der Verein nicht genutzt. Insofern hatte Lok Leipzig, entgegen der Pressemitteilung des Vereins vom 3. November 2018, sogar gleich mehrfach die Gelegenheit, sich zu den aufgeworfenen Fragestellungen zu äußern.

Hintergrundgespräch vertagt

Lok Leipzig bot stattdessen der Redaktion am 26. Oktober 2018 per Mail ein Hintergrundgespräch an. Zitat-Lok: "Ich möchte Sie im Vorfeld darauf hinweisen, dass es sich beim Hintergrundgespräch nicht um ein Interview oder Ähnliches handelt. Vielmehr geht es uns um ein unverbindliches Treffen."

Dieses avisierte Hintergrundgespräch hat bislang noch nicht stattgefunden. Es wurde jeweils aus Termingründen einmal von Lok, einmal vom MDR abgesagt.

Fakt ist: Bis zum heutigen Tag hat Lok Leipzig die Fragen des MDR nicht beantwortet. Und will sie auch nicht beantworten. Die Redaktion bleibt natürlich nach wie vor an einer Beantwortung interessiert.

Am 23. November 2018 wollen die Verantwortlichen von Lok den Mitgliedern Rechenschaft ablegen. Ob der MDR wenigstens von der Mitgliederversammlung berichten darf, steht in den Sternen.  Das entscheidet das Votum der Mitglieder. Tagesordnungspunkt 1 lautet: Diskussion und Beschlussfassung über die Anwesenheit von Medien.

Zum Nachlesen die Fragen des MDR an die Verantwortlichen von Lok Leipzig:

  • Gab es eine Kontenpfändung durch das Finanzamt Leipzig innerhalb der vergangenen sechs Wochen?
  • Ist es richtig, dass dabei rund 80.000 Euro gepfändet wurden? Warum?
  • Ist es richtig, dass das Gelder waren, die überwiegend vom Hauptsponsor ETL zur Finanzierung der kommenden Saison aufgewandt werden sollten?
  • Wurde ETL über die Pfändung dieser Summe durch den Verein unterrichtet?

  • Ist es richtig, dass Lok Leipzig dem Parkhotel Brandis in den Jahren 2015/16 rund 200.000 Euro an Hotelrechnungen schuldig geblieben ist? Warum?
  • Ist inzwischen ein Teilbetrag des Geldes an das Hotel bzw. den Insolvenzverwalter bezahlt worden?
  • Hat das Parkhotel bzw. dessen Inhaber Herr Krause in den Jahren den Verein gesponsert?
  • Wenn ja, mit welchen Summen?

  • Wie hoch ist der Gesamtstand der Verbindlichkeiten von Verein sowie Spielbetriebs GmbH
  • zum heutigen Tage?
  • Zum 1. Juli 2018
  • Zum 1. Juli 2017
  • Zum 1. Juli 2016
  • Zum 1. Juli 2015 


  • Wie hoch beziffern Sie die voraussichtlichen Kosten, die sich für den Verein aus der Kündigung des Managers Ziegenbalg ergeben könnten?
  • Wurden hierfür Rückstellungen gebildet? 
  • Wurde ein Vergleich geschlossen? 
  • Wenn ja: Wurde eine Vergleichssumme an Herrn Ziegenbalg ausbezahlt? Wenn ja über welche Summe?


  • Gibt es oder gab es einen Rechtsstreit mit dem Unternehmen Contact & Sports?
  • Wenn ja: Worum geht / ging es in diesem Streit?
  • Gibt es in diesem Streit eine Einigung zwischen den möglicherweise streitenden Parteien?
  • Wie sieht diese aus?

  • Sind die eingesammelten Gelder der Fans und Sponsoren für die Renovierung der Familientribüne tatsächlich in voller Höhe in deren Sanierung geflossen?
  • Wie wurden diese Gelder konkret eingesetzt?
  • Wie stehen Sie zu dem Vorwurf der von Herrn Ziegenbalgs Anwalt erhobenen  „problematischen Vermögensübertragungen“ zwischen GmbH und Verein?
  • Hat der Verein in diesem Jahr der GmbH Geld für Miete und / oder Nebenkosten gestundet?
  • Wenn ja, welche Beträge über welchen Zeitraum?
  • Wem gehören die Spieler der ersten Herren-Mannschaft? Verein oder Spielbetriebs GmbH?
  • Wurden Spenden an den Verein an die GmbH weitergereicht und sind dabei die steuerlichen Aspekte wie etwa der Zahlung von Umsatzsteuer Rechnung getragen worden?
  • Haben Sie Kenntnis davon, dass Lok Leipzig ein Verlust der Gemeinnützigkeit droht, etwa angesprochen von den Finanzbehörden in Leipzig?

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. November 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2018, 18:50 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

106 Kommentare

07.11.2018 18:48 Kein 106

Toll MDR!
Immer schön den ungeliebten Vereinen Schaden zufügen, ohne Prüfung einfach irgendwelche Behauptungen reflektieren.
Und Danke für das Nichtveröffentlichen bereits getätigter Kommentare.
So sieht also eure Welt der Wahrheit aus...

07.11.2018 18:32 Voice 105

@103

Falsches wird nicht richtiger, nur weil man es immer wieder behauptet.

Bitte erörtern Sie mir noch, welchen Sinn es haben soll, den VfB Leipzig als Verein im Vereinsregister eingetragen zu haben, wenn es weder einen Spielbetrieb gibt, noch sonstige Aktivitäten?

Was ist das Vereinsanliegen?

Klingt wie hirntot an der Herz-Lungenmaschine.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

07.11.2018 16:08 Fußballfreund 104

@Voice (#103)

Ich kann leider nichts dafür, dass Sie sich mit der Handhabung des Vereinsregisters nicht auskennen. Mehr als den Hinweis mit der VR-Nummer des VfB und dass der Verein im Register gelistet ist, kann ich nicht geben. Alles andere ist jetzt auch Off-Topic.

Und ich hoffe, der MDR berichtet auch dann angemessen, wenn der 1. FC Lok nicht mehr im angeblichen "Schuldensumpf" steckt. Spätestens Ende November, wenn die reguläre FCL-Mitgliederversammlung stattfindet, sollte dann auch der Sender endlich mit aktuelle Zahlen hantieren und nicht mit Zahlen aus dem Frühjahr, um irgendwelche Zustände zu konstruieren.

07.11.2018 14:57 Voice 103

@99 FALSCH!!!

Der VfB war im Vereinsregister.
Löschung 2004.
Warum sollte er auch noch drin stehen, wenn kein Spielbetrieb statt findet?
Was sind denn dann Sinn und Zweck bzw. Vereinsanliegen? Können Sie das erklären?

Ah..., ich vermute, dass die Traditionskette nicht reißt. Ist sie aber schon. Und nicht nur einmal.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

07.11.2018 11:23 salziger 102

Alles heiße Luft und unnütze Panikmache des "Heimatsenders von RB"
Jede Wette das sich diese Behauptungen des MDR genauso in Luft auflösen wird wie die Behauptung vor etwa 2 Wochen. dass Fans von Lok Leipzig in Berlin "Sieg Heil" gerufen haben sollen. Und das, obwohl der MDR zusammen mit den Verantwortlichen des 1.FC Lok das Videomaterial gesichtet haben und festgestellt wurde, dass es sich um Fangesänge gehandelt hat, wo gesungen wurde "der FCL wird niemals untergehen - NIEMALS". Trotzdem bringt der MDR eine Meldung auf Ihrer Homepage darüber. Der Schatten bleibt trotzdem bestehen. Wahrscheinlich nur aus dem Grund dem FCL zu schaden. Genauso wird es bei diesen ungeheuerlichen Vorwürfen geschehen. Eine Richtigstellung wird es von Seiten des MDR nicht geben, wenn am 23.11. zur MV die Lage ins rechte Licht gerückt wird, da bin ich mir sicher. Das einzige was man Lok vorwerfen kann, dass man so eine zwielichtige Figur wie den Ziegenbalg ins Boot geholt hat.

07.11.2018 11:03 Sr.Raul 101

Natürlich ist es legitim solche Fragen zu stellen, @95 (OstBürger). Aber genau so legitim ist es diese nicht zu beantworten, da absolute Internas einer Privatperson, Unternehmens oder hier Verein. Ich hätte es gemacht, wie unter @53 beschrieben und gut wär es vorerst gewesen. Da haben erst einmal die Mitglieder ein Vorrecht auf Info und dann kommt die Öffentlichkeit, wenn der Verein es als notwendig erachtet. Es gibt kein Recht auf alles Wissen zu müssen, auch so eine Fehlinterpretation von Demokratie. Nach der MV/JHV muss/wird man sich eh äußern.

07.11.2018 10:57 Unparteiische 100

Einen ähnlich ausführlichen Fragekatalog hätte ich mir bei der Gründung und dem "Emporkommen" von RB damals gewünscht, aber da hatte man seitens des MDR nur eine rot-weiße Brille auf (vielleicht gab es die ja mit einigen Scheinchen gratis dazu).......Lieber MDR, ihr werdet von Jahr zu Jahr schlimmer. Traurig, dass man dafür GEZ bezahlen muss. Für euch zählt nur noch Sensationsgeilheit (hauptsache ihr berichtet als erste). Wo bleibt eigentlich eine Entschuldigung bzw Stellungnahme zu den Vorwürfen der Nazirufe in Altglienicke...Ach stimmt braucht man ja nicht - stand ja ganz unten, dass sich versehentlich jemand verhört hat!!!!
Ihr solltet mal überlegen, ob solche Vorwürfe Vereine nicht auch schaden können bzgl Sponsorensuche etc.
Ich habe letztens im Radio gehört, dass ein RB-Verantwortlicher Fahrerflucht begangen haben soll. Komisch, dass euren super "Ermittlern" diese Nachricht durch die Lappen gegangen ist. Diese Nachricht hätte bestimmt viele Leser bekommen!

07.11.2018 10:52 Fußballfreund 99

@Voice (#94, #85)

Ja, ich unterstelle Ihnen Unwissenheit. Der VfB Leipzig ist im VR des AG Leipzig gelistet. Unter der Nummer VR 201. Und falls Fragen aufkommen: Es gibt keinen Spielbetrieb. Und es stimmt auch nicht, dass die Gläubigerversammlung den Verein im Jahr 2004 aufgelöst hat.

"@ 80 Fußballfreund
Und Sie unterstellen mir keine Ahnung von der Materie???"
Ja, dabei bleibe ich.

Und was die Bezweifler der Historie des VfB/Lok Leipzig betrifft. Ja, es sind rechtlich gesehen zwei Vereine, die sich aber auf eine Traditionslinie beziehen. Wenn quasi alles identisch bleibt (Stadiongelände, Mannschaften, Zuschauer, Spieler, Funktionäre), aber aufgrund gesellschaftlicher Umstände unter wechselnde Vereinsnamen gespielt wird, dann vererbt sich eben Tradition. Denn genau das macht Tradition aus, auch wenn es manche Sportfreunde - besonders in den MDR-Kommentarspalten - nicht wahrhaben wollen.

Viele Grüße aus der blau-gelben bzw. blau-weißen Messestadt!! :)

07.11.2018 09:47 Chili Palmer 98

@Voice (#85): Ok, du willst dich auf die klassische Herleitung von Tradition im Fußball offenbar nicht einlassen - ist in den heutigen Zeiten auch dein gutes Recht. Ich würde mich deinen Darlegungen sogar anschließen, wenn du dann so konsequent bist, den Rasenballsportkram zusammenpackst und nach Oberösterreich verziehst und dort was weiß ich wie viele Ritualjubiläen feierst...

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

07.11.2018 06:43 Sr.Raul 97

Ganz normales Ding, @75 (Voice). Ich würde es jedoch als TOP 3 auf die Liste nehmen, wegen der vorher festzustellenden Beschlussfähigkeit und Bestätigung der TO. Wäre ja blöd, wenn bereits Ersteres nicht gegeben ist.