Fußball | Regionalliga Nordost Nächstes Remis: Lok Leipzig kassiert Last-Minute-Ausgleich gegen Rathenow

7. Spieltag

Der 1. FC Lok Leipzig ist erneut nicht über ein Remis hinausgekommen. Gegen den FSV Optik Rathenow drehte die Mannschaft von Almedin Civa zunächst einen Rückstand und sah lange wie der sichere Sieger aus. Ein Patzer in der Schlussphase besiegelte schließlich den 2:2 (1:0)-Endstand.

Lok-Trainer Almedin Civa vertraute weitestgehend auf die identische Startformation, die am vergangenen Wochenende einen Punkt gegen den Chemnitzer FC holte. Einzig Gabriel Boakye rückte für Sascha Pfeffer ins Team. Während Neuzugang Luca Sirch die Reise nach Rathenow nicht mit antrat, nahm Loks zweite Neuverpflichtung Edvardas Lucenka zunächst auf der Bank Platz.

Lok dominiert – Rathenow trifft

Im Stadion Vogelgesang nahmen die Leipziger ab der ersten Minute das Heft des Handelns in die Hand. Djamal Ziane setzte in der 6. Minute mit einem Flugkopfball die erste Duftmarke. Rathenow war vor allem in der Defensiv beschäftigt, Keeper Lucas Hiemann parierte einen Distanzhammer von Robert Berger aber klasse (13.). Doch nach einer knappen Viertelstunde gingen die Gastgeber mit ihrer ersten Chance überraschend in Führung. Jonathan Muiomo setzte sich mit etwas Glück im linken Strafraum gegen Berger durch und schoß die Kugel ins rechte Eck – Lok-Keeper Jannes Tasche streckte sich vergeblich (17.).

Optik Rathenow - Lok Leipzig 1:0
Optik Rathenow bejubelt die Führung durch Jonathan Miuomo. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Chancenwucher bei Lok

Die Probstheidaer reagierten mit wütenden Gegenangriffen und erzielten kurz darauf fast den Ausgleich. Boakyes Schuss aus spitzem Winkel klatschte aber an den Pfosten (19.). In der Folge entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten. Kurz vor der Pause musste Civa bereits reagieren, nachdem sich Mehmedovic im Zweikampf verletzte. Für ihn kam Pfeffer in die Partie (38.). Kurz vor der Pause hatten Maik Salewksi und Leon Heynke die große Chance zum Ausgleich, scheiterten mit ihren Abschlüssen aber am glänzend parierenden Hiemann (45.+1.)

Ziane und Pfeffer drehen die Partie

Beide Teams kamen unverändert aus der Pause. Glodi Zingu setzte nach 50. Minuten mit einem Schuss aus der Drehung das nächste Ausrufezeichen. Aber auch die Gäste kamen mit ordentlich Tempo aus der Kabine und belohnten sich nach einer knappen Stunde mit dem Ausgleich. Berger flankte den Ball halbhoch in den Sechzehner, dort setzte sich Ziane klasse gegen seinen Gegenspieler durch und köpfte aus kurzer Distanz ein (59.). Keine sieben Minuten später brandete erneut blau-gelber Jubel auf: Nach einem Eckball landete das Spielgerät am ersten Pfosten bei Pfeffer, der keine Mühe hatte einzunicken (66.) – das Spiel  stand Kopf.

Leipzigs Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:2
Sieben Minuten benötigten Ziane, Pfeffer und Co., um das Spiel zu drehen. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Tasche patzt kurz vor Schluss

Die Optiker reagierten mit wütenden Gegenangriffen – Ingo Kahlisch mit allerhand verbaler Frustbewältigung, sodass der FSV-Coach in der 75. Minute mit Gelb-Rot auf die Tribüne verwiesen wurde. In der Schlussphase entwickelte sich eine zähe Angelegenheit. Ein Spielfluss war kaum noch drin, vielmehr dominierten Fouls und Unterbrechungen die Partie. Kurz vor Schluss unterlief Tasche dann ein grober Patzer, als er den Ball im rechten Strafraum nicht festhalten konnte. Zingu legte quer und der eingewechselte Lucas Will schob am zweiten Pfosten ohne Mühe ein. Enttäuschte Gesichter bei Lok, grenzenloser Jubel bei den Optikern.

Stimmen zum Spiel:

Sascha Pfeffer (Spieler Leipzig): "Ich bin nicht der Typ, der öffentlich jemand anprangert. Entweder gewinnen oder verlieren wir als Team. Es war ein extrem schwieriges Spiel. Wir haben gut angefangen, liegen dann aber 0:1 hinten und schaffen es, das Spiel zu drehen. Hinten raus ist es extrem bitter. Man sieht trotzdem eine Entwicklung. Wir haben viele junge Spieler, die in der Liga neu sind. Am Sonntag haben wir schon das nächste Highlight-Spiel vor der Brust. Bis dahin müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und von null anfangen."   

Djamal Ziane (Spieler Leipzig): "Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns. Wir wussten, dass es schwer wird. Ich kann auch dieses Profi-Gelabber nicht mehr hören. Das ist dummes Gequatsche. Die gehen arbeiten und wir sind Profis – so ein Schwachsinn. Bei uns geht genauso ein Teil arbeiten oder studiert. Wir kriegen einen Schuss aufs Tor, zurzeit ist einfach jeder Ball drin. Wir stellen uns dumm an und spielen auch schlecht. Trotzdem schaffen wir es, das Spiel umzubiegen. Es tut umso mehr weh, dass es solch ein Bock in der letzten Minute war. Wir hatten vorne aber genügend Dinger, um es vorzeitig klar zu machen. Scheinbar sind wir noch nicht erfahren und abgerotzt genug. Da fehlen mir ein bisschen die Worte." 


Ingo Kahlisch (Trainer Rathenow): "Wenn man Zuhause gegen Lok Leipzig 2:2 spielt, ist das Ergebnis schon ok. Über den Schiedsrichter will ich mich jetzt nicht groß äußern. Es ist eine absolute Katastrophe, wie wir heute hier benachteiligt wurden. Die Arroganz, wie man immer wieder mit seiner eigenen Schwäche auftritt, kotzt mich an. Jede 50:50-Situation wurde gegen uns entschieden. Dass wir im Endeffekt doch noch ein Tor machen, freut uns."

Videos aus der Regionalliga

Pressekonferenz des Chemnitzer FC
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Sehen Sie hier die Pressekonferenz von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC zum Insolvenzplan. Mit dabei waren Vorstandschefin Romy Polster und der Insolvenzanwalt Oliver Junghaenel.

Mo 26.10.2020 18:03Uhr 30:19 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-insolvenzplan-chemnitzer-fc-pressekonferenz-romy-polster-oliver-junghaenel-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 24. September 2020 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

Chilli Palmer vor 4 Wochen

Marco ( User "LOK" ) hat wie immer den Nagel auf den Kopf getroffen. Außer Rathenow war das bisher eine TOPsaison von unserer Loksche. Aufwand und Ertrag sind stimmig und wir werden AUF JEDEN FALL aufsteigen.

Chili Palmer vor 4 Wochen

Einspruch! Das einzige, was etwas wie Zeit-von-der-Uhr-nehmen aussah, war eure Eckenorgie zur Nachspielzeit in der Optikkurve.
Zu unserer 13: Ich kenne Djamal. So wie du dich einfach nur diebisch über den Punkt und insbesondere das Zustandekommen gefreut hast, hat es ihn in gleichem Maße genervt. Ordne es ein und gut.

HVL-RN vor 4 Wochen

Ich habs gesehen und bin geneigt, diesem Jammerlappen mal meine Tempo-box zu reichen! Da muss sich der arme Kerl auf eine Busfahrt begeben und dann noch Fussball spielen - was für eine Strapaze!! Zum Glück ist der nur in Liga 4 angesiedelt, bei einem Aufstieg in die 3.BL (den ich übrigens sehr gegönnt habe!) hätte er womöglich einen "Reisekoller" bekommen. Mannomann, da kommt einem echt die Galle hoch! Der sollte sich mal ein Beispiel an einem Zimmermann aus Auerbach nehmen, der zu uns im eigenen PKW (!) alleine dem Mannschaftsbus hinterhergereist ist, und das ist noch ´ne ganze Ecke weiter. Respekt! Bei allem Respekt, dieses Statement von Ziane ist an Peinlichkeit kaum zu toppen. Permanent den Tränen nahe wie eine verwöhnte Kackbratze, die seinen Willen nicht bekommt, weil er nach dieser "endlosen Busfahrt" nicht wie geplant Taubenschiessen veranstalten konnte . Stattdessen in der Nachspielzeit verdient den Ausgleich kassiert (Zeitschinden geht manchmal auch nach hinten los!)