Fußball | Regionalliga Erleichterung und Bedauern nach Abbruch der Regionalliga-Saison

Nach dem einstimmigen Beschluss zum Abbruch der Saison in der Regionalliga Nordost herrscht Klarheit für die Vereine. Trainiert wird aber wegen des Landespokals weiter. Und bei Viktoria Berlin sucht man noch ein Stadion.

Nach zwei Stunden war am Mittwochabend klar: Die Regionalliga Nordost wird die Saison nicht fortsetzen. Am Ende votierten alle 20 Vereine für einen Abbruch. Für die mitteldeutschen Vereine war es eine logische Entscheidung, die auch aus finanziellen Gründen getroffen wurde.

Chemnitzer FC froh über Entscheidung

Romy Polster, Geschäftsführerin des Chemnitzer FC, ist froh, dass endlich eine Entscheidung getroffen wurde, obwohl: "Da schlagen zwei Herzen in unserer Brust. Die Spieler wollen ihren Job ausüben. Aber wenn es die Pandemie nicht zulässt, sind Entscheidungen notwendig, um die Perspektiven aufzuzeigen. Das ist sonst zermürbend, für alle. Man sollte auch wirtschaftlich denken, wir nutzen die Situation dahingehend, dass wir wenigstens Geld sparen."

Romy Polster (Chemnitzer FC) 1 min
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Do 25.03.2021 13:30Uhr 01:18 min

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Chemie Leipzig hätte gern gespielt

Bei der BSG Chemie Leipzig hätte man gern weitergespielt. Präsident Frank Kühne verweist auch auf die Einbußen, die man wegen der ausfallenden Spiele macht. Aber: "Wenn das die Mehrheit will, stehen wir dem nicht im Wege." Für Auerbachs Manager Volkhardt Kramer gab es bei der Entscheidung für den Abbruch "kaum eine andere Möglichkeit". Ein normaler Spielbetrieb konnte nicht fortgesetzt werden. "Durch das Verbot in Berlin gab es keine andere Variante", so Kramer. Die Mannschaft werde mit Blick auf den Landespokal aber reduziert weiter trainieren.

Volkhardt Kramer (VfB Auerbach) 1 min
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Do 25.03.2021 13:04Uhr 00:46 min

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Frank Kühne (BSG Chemie Leipzig) 1 min
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Do 25.03.2021 13:13Uhr 00:47 min

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Der Bischofswerdaer FC wollte auch mit Blick auf Berlin den Abbruch. Auch in der  Auf- und Abstiegsregel habe es ein klares Votum gegeben, sagte Geschäftsstellenleiter Frank Terks. "Alle waren der Meinung, dass es einen Aufsteiger, aber keine Absteiger geben darf."

Frank Terks (Bischofswerdaer FV) 1 min
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Do 25.03.2021 13:06Uhr 01:10 min

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Energie Cottbus vor schwieriger Zukunft

Bei Energie Cottbus wird sich trotz des Abbruchs in der Regionalliga zunächst kaum eine Änderung in den Abläufen geben. Präsident Sebastian Lemke erklärte, dass mit Blick auf den Landespokal "die Jungs im Training bleiben. Die Kurzarbeitsregelung bleibt erhalten. Wir trainieren weiter". Trotz der personellen Einsparungen wird Energie laut Lemke die Saison mit einem Minus abschließen. "Wir hoffen, dass die Miesen nicht zu groß sind. Der Verein hat große Fixkosten, auch wenn wir in Kurzarbeit sind. Stadion, Infrastruktur."

Viktoria Berlin sucht eine Spielstätte

Beim mutmaßlichen Aufsteiger Viktoria Berlin hat man ganz andere Probleme. Für die 3. Liga gibt es noch gar keine taugliche Spielstätte. "Die Stadionsituation ist schwierig. In Berlin hat sich die Situation nicht verbessert. Die einzige Option ist das Mommsenstadion", erklärt Rocco Teichmann. Allerdings gibt es da keine Rasenheizung und die letzte Sanierung ist auch schon einige Jahre her. "Der Jahnsportpark wäre die ideale Spielstätte", so Teichmann: "Der Senat sieht das aber anders." Man sei aber auch wegen Stadien außerhalb von Berlin in Gesprächen. Zunächst mit Brandenburger Vereinen. Priorität habe, am Spielbetrieb der 3. Liga teilnehmen, auch wenn man quasi keine Heimspiele absolvieren wird.

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Do 25.03.2021 15:26Uhr 01:00 min

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Stefan Karau
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Spieler der BSG Chemie Leipzig spielt den Ball in Richtung Tor.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. März 2021 | 19:30 Uhr

8 Kommentare

Chili Palmer vor 29 Wochen

Gut, dann nochmal anders: Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob irgendein Staffelteilnehmer meint, das Solidarprinzip aufgrund vereinsgetriebener Partikularinteressen aufweichen zu wollen. Maßgeblich für das, was dir als Fairness unterkommt, ist das Entscheidungsprinzip und das war bzw. ist meiner bescheidenen Wahrnehmung zufolge die Quotientenregelung.

Eiserner vor 29 Wochen

@Chili Palmer: Der Unterschied zum letzten Jahr ist, dass alle Vereine dem Abbruch und damit auch dem Aufstieg Viktorias zustimmen. Im letzten Jahr balgten sich 3 Vereine um das Relegationsrecht und den Meistertitel. Da wähnten sich alle im Recht und keiner war bereit, da freiwillig zurückzustecken. Insofern finde ich das in dieser Spielzeit schon deutlich konstruktiver und einvernehmlicher. Mit Ursache und Wirkung hat das nicht so viel zu tun. Stress wird es noch mit der Absteigsregelung geben. Im letzten Jahr hat man dann einfach aufgestockt. Im kommenden Jahr ist das nicht möglich weil die Staffel und der Spielplan dann einfach zu groß und nicht händelbar wären. Warten wir mal ab, was die kommenden Wochen da noch bringen.

Cospudener vor 29 Wochen

Wenn es einen Aufsteiger geben soll, dann kann es beim derzeitigen Tabellenstand nur Viktoria Berlin sein. Aber warum die Anwendung der Quotienten-Regelung dieses Mal fairer sein soll, als letzte Saison erschließt sich mir nicht. Es war zwar knapper, aber dafür hatten die Mannschaften deutlich mehr Spiele absolviert. Jetzt sind es gerade mal etwas mehr als ein Viertel. Insofern kann man nicht behaupten, dass es dieses Mal fairer ist. Übrigens jede Mannschaft hat ein Recht aufzusteigen, wenn sie sich sportlich qualifiziert hat, egal ob das Team viele oder wenige Fans hat.