Fußball | Regionalliga Erste Auswärtsniederlage: Chemie Leipzig verliert bei Spitzenreiter BFC Dynamo

10. Spieltag

Chemie Leipzig hat bei Tabellenführer BFC Dynamo 0:2 (0:1) verloren und seine erste Auswärtsniederlage in dieser Regionalliga-Saison kassiert. Die Berliner bauten durch den Sieg die Tabellenführung weiter aus.

BFC Dynamo - Chemie Leipzig 8 min
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Chemie-Trainer Miroslav Jagatic tauschte im Vergleich zur 1:2-Niederlage vor eineinhalb Wochen gegen Überraschungsteam FSV Luckenwalde zweimal: Benjamin Boltze und Tarik Reinhard standen für Paul Horschig und Lucas Surek in der Startformation. BFC-Coach Christian Benbennek brachte dieselbe Erfolgs-Elf wie beim 2:0 im Nachholspiel gegen Germania Halberstadt vor einer Woche, als die Regionalliga regulär pausiert hatte.

BFC startet gut - dann Klump mit dem 1:0

Die Gastgeber aus der Hauptstadt begannen furios: Nach Flanke von Joey Breitfeld stieg Top-Torjäger Christian Beck - neun Tore in neun Spielen - zum Kopfball hoch, Benjamin Bellot im Chemie-Tor musste sofort eingreifen und bewahrte seine Mannschaft mit einer Super-Parade vor dem frühen Rückstand (3.). Andor Bolyki (4.) und wieder Beck (9.) vergaben weitere Kopfball-Gelegenheiten. Das Berliner Motto war klar: Über Flanken auf das ehemalige Magdeburger Kopfball-Ungeheuer wollte man die eng gestaffelte Chemie-Abwehr knacken.

Benjamin Bellot und Christian Beck
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Von den Gästen kam offensiv zunächst wenig, erst gegen Mitte der ersten Halbzeit hatte Florian Kirstein nach Vorlage des schnellen Timo Mauer über die rechte Seite fast eine gute Schuss-Gelegenheit, ein BFC-Verteidiger warf sich entscheidend hinein (25.). Auch in der Defensive wirkten die Gäste nun sicherer, dann aber wurde Linksverteidiger Max-Peter Klump in den Lauf geschickt - Bellot kam raus, Klump war aber eher am Ball und lupfte diesen über den Keeper hinweg zum 1:0 ins Tor (36.). Der Schütze tat sich bei der Aktion noch weh, weil beide Spieler mit Risiko in den Zweikampf gingen, konnte aber weiterspielen.

Chemie spät mit Chancen - Bolyki macht alles klar

Nach dem Seitenwechsel blieb der BFC die dominante Mannschaft, während Chemie zunächst weiter tief stand und auf Konter setzte. Darryl Geurts, Chris Reher und der artistische Bolyki hatten zunächst eine Dreifach-Gelegenheit (48.). Auf der anderen Seite köpfte Innenverteidiger Stefan Karau am langen Pfosten über das Tor, nachdem sich BFC-Keeper Dmitri Stajila bei einer Hereingabe verschätzt hatte (55.).

Man sah deutlich: Der BFC hatte spielerisch mehr Optionen und entsprechend einige Möglichkeiten, das 2:0 nachzulegen - doch verpasste zunächst mehrfach die Vorentscheidung. Bolykis Abschluss konnte Bellot zunächst nicht festhalten, dann hatte er den Ball auf der Torlinie (70.). Eine Minute später war Bellot gegen Beck aus spitzem Winkel zur Stelle.

Zweikampf
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In der Schlussphase kam dann Chemie über den Kampf ins Spiel - und hatte dann doch noch ein paar Riesenchancen zum Ausgleich. Erst haute der eingewechselte Manuel Wajer über das Tor (87.), dann parierte Stajila gegen den ebenfalls ins Spiel gekommenen Tom Müller (89.). In der Nachspielzeit machte dann aber Bolyki für den BFC alles klar, nachdem sich Boltze bei einer Hereingabe von der rechten Seite verschätzt hatte (90.).

Stimme zum Spiel

Miroslav Jagatic (Trainer Chemie Leipzig): "Wir hätten einen Punkt mitnehmen können. Klar hätten sie auch den Sack zumachen können. Wir haben frischen Wind reingebracht, hatten drei, vier Dinger gehabt, dann wäre der Plan aufgegangen."

Videos aus der Regionalliga

Almedin Civa, Trainer FC Lokomotive Leipzig, im Interview.
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Spieler des HFC am Ball, zieht ab und triftt zum Ausgleich.
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Andreas Patz, Trainer FC Carl-Zeiss Jena. im Interview.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. September 2021 | 15:30 Uhr

25 Kommentare

Lok vor 18 Wochen

Die aktuellen Videos im Netz zum Gästeblock der Chemiker in Berlin sprechen doch eine eindeutige Sprache. Ich möchte solche Leute zum Derby nicht im Bruno haben, sonst ist wieder eine ähnliche Schadensbilanz zu erwarten. Ich hoffe, der Verein Lok Leipzig bleibt da in Sachen Gästeausschluss standhaft und lässt sich nicht weichkochen.
Erneut haben die Chemiker auswärts mit ihrem „Auftreten“ dem Ansehen der Stadt Leipzig einen Bärendienst erwiesen. Hoffentlich greift der NOFV da mal durch. Wahrscheinlich genießen sie aber wie immer Kopfstreicheln und Narrenfreiheit seitens des Verbandes.

Sorgloser Brite vor 18 Wochen

Naja leider der normale Fall eingetreten und wir haben verdient verloren. Mit etwas Glück und bisschen mehr Konsequenz wäre sogar ein Punkt möglich gewesen. Wenn ein paar verletzte Spieler wieder mitmachen können, sollten die Siege für Chemie wieder möglich sein. Wird schon bei Chemie mit Punkten gegen den Abstieg!


RoRo Sachse in NRW vor 18 Wochen

Weil sich der Aufwand und die Kosten nach allen beseitigten Schäden nicht lohnt. Siehe letztes Derby mit Zuschauern vor Corona in Probstheida . Damalige Schadensbilanz im Gästeblock durch die immer friedlichen und besonnenen Chemiker: Im fünfstelligen Bereich.