Fußball | Regionalliga Nordost 15-Sekunden-Joker knipst Lok vorne ran

13. Spieltag

Der 1. FC Lok Leipzig hat in der Spitzengruppe vorgelegt. Beim 3:0 in Bischofswerda reichten wenige Geniestreiche, die vor allem Trainer Wolfgang Wolf mit seinen Einwechslungen mitinitiierte. Der Sportchef und Neu-Coach in Personalunion feiert den zweiten Sieg im zweiten Spiel und Lok zieht so punktemäßig mit dem Spitzenduo Hertha BSC II und Altglienicke gleich. Für den letztplatzierten BFV wird es nach der vierten Pleite in Serie im Keller dagegen immer dunkler.

Bischofswerda - Lok Leipzig 3 min
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Frechdachs Steinborn trifft im zweiten Anlauf

Zwar war Lok von Beginn an besser, trotzdem dauerte es, bis die Gäste die nötige Durchschlagskraft am Strafraum herstellen konnten. Dann aber gab es Chance auf Chance. Nach einer Ecke hielt Leipzigs Djamal Ziane seinen Schädel hin, doch Oliver Birnbaum im Tor war noch mit den Fingern dran (24.). Direkt im Anschluss musste der BFV-Keeper bei einem Distanzschuss von Sascha Pfeffer nachgreifen (25.). Der erfahrene Mittelfeldmann war einer der auffälligsten Lok-Akteure und bediente kurz darauf Kollege Matthias Steinborn mit einem Zuckerpass, der Torjäger zielte im Eins-gegen-eins-Duell allerdings zu ungenau (30.).

Dafür machte er es im zweiten Anlauf besser. Steinborn setzte sich im Sprintduell auf der linken Seite durch und legte die Kugel ganz locker und lässig ins rechte Eck – 1:0 (33.). Das war ein ganz frecher Abschluss. Von Bischofswerda kam in dieser Phase nicht mehr viel. Plötzlich überraschte Hannes Graf, als er in Folge eines Stellungsfehlers und großen Durcheinanders in der Lok-Defensive ganz frei aufs Tor schlenzte – Latte (40.).

Wolfs Joker stechen Bischofwerda aus

Direkt nach der Pause wirbelte zunächst noch einmal kurz Leipzigs kongeniales Duo dieses Nachmittags. Aber diesmal traf Steinborn nach flacher Hereingabe von Pfeffer bei nur sieben Metern bis zum Tor den Ball nicht (52.). Sonst verwaltete Lok das Geschehen jedoch eher, die Partie war zusehends vom Kampf im Mittelfeld geprägt, während "Schiebock" vorn einfach die Mittel fehlten. Dann wechselte Lok-Coach Wolfgang Wolf Romario Hajrulla für den mittlerweile müden Pfeffer ein. Der 20-jährige Albaner war handgestoppte 15 Sekunden auf dem Feld, da nickte er die Kugel per Bogenlampe unhaltbar über Birnbaum ins Tor – 2:0 (60.). Ein Blitz-Joker sorgte für die Vorentscheidung.

Für das Schlusslicht blieb die Partie eine Ironie des Schicksals. Denn wieder direkt nach dem Gegentor traf Frank Zille mit einem sehenswerten Kracher aus rund 23 Metern erneut die Latte (66.). Als Dominic Meinel für eine eher harmlose Grätsche auch noch die Gelb-Rote Karte bekam (75.), war die Partie komplett durch. Mit Aykut Soyak schraubte noch ein zweiter Einwechselspieler von Neu-Coach Wolf das Ergebnis in die Höhe, er zirkelte einen Freistoß durch die Mauer zum 3:0-Endstand in die Kiste (88.).

Am kommenden Donnerstag, dem Reformationstag, treffen beide Teams im Sachsenpokal-Achtelfinale bereits in derselben Konstellation erneut aufeinander. Anstoß ist dann 13 Uhr.

Das sagten die Trainer:

Fred Wonneberger (Bischofswerdaer FV): "Über große Teile war das ordentlich von uns. Aber in wichtigen Situationen machen wir entscheidende Fehler, sichern uns nicht gegenseitig ab. Da müssen wir ruhiger sein, etwas mehr Fußball spielen. Unsere Situation ist jedoch auch nicht leicht. Wenn du unten stehst, gehen die Bälle halt an die Latte statt rein."

Wolfgang Wolf (Lok Leipzig): "Das 3:0 hört sich gut an, damit kann ich leben. Allerdings nicht damit, wie wir über weite Strecken gespielt haben, da müssen wir uns noch steigern. Wir haben Klasse-Stürmer, aber die Pässe in die Schnittstellen kommen zu selten."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 26. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Chili Palmer vor 40 Wochen

Ohne Schiebock gegenüber despektierlich zu erscheinen, aber nach diesem Spiel kann man sich auch mal zu Nebensächlichkeiten äußern. Deswegen stelle ich fest: Sehr aparte Sportkleidung des FCL.

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