Fußball | Regionalliga Niederlage gegen Cottbus: Chemie bäumt sich zu spät auf

19. Spieltag

Das Aufbäumen kam zu spät. Chemie Leipzig hat sich gegen Energie Cottbus mit 1:2 die vierte Niederlage in Folge eingefangen. Zwei Nackenschläge Sekunden vor und nach der Pause waren nicht mehr zu kompensieren. Der Anschlusstreffer blieb Ergebniskosmetik

Spielende von Cottbus durch das Netz des Tores fotografiert. 9 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Spielende von Cottbus durch das Netz des Tores fotografiert. 9 min
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Cottbuser Führung mit dem Halbzeitpfiff

Gewöhnungsbedürftige Atmosphäre und ein tiefer Platz: Die Mannschaften brauchten einige Anlaufzeit im Alfred-Kunze-Sportpark, um in den Rhythmus zu kommen. Bei den Chemikern lauerte Stephane Mvibudulu in vorderster Reihe, hinten standen die Gastgeber relativ sicher. Die Cottbuser konnten lange ihr gefürchtetes Angriffsspiel nicht in die Tat umsetzen, nach einer halben Stunde wurden sie dann aber mobiler. Nikos Zografakis mit einem Kopfball, der ihm über den Scheitel rutschte, und ein Gewaltschuss von Jonas Hofmann, sorgten für erste Gefahrenmomente.

Jonas Hildebrandt gegen Stephane Mvibudulu
Duell zwischen dem Cottbuser Jonas Hildebrandt und Chemie-Stürmer Stephane Mvibudulu. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Von den Grün-Weißen kam offensiv herzlich wenig. Ein Kopfball von Florian Kirstein (37.), der das Ziel verfehlte, war die einzige nennenswerte BSG-Chance in Halbzeit eins. Torlos ging es dann aber doch nicht in die Kabinen. Mit der letzten Aktion gelang Cottbus der Führungstreffer. Nach einem Borgmann-Eckball stand Erik Engelhardt völlig frei und köpfte das 1:0. Da sah die Chemie-Abwehr nicht gut aus.

Torjubel bei FC Energie Cottbus.
Torjubel bei den Energie-Spielern. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

Gäste erhöhen Sekunden nach dem Wechsel

Nach dem Wechsel waren ein paar Sekunden vergangen, da gab es den nächsten Nackenschlag für Chemie. Energie-Mittelfeldspieler Tobias Hasse kam nach zu kurzer Abwehr von Paul Horschig aus dem Rückraum und nagelte die Kugel unhaltbar für Schlussmann Benjamin Bellot in den linken Winkel. Ein unglaublicher Treffer.

Davon schienen sich die Grün-Weißen nicht mehr zu erholen, denn von dem sprichwörtlichen Chemie-Kampfgeist war wenig zu sehen. Cottbus spulte das Pensum locker runter, und plötzlich bäumten sich die Leutzscher doch noch auf. Ein Kopfball-Treffer von Florian Kirstein in der 81. Minute zählte nicht, der eingewechselte Tom Müller markierte in der Nachspielzeit das 1:2. Das Tor zählte, doch jubeln konnten am Ende nur die Lausitzer.

Das sagten die Trainer:

Claus-Dieter Wollitz (FC Energie Cottbus): "Wir wussten, dass es schwierig wird, ohne Atmosphäre Fußball zu spielen. Das Stadion lebt von Tradition und Emotionen. Es war wichtig, im Aufbau keine Fehler zu machen. Dann haben wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt. Danach versäumten wir, den Punch zu setzen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Mit dem kleinen Kader, den ganzen Problemen, den Unruhen, können wir nur sagen: Wir sollten dankbar sein, dass die Mannschaft so funktioniert."

Miroslav Jagatic (BSG Chemie Leipzig): "Ich habe in der ersten Halbzeit eine disziplinierte Leistung gesehen. Wir kennen aber die individuelle Klasse von Cottbus. Wir hatten Situationen im Strafraum, da musst du galliger im Abschluss sein. Durch eine Unachtsamkeit bei einem Standard liegen wir zurück. In der zweiten Halbzeit haben wir Cottbus stark gemacht und legen ihnen den Ball vor die Füße. Das war das 0:2. Man hat gesehen, wie es werden kann, wenn man alles nach vorn schmeißt. Da hat es bei Cottbus gebrannt. Kommt der Anschluss früher, wird es eng."

Miroslav Jagatic 4 min
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jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. November 2021 | 16:00 Uhr

14 Kommentare

Chili Palmer vor 24 Wochen

Hey Loko, mit dem Schwenk auf Handball stellt der Mensch auf mich ab (ist vermutlich seine Domäne - das kleine Glück eben).

@sachse81: Wenn du das nächste Mal entsprechende Themengebiete durchstöberst und inhaltlich mit einem Beitrag von mir nicht klarkommst, dann schreib es auf und sofern es ordentlich formuliert ist, wird es i.d.R. auch veröffentlicht. Ein Disput lebt von These und Antithese. Das einseitige Aufbrechen dieser Wechselbeziehung wirkt hingegen dünn. Mein Angebot steht.

sachse81 vor 24 Wochen

Nenn das bitte nicht Stadion. 😅

Sag lieber Südfriedhof Acker dazu , das wäre die richtige Wortwahl.


Selbstbewusst wie einem der „Stern“ macht, aber lass ruhig die Fans in Höhenflügen versinken

BlattClaus vor 24 Wochen

Mickrige 18 geschossene Tore sprechen eine deutliche Sprache. Selbst der Tabellenletzte Auerbach hat mehr geschossen. Hoffentlich verharren die Grauen weiter in ihrer Selbstverherrlichungblase, da kann es noch ein gutes Ende nehmen. Die Richtung stimmt, ich bin zufrieden. 👌🏽

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