Fußball | Regionalliga Lok kocht Chemnitz im eigenen Stadion ab!

Nachholer 9. Spieltag

Was für ein atemberaubender Sachsen-Kracher! Lok Leipzig verspielte erst einen 2:0-Vorsprung beim Chemnitzer FC und gewinnt dennoch mit 3:2. Während Lok auf Rang drei rauscht, bleibt der CFC im Mittelmaß.

Chemnitzer FC - 1. FC Lok Leipzig 2 min
Chemnitzer FC - 1. FC Lok Leipzig Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Anfangsviertelstunde gehörte vor 3.265 Zuschauern den zunächst mutig aufspielenden Chemnitzern. Andis Shala hatte auch gleich eine Doppel-Chance. Einmal nahm er eine Ecke spektakulär direkt mit der Hacke, der Ball flog nur knapp halbhoch am Pfosten vorbei (11.), dann schoss er nach Bickel-Vorlage rechts vorbei (13.). Anschließend übernahm Lok aber die Kontrolle, hatte mehrere Halbchancen.

Kuriose Torbeteiligung

Ein schnell vorgetragener Konter über Luca Sirch direkt durch die Mitte führte zu einem Foulelfmeter. CFC-Kapitän Zickert räumte Theo Ogbidi ab, Sascha Pfeffer verwandelte zum verdienten 0:1 (29.). Kurios: Ausgerechnet alle Ex-Spieler der jeweiligen Gegenseite waren beteiligt. Zickert war früher bei den Probstheidaern Spielführer, Ogbidi kam erst im Sommer von Chemnitz nach Leipzig und hat mehr Scorerpunkte als alle CFC-Profis und Torschütze Pfeffer war früher auch mal für die Westsachsen aktiv. Die Konstellation war fast schon eine Ironie des Schicksals.

Trainer Almedin Civa, Lok Leipzig
Los Trainer Almedin Civa Bildrechte: Picture Point

Lok dicht vor dem 3:0

Auch nach der Pause dominierte Lok weiter. Der FCL war spielerisch und taktisch reifer, verteidigte geschlossener. Beim CFC standen Mittelfeld- und Abwehrreihe teilweise überraschend weit auseinander, sodass die Blau-Gelben viel Platz hatten. Genau in dieser Phase konnte Bogdan Rangelov eine flache Hereingabe von Sascha Pfeffer relativ unbewacht zum 2:0 (53.) einschieben. Bezeichnend: Genau in diesem Moment fiel die Anzeigetafel im Stadion an der Gellertstraße kurzzeitig aus. Beim CFC hakt es eben derzeit an allen Ecken und Enden. Djamal Ziane hätte direkt darauf bei zwei hundertprozentigen Einschussgelegenheiten innerhalb weniger Sekunden eigentlich auf 3:0 stellen müssen, scheiterte aber erst an einer hervorragenden Parade von Keeper Jakub Jakubov und wurde im zweiten Versuch kurz vor der Linie geblockt (56.). Lok-Trainer Almedin Civa meinte hinterher: "Da hätten wir fast die Lichter komplett ausgeschossen."

v.l.: Sascha Pfeffer (23, Lok) und Tim Campulka (14, Chemnitz)
V. li.: Sascha Pfeffer (23, Lok) und Tim Campulka (14, Chemnitz) Bildrechte: Picture Point

CFC kommt aus dem Nichts zurück

Aus dem Nichts kämpften sich die Himmelblauen jedoch zurück – und zwar über Standards. Der eingewechselte Felix Schimmel setzte sich beherzt gegen zwei Leipziger durch und nickte eine Ecke zum 1:2-Anschluss ein (67.). Nur zehn Minuten später war es wieder ein ruhender Ball, diesmal vollendete Okan Kurt freistehend per Kopf zum Ausgleich (77.). Trotz der Schwächephase hatte Lok die Qualität, mit einem Gegenzug sofort zurückzuschlagen. Zak Paulo Piplica legte mit seinem Querpass von rechts in den Strafraum perfekt für den kurz zuvor eingewechselten Eric Voufack auf. Der Joker vollendete mit der Innenseite zum 3:2 (78.). Dennoch mussten die Leipziger gehörig zittern - vor allem, weil sie in der Luft und speziell bei Standards bis zum Ende nicht ganz auf der Höhe waren. Tim Campulka (88.) Benjika Caciel (90.) hätten so jeweils wieder per Kopf die Partie egalisieren können.

CFC zu ungefährlich - 5. Sieg für Lok

So blieb es beim knappen, aber klar verdienten FCL-Auswärtserfolg. Den Chemnitzern war wohl kein Wille abzusprechen, jedoch waren sie nur bei ruhenden Bällen wirklich gefährlich. Sonst war die Leistung über die ersten 60 Minuten insgesamt nicht mehr als Regionalliga-Mittelmaß. Ganz anders präsentiert sich derzeit der 1. FC Lok Leipzig. Mit dem fünften Liga-Dreier in Serie dampft Lok auf Platz drei und damit in die Spitzengruppe. Hinzukommt, dass die Leipziger noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben.    

Das sagten die Trainer

Trainer Daniel Berlinski (Chemnitzer FC): "Wir waren von der ersten Minute an sehr dominant und hatten gute Ballbesitzphasen. Der Elfmeter war für Lok dann der Dosenöffner. Nach der Pause wollten wir angreifen und bekommen das 2:0. Viele Mannschaften brechen dann auseinander. Riesenkompliment an meine Jungs, wie wir reagiert haben. Allerdings sind wir anschließend wahrscheinlich wie schon vorm Elfer in der ersten Hälfte auch nach dem Ausgleich zu euphorisch und vernachlässigen die Restverteidigung. Für mich hat das effektivere Team gewonnen. Das tut sehr weh, aber haut uns nicht um."   

Trainer Almedin Civa (Lok Leipzig): "Chemnitz hat uns die ersten 15 Minuten hinten reingedrückt, dann haben wir uns befreit und eine gute erste Halbzeit gespielt. Beim Stand von 2:0 kann Djamal Ziane sogar nochmal erhöhen. Bei Ecken und Freistößen wussten wir, dass der CFC uns überlegen und sehr gefährlich ist. Bei jedem Freistoß und jeder Ecke hat es gebrannt und wir sind geschwommen, jedoch eben auch nur bei Standards. Beim 2:2 hatte ich eine kurze Herzattacke. Man sieht aber, dass wir gute Ballgewinne haben und immer wieder Pässe in die Tiefe bringen. So kamen wir auch zum Siegtor."

 

 

 

Daniel Berlinski 2 min
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Almedin Civa 3 min
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Robert Zickert 2 min
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Sascha Pfeffer 1 min
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Videos aus der Regionalliga

Jena - Fürstenwalde
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Tasmania - Chemnitz
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Ein perfekter Hinrundenabschluss für die Sachsen: Der Chemnitzer FC zeigte bei Aufsteiger Tasmania Berlin einen dominanten Auftritt und sackte den achten Saisondreier der Saison ein.

Sport im Osten So 28.11.2021 15:45Uhr 06:00 min

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VfB Auerbach - TeBe
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sachsenspiegel | 14. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

23 Kommentare

Zwickauer1 vor 6 Wochen

Glückwunsch Lok Leipzig.
Leipzig war fast zu jeder Zeit beherrschend gegen eine mittelmäßige himmelblaue Herde.
Berlinski ist das Beste was Rußchams passieren kann.
Er macht aus Vielem nichts. Das große Rußchams hinkt meilenweit hinter den eigenen Ansprüchen hinterher.
Recht so.

NeuerHeip vor 6 Wochen

Leider nicht vor Ort. Was jedoch im Zusammenschnitt zu sehen war, das war richtig gut - von beiden Mannschaften.
Gerade das letzte Tor - die ankommende Flanke direkt ins Tor geschossen - so stell ich mir das vor.
Man sieht, dass im Training was geschieht. Es ist nicht nur Glück, dass Lok den Anschluss zur Spitze geschafft hat. Das ist Qualität durch gute Arbeit.

Meine anfangs der Saison - als Ziane verletzt war - sehr pessimistische Einschätzung von Platz 13 bis Platz 9 kann ich bei der Qualität nicht halten. Ich denke zwischen Platz 8 und Platz 1 ist alles drin. Man muss aber immer ein bissel vorsichtig sein. Es hat sich gezeigt, wie stark sich beispielsweise beim BFC die Verletzung von Matthias Steinborn auswirkt. Die Vereine in der Liga sind nicht so reich, dass sie gleichwertige Spieler in der Reserve haben.

Lok ist auf einem sehr guten Weg. Und Chemnitz auch nicht so schlecht wie manche meinen.

...am Mittwoch scheint wieder die Sonne über Leipzig...

Lok vor 6 Wochen

Was für ein Erlebnis! Was für eine Dramaturgie. Macht Lok nicht umgehend das 3:2, bleiben die Punkte wahrscheinlich beim CFC. Wie Nutzer Janosch schon schreibt, die Ansetzung mittlerweile ein Klassiker. Wirklich tolle Stimmung im Stadion, auf beiden Seiten. Ich denke, der CFC hat mehr Potenzial, als derzeit auf dem Platz abgerufen wird. Die kämpferische Einstellung stimmte aber absolut bei beiden Teams. Als Gesamtpaket durchaus Werbung für die RLNO.
@Maza
Danke für die guten Wünsche und Gruß zurück nach Halle.
Lass "jochen" ruhig in seiner Parallelwelt. Er ist dort glücklich, gönnen wir ihm das.