Fußball | Regionalliga Lok überholt Jena – verliert aber den Torwart

Nachholer 22. Spieltag

Lok Leipzig hat Jena per Sieg im Nachholspiel überholt und untermauert seine Aufstiegschance. Der FCL blieb dank seiner Effektivität auch im "Paradies" auswärts ungeschlagen, verlor aber seinen so wichtigen Stammtorwart. Am Ende eines turbulenten Ostklassikers hieß es 3:2 für die Sachsen.

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Sa 22.01.2022 16:23Uhr 02:59 min

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Vor dem Spiel lüftete FCC-Trainer Andreas Patz das Geheimnis um seine Nummer eins und entschied sich für Tom Müller, der damit nach der zwischenzeitlichen Ablösung durch Lukas Sedlak zurück ins Jenaer Tor kehrte. Neben dem zweiten Torwartwechsel der Saison überraschte Patz mit seinen drei wuchtigen Stürmern. So ließ er neben Maximilian Wolfram auch Fabian Eisele und Vasilios Dedidis zusammen los, die noch nie gemeinsam in der Startelf standen. Lok-Coach Almedin Civa bot stattdessen seine Sieger-Formation vom Überraschungserfolg beim BFC Dynamo (2:1) Anfang Dezember auf.

 

Jena drückt - Ziane schlägt zu

Dennoch gelang Jena der bessere Start. Mit der offensiven Aufstellung pressten die Thüringer den FCL hinten rein. Trotz mehrerer Halbchancen hatte Dedidis erst nach 25 Minuten die erste große Möglichkeit. Weil Lok-Keeper Jan Ole Sievers den Winkel aber super verkürzte, zischte sein schneller Schuss am kurzen Pfosten vorbei. Kurz drauf hatten die Blau-Gelben durch Ogbidi beim bis dahin einzigen Konter eine Top-Einschussgelegenheit (30.). In der letzten Viertelstunde vor der Pause drückte der FCC mit Chancen im Minutentakt. Wolfram (36.), Eisele (38./39.) und Oesterhelweg mit einem fast direkten ins Tor gezirkelten Eckball (42.) scheiterten aber jeweils im Abschluss. Dann stellte Lok die Partie in der letzten Sekunde der ersten Hälfte auf den Kopf! Routinier Sascha Pfeffer flankte und Torjäger Djamal Ziane sprang mit dem Fuß in den hohen Ball und versenkte ihn zur überraschenden Lok-Führung (45.)!

Torjubel Djamal Ziane  (Lok Leipzig) nach dem Tor zum 0:1
Torjubel Djamal Ziane (Lok Leipzig) nach dem Tor zum 0:1 Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Lok verliert Keeper - Jena das Spiel

Zum zweiten Durchgang reichte den Leipzigern eine kurze Drangphase, um zu erhöhen. Zwar setzte Innenverteidiger Luca Sirch nach einem 50-Meter-Sprint den Ball frei vor Keeper Müller noch vorbei (48.). Nach einem tollen Ziane-Kopfball (49.) war es kurz darauf aber wieder Sirch, der den zweiten Ball nach einer Ecke gefühlvoll auf den Kopf seines Abwehrkollegen Mike Eglseder brachte und so das 2:0 vorbereitete (51.). Jena wirkte geschockt – und dasselbe galt kurze Zeit später für Lok! Nach einem Fehler von Farid Abderrahmane musste Keeper Jan Ole Sievers in einem ganz engen Duell mit Dedidis alles riskieren. Dabei verletzte sich der so wichtige Stammtorhüter am Arm, musste ausgewechselt werden und zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus (60.). Für die Probstheidaer eine ganz besonders schwierige Angelegenheit, weil Ersatztorwart Jannes Tasche im Winter mit dem Leistungssport aufhörte und noch kein zweiter Tormann da ist. So musste die etatmäßige Nummer drei Dennis Dickmann zwischen die Pfosten.

im Bild  Vasileios Dedidis (Jena) scheitert an Torwart Jan-Ole Sievers (Lok Leipzig)
Vasileios Dedidis (Jena) scheitert an Torwart Jan-Ole Sievers (Lok Leipzig) Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Nach dessen erster Parade (65.) schüttelten sich die Leipziger und legten nach. Bogdan Rangelov ging mit Tempo in den Strafraum und wurde von Jenas Stauffer mit leichtem Kontakt zu Fall gebracht. Sascha Pfeffer drosch den etwas fraglichen Foulelfer humorlos zum 3:0 ins linke Dreiangel (67.). Als Dickmann fünf Minuten später einen Eisele-Schuss auf nassem Rasen nicht festhielt und Dedidis den Abpraller versenkte, war Jena nochmal zurück – 1:3 (72.). Doch in der Schlussphase fehlte dem FCC sowohl die letzte Kraft und Genauigkeit als auch die entscheidende Entschlossenheit, so ein wichtiges Spitzenspiel noch zu drehen. Der Treffer von Joker Krauß in der letzten Sekunde der siebenminütigen Nachspielzeit zum 2:3-Endstand kam viel zu spät.

So kassiert der FCC aufgrund der fehlenden Effektivität einen herben Dämpfer im Aufstiegskampf. Der Leipziger Kultklub wirkt stattdessen reif, um ein ernsthaftes Wörtchen um die Meisterschaft mitzureden. Für die Leipziger war es der erste Sieg seit über neun Jahren gegen Jena. Bei noch zwei Nachholspielen kann der FCL bis auf einen Punkt ran an Tabellenführer BFC Dynamo rücken. Allerdings muss Lok erstmal die Baustelle im Tor schließen, ein Ersatzkeeper muss her, um die großen Ambitionen nicht unnötig zu gefährden. 

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Sport im Osten Sa 22.01.2022 14:00Uhr 02:08 min

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Trainer-Stimmen: 

Almedin Civa (Lok Leipzig): "Wir sind erleichtert und froh, gewonnen zu haben. Wir setzen vielleicht das ein oder andere Team an der Spitze unter Druck, aber Jagdfieber nenne ich das nicht. Aus dem Gegenpressing der Jenaer haben wir uns gut rausgespielt. Das 1:0 war schon etwas glücklich, in der zweiten Hälfte waren wir dann besser und der Sieg verdient." 

Andreas Patz (FC Carl Zeiss Jena): "Wir haben uns viel vorgenommen, es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht, aber aus sechs bis sieben guten Chancen nichts Zählbares rausgeholt. Lok war gefährlich mit ein bis zwei Chancen im Umschalten, hat auch die Tore daraus erzielt. Ich bin mega enttäuscht."

pfr

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. Januar 2022 | 14:00 Uhr

43 Kommentare

Buridans Esel vor 21 Wochen

Der Jüngling aus Lobeda spricht wirr. Lok würde in Liga 3 der gesamtdeutschen Fußballhistorie eine außergewöhnlich prävalente Rolle spielen. Bezüglich Distribution in Liga 3 macht sich Probstheida jedenfalls keine Sorge, so wie der Morgentau immer wieder glänzt.

Tomsen vor 21 Wochen

Ich denke beim FCC liegts wirklich nicht am Trainer (schließlich haben auch Große mal klein angefangen) und schlechter als der Kwasselniok geht's ja sowieso nicht. Es liegt ausschließlich an der Mannschaftszusammenstellung. Gute Einzelspieler, die nicht gut zusammen spielen, sieht man an den Einzelaktionen, den Fehlpässen und der Nervosität bei Rückstand. Da fehlt eine Rumpfelf die vorweg geht.
Herr Patz kann nur damit arbeiten was Werner und Förster ihm vorgeben und da weiß man ja die Inkompetenz seit längeren. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Und wenn her Werner der Meinung ist man braucht nicht nachbessern, obwohl im Sturm und Mittelfeld die ganze Saison Probleme liegen, dann ist er blind. Seit Jahren stinkt der Fisch am Kopf, aber verändert wird da nichts. Lieber redet man vom Aufstieg und wenn es dann nicht klappt, sind die anderen schuld...

lobeda ost vor 21 Wochen

Fakt ist..beide wären in liga 3 nur kanonenfutter,bei beiden fehlt noch der unbedingte wille und die effizienz um in liga 3 zu bestehen.in den derzeitigen formationen kann man nur hoffen,das ein berliner club in die relegation geht,sonst gibts aus der staffel keinen aufsteiger.

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