Fußball | Regionalliga Jena und Auerbach schocken sich gegenseitig

Nachholer 17. Spieltag

Was für ein Finish bei Jena gegen Auerbach! Lange Zeit ging es ziemlich harmlos zu und Carl Zeiss führte knapp aber verdient 1:0 bis in die Schlussphase. Dann schockten sich beide Teams in zwei Minuten gegenseitig. Am Ende behielt der FCC mit 2:1 die Nase vorn.

Jena-Coach Andreas Patz tauschte im Vergleich zur 1:4-Blamage in Berlin fast die Hälfte seiner Startelf aus. Mit eingeschlossen ist dabei auch ein Torwartwechsel. Eigengewächs Lukas Sedlak ersetzte die bisherige Nummer eins Tom Müller zwischen den Pfosten. Dazu mussten die vermeintlichen Leistungsträger Dennis Slamar, Bastian Strietzel, Theodor Bergmann und Fabian Eisele raus, eine Bewährungschance bekamen Burim Halili, Marcel Hoppe, Leon Bürger und Vasilios Dedidis. Auerbachs Coach Sven Köhler brachte trotz des enttäuschenden 1:5 von Chemnitz nur Maximilian Schmidt für den am Knie verletzten Eric Stiller.

Auf dem Feld kämpfte sich Auerbach ganz gut rein, der FCC musste sich gerade in der Vorwärtsbewegung erstmal neu sortieren und zeigte viel Stückwerk. Aus dem Nichts münzte Carl Zeiss seine optische Feldüberlegenheit dann doch in ein Tor um – und zwar in Folge eines Standards. Da staubte Verteidiger Maurice Hehne, der im Sommer aus Zwickau kam, mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 ab (24.). Jena konnte den Druck aber nicht dauerhaft aufrechterhalten. Bei einem Eckball hatte Sempastiano Giaouplari für Auerbach die große Ausgleichschance, zielte allerdings ziemlich zentral aus etwa 13 Metern genau auf Neu-Stammkeeper Sedlak (33.). Kurz vor der Pause traf Hehne nach einer Ecke nochmal aus Kurzdistanz den Pfosten (42.), sonst wirkten die Gastgeber im Angriff zu hektisch und ungenau.

In der Halbzeit fand Geschäftsführer Chris Förster klare Worte beim MDR: „Einige sehen sich bei uns als Zweitliga-Spieler. Die Jungs müssen jetzt mal zeigen, dass sie das Geld wert sind, was sie verdienen.“

Doch in der zweiten Hälfte war der FCC sogar schwächer. Abermals nach einem Eckball fiel Halili der Ball halbhoch vor die Füße, doch der Defensivmann haute ihn im Fünf-Meter-Raum stehend über die Kiste (53.). Aus dem Spiel heraus fiel den Thüringern sonst kaum etwas ein, Auerbach wurde in Abwehr und Mittelfeld stärker, strahlte nach vorn aber eigentlich keine große Gefahr aus. Da kam es gelegen, dass Halili den Gästen half. Als letzter Verteidiger ließ er sich von Di Mateo Lovric die Kugel weggrätschen, VfB-Joker Michail Fragkos schob das Ding eiskalt ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich fünf Minuten vor dem Ende. Jena rannte direkt nochmal an, traf in völlig verrückten zwei Minuten zunächst per Distanzschuss von Justin Schau den rechten Pfosten. Beim folgenden Eckball köpfte wieder Hehne an die linke Aluminiumstange und der ebenfalls eingewechselte Romarjo Hajrulla drückte den Nachschuss gerade so über die Linie, weil Auerbach-Keeper Maximilian Schlosser die Hände wohl erst wenige Zentimeter hinter dem weißen Strich an den Ball brachte und so zu spät parierte – 2:1 (86.)!

Unfassbar: Nach einem lange Zeit harmlosen Kick schockten sich die beiden Krisenklubs in den Schlussminuten gegenseitig. Für den FCC wäre das Unentschieden für die geplante Aufholjagd im Aufstiegsrennen eine Katastrophe gewesen, für Auerbach ein großer Erfolg im Abstiegskampf. Am Ende ziehen die Vogtländer nach stark verbesserter Leistung den Kürzeren.

Trainerstimmen

Sven Köhler (VfB Auerbach): "Aus dem Spiel heraus haben wir heute besser dagegen gehalten, die Tore vielen beide aus Standards. Das tut uns besonders weh, weil da doch die Chance da ist, sich zu ordnen. Wir sind kurz vor Schluss für den Einsatz belohnt worden - auch dafür, dass wir an uns geglaubt haben. Das letzte Gegentor tut uns dann natürlich nochmal sehr sehr weh. Trotzdem müssen wir jetzt wieder aufstehen."

Andreas Patz (Jena): "Das war nicht das, was wir uns erhofft haben und spielen wollen. Man hat die Verunsicherung gespürt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich beim Ausgleich gedacht habe. Ich möchte mir nicht vorstellen, was da nach Spielende los gewesen wäre. Wir haben uns dann aber dagegen gestemmt, nehmen die drei Punkte mit und bauen darauf auf."

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Jena - Fürstenwalde
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Tasmania - Chemnitz
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Ein perfekter Hinrundenabschluss für die Sachsen: Der Chemnitzer FC zeigte bei Aufsteiger Tasmania Berlin einen dominanten Auftritt und sackte den achten Saisondreier der Saison ein.

Sport im Osten So 28.11.2021 15:45Uhr 06:00 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 17. November 2021 | 21:45 Uhr

7 Kommentare

Blue like the sky vor 1 Wochen

Vor kurzen hat der DFB die Stadion Anforderungen ja geändert, somit braucht es nur noch 5.000 Plätze für die 3. Liga.
Eigentlich eine gute Entscheidung.

Leider kommt sie etwas spät, denn viele Mannschaften haben bereits nach den alten Anforderungen gebaut. Und gerade auch in der Region.
Damit sich der Bau lohnt, musste wiederum gleich an die 2. Liga gedacht werden.
Also wiederum hatten und haben jetzt viele Clubs das Ziel 2. Liga.

Ließ sich doof, ist aber so.
Danke DFB.

Aber wenn Türküüüü.... oder Verl plötzlich kommen, dann kann man Ja was Ändern.

Was ich sagen will, jetzt sieht es natürlich großkotzig aus wenn z. B. Jena, Chemnitz, Erfurt usw. mit 2.Liga Stadien unterklassig Spielen. Aber das Problem kommt auch von anderer Seite.

ewiger Jena Fan vor 1 Wochen

Oh je !!! So eine schlechte Leistung . Und dann noch der sinnlose Kommentar von Förster . Förster und Werner haben jeglichen Sinn für die Realität verloren . Noch an den Afstieg zu glauben ist nicht zu fassen. An Stelle Ihre Fehler zuzugeben und es versuchen besser zu machen glauben sie wirklich noch an den Aufstieg . Das Werner noch den Trainerwechsel verteidigt und richtig findet ist das letzte.Es wurde nach dem BFC Spiel immer schlechter und es geht stetig Berg ab !!! Patz ist kein Trainer und die Mannschaft schließt sich dem an . Das war Gestern Not gegen Elend!! Aber nur das neue Stadion im Kopf mit dieser Mannschaft nebst Trainer kann es nur abwärts gehen. Ich sehe für die nächsten Jahre mit dieser Führung schwarz. Wir Fans müssen darunter leiden. Aber wie gesagt neues Stadion ist viel wichtiger!! Wir halten durch. Einmal FCC immer FCC. Bis bald Euer ewiger Jena Fan.

unfassbar vor 1 Wochen

Was ist nur aus dieser Mannschaft oder besser aus diesem Verein geworden. Eine total verunsicherte Elf, die eher wie ein Abstiegskanditat spielt. Mit Platz 1 haben wir sowas von nichts zu tun. Försters Halbzeitinterview, war genau so schlecht, wie das Spiel. Egal was gestern entschieden wurde, die Saison wird man wieder abbrechen. Der BAK und der BFC müssen sich noch um Platz 1 streiten. Ansonsten ist die Saison gelaufen. Angesichts der aktuellen Coronalage ist Fußball auch nicht mehr so wichtig.