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Fußball | RegionalligaJena und Auerbach schocken sich gegenseitigNachholer 17. Spieltag

von Patrick Franz

Stand: 24. November 2021, 21:51 Uhr

Was für ein Finish bei Jena gegen Auerbach! Lange Zeit ging es ziemlich harmlos zu und Carl Zeiss führte knapp aber verdient 1:0 bis in die Schlussphase. Dann schockten sich beide Teams in zwei Minuten gegenseitig. Am Ende behielt der FCC mit 2:1 die Nase vorn.

Jena-Coach Andreas Patz tauschte im Vergleich zur 1:4-Blamage in Berlin fast die Hälfte seiner Startelf aus. Mit eingeschlossen ist dabei auch ein Torwartwechsel. Eigengewächs Lukas Sedlak ersetzte die bisherige Nummer eins Tom Müller zwischen den Pfosten. Dazu mussten die vermeintlichen Leistungsträger Dennis Slamar, Bastian Strietzel, Theodor Bergmann und Fabian Eisele raus, eine Bewährungschance bekamen Burim Halili, Marcel Hoppe, Leon Bürger und Vasilios Dedidis. Auerbachs Coach Sven Köhler brachte trotz des enttäuschenden 1:5 von Chemnitz nur Maximilian Schmidt für den am Knie verletzten Eric Stiller.

Auf dem Feld kämpfte sich Auerbach ganz gut rein, der FCC musste sich gerade in der Vorwärtsbewegung erstmal neu sortieren und zeigte viel Stückwerk. Aus dem Nichts münzte Carl Zeiss seine optische Feldüberlegenheit dann doch in ein Tor um – und zwar in Folge eines Standards. Da staubte Verteidiger Maurice Hehne, der im Sommer aus Zwickau kam, mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 ab (24.). Jena konnte den Druck aber nicht dauerhaft aufrechterhalten. Bei einem Eckball hatte Sempastiano Giaouplari für Auerbach die große Ausgleichschance, zielte allerdings ziemlich zentral aus etwa 13 Metern genau auf Neu-Stammkeeper Sedlak (33.). Kurz vor der Pause traf Hehne nach einer Ecke nochmal aus Kurzdistanz den Pfosten (42.), sonst wirkten die Gastgeber im Angriff zu hektisch und ungenau.

In der Halbzeit fand Geschäftsführer Chris Förster klare Worte beim MDR: „Einige sehen sich bei uns als Zweitliga-Spieler. Die Jungs müssen jetzt mal zeigen, dass sie das Geld wert sind, was sie verdienen.“

Doch in der zweiten Hälfte war der FCC sogar schwächer. Abermals nach einem Eckball fiel Halili der Ball halbhoch vor die Füße, doch der Defensivmann haute ihn im Fünf-Meter-Raum stehend über die Kiste (53.). Aus dem Spiel heraus fiel den Thüringern sonst kaum etwas ein, Auerbach wurde in Abwehr und Mittelfeld stärker, strahlte nach vorn aber eigentlich keine große Gefahr aus. Da kam es gelegen, dass Halili den Gästen half. Als letzter Verteidiger ließ er sich von Di Mateo Lovric die Kugel weggrätschen, VfB-Joker Michail Fragkos schob das Ding eiskalt ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich fünf Minuten vor dem Ende. Jena rannte direkt nochmal an, traf in völlig verrückten zwei Minuten zunächst per Distanzschuss von Justin Schau den rechten Pfosten. Beim folgenden Eckball köpfte wieder Hehne an die linke Aluminiumstange und der ebenfalls eingewechselte Romarjo Hajrulla drückte den Nachschuss gerade so über die Linie, weil Auerbach-Keeper Maximilian Schlosser die Hände wohl erst wenige Zentimeter hinter dem weißen Strich an den Ball brachte und so zu spät parierte – 2:1 (86.)!

Unfassbar: Nach einem lange Zeit harmlosen Kick schockten sich die beiden Krisenklubs in den Schlussminuten gegenseitig. Für den FCC wäre das Unentschieden für die geplante Aufholjagd im Aufstiegsrennen eine Katastrophe gewesen, für Auerbach ein großer Erfolg im Abstiegskampf. Am Ende ziehen die Vogtländer nach stark verbesserter Leistung den Kürzeren.

Trainerstimmen

Sven Köhler (VfB Auerbach): "Aus dem Spiel heraus haben wir heute besser dagegen gehalten, die Tore vielen beide aus Standards. Das tut uns besonders weh, weil da doch die Chance da ist, sich zu ordnen. Wir sind kurz vor Schluss für den Einsatz belohnt worden - auch dafür, dass wir an uns geglaubt haben. Das letzte Gegentor tut uns dann natürlich nochmal sehr sehr weh. Trotzdem müssen wir jetzt wieder aufstehen."

Andreas Patz (Jena): "Das war nicht das, was wir uns erhofft haben und spielen wollen. Man hat die Verunsicherung gespürt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich beim Ausgleich gedacht habe. Ich möchte mir nicht vorstellen, was da nach Spielende los gewesen wäre. Wir haben uns dann aber dagegen gestemmt, nehmen die drei Punkte mit und bauen darauf auf."

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 17. November 2021 | 21:45 Uhr

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