Fußball | Regionalliga Eilenburg verliert Spiel und Trainer - und hofft trotzdem

38. Spieltag

Unglückliche Niederlage für den FC Eilenburg gegen Hertha BSC II. Bei den Nordsachsen warf zudem Coach Knaubel hin. Auf den Klassenerhalt in der Regionalliga darf der FCE aber trotzdem hoffen.

FC Eilenburg 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der FC Eilenburg hat das letzte Spiel der Regionalliga-Saison gegen die U23 von Hertha BSC 2:3 (1:2) verloren. Dank des um zwei Tore besseren Torverhältnisses gegenüber Union Fürstenwalde (1:0 gegen Carl Zeiss Jena) beenden die Muldestädter die Saison damit als Tabellen-16. Damit darf der FCE auf ein weiteres Jahr in der Regionalliga hoffen.

Bei einem Drittliga-Aufstieg von Regionalliga-Staffelsieger BFC Dynamo hätte der FCE den Klassenerhalt sicher. Der BFC spielt am 28. Mai und 4. Juni gegen Nord-Staffelsieger Oldenburg um den Aufstieg.

Doppelbelastung: Knaubel wirft hin

Aufregend war es in Eilenburg bereits in den 90 Spiel-Minuten - richtig emotional wurde es nach Abpfiff. Denn Trainer Nico Knaubel gab auf der Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. Die zu hohe Doppelbelastung als FCE-Coach und Trainer beim Sächischen Fußball-Verband, habe den Ausschlag gegeben, so Knaubel unter Tränen. "Meine Familie musste zurückstecken und auf so viel verzichten. Der Verein hat mir aber so viel gegeben, ich möchte Eilenburg in anderer Funktion erhalten bleiben", sagte Knaubel, der seit sieben Jahren Chefcoach beim FCE war.

Eilenburg Nico Knaubel
Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

MDR-Informationen: Shubitidze Trainer-Kandidat

Wer Knaubel-Nachfolger werden könnte, ist noch nicht klar. Nach MDR-Informationen ist Khvicha Shubitidze einer der Kandidaten auf den Posten. Der 47-Jährige spielte als Profi unter anderem bei Erzgebirge Aue. Als Trainer betreute er unter anderem den Nachwuchs des Halleschen FC - zuletzt trainierte er in seiner Heimat Georgien.

Zeitiger Rückstand

Eilenburg hatte im letzten Heimspiel seiner ersten Regionalliga-Saison gegen den U23-Nachwuchs von Hertha BSC erstmal ordentlich Probleme. Das Team von Hertha-Coach Ante Covic machte von Beginn an viel Betrieb. Bereits nach sieben Minuten lief der FCE einem Rückstand hinterher. Scherhant wurde im FCE-Strafraum nicht angegriffen und traf überlegt zur Führung der Berliner (7.).

Eilenburg vs. Hertha BSC II
Eilenburg musste bereits frühzeitig einem 0:1 hinterherlaufen. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

FCE nervös - Rathenow und Fürstenwalde treffen

Dass in parallel laufenden Spielen die Abstiegskonkurrenten Rathenow und Fürstenwalde in Führung gingen, minderte die Nervosität der Eilenburger nicht gerade. Trotzdem kam das Team von FCE-Coach Nico Knaubel ab Mitte der ersten Hälfte mehr und mehr zu eigenen Chancen - die aber noch vergeben wurden.

Eilenburg vs. Hertha BSC II
Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Schock und Elfer vor der Pause

Kurz vor der Pause dann erst der Schock - Scherhant wurde wieder nicht angegriffen und machte das 2:0 für die Berliner (43.). Für Hoffnung sorgte schließlich Bunge - der FCE-Angreifer wurde im Strafraum gefoult und verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:2 (45.).

Eilenburg vs. Hertha BSC II
Bunge traf kurz vor der Pause zum 1:2. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

2. Halbzeit: FCE übernimmt das Kommando

Mit Wiederanpfiff übernahm Eilenburg vollends das Kommando. Den fälligen Ausgleich vergaben Bunge (51.) und Pascal Sauer (59.) freistehend noch. Sauer ließ die rund 500 FCE-Fans dann aber doch jubeln: Nach einem Konter behauptete er den Ball im Strafraum und schob zentral ins rechte untere Eck ein (66.).

Eilenburg vergibt 3:2-Sieg mehrfach

Nun lag sogar ein Sieg in der Luft: Doch ein Kopfball von Majetschak wurde auf der Linie geklärt (73.), Möbius vergab nach einem schnellen Konter das 3:2 (84.), Kummer köpfte nach einer Ecke knapp daneben (90.). Für Aufregung sorgte zudem ein Handspiel der Berliner im eigenen Strafraum, das von den Referees nicht gesehen wurde (88.).

Eilenburg vs Hertha bsc II
Pascal Sauer (li.) traf zum zwischenzeitlichen 2:2. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Kalte Dusche in der Nachspielzeit

So gab es die kalte Dusche für Eilenburg in der Nachspielzeit: Albrecht machte nach einem Konter den Sieg für die Hertha perfekt (90. + 3.). So trauerten die Eilenburger zunächst nach dem Abpfiff - als die Kunde von der 5:7 (!)-Niederlage von Rathenow beim Berliner AK und der nur knappe Sieg von Fürstenwalde die Runde machte, feierten die FCE-Spieler dann aber doch mit ihren Fans - und drücken jetzt dem BFC Dynamo die Daumen.

Sanny Stephan/Dirk Hofmeister

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. Mai 2022 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

Gustav vor 5 Wochen

Ich sehe auch Eilenburg als eine der positiven Überraschungsteams der Saison. Mit einer nahezu reinen Oberligamannschaft vier Vereine hinter sich zu lassen, ist wirklich äußerst respektabel. Ich wünsche ihnen den Klassenerhalt.

GWG Gustav

NeuerHeip vor 5 Wochen

Gemessen an den Eilenburger Möglichkeiten haben die sportlich sehr viel erreicht. Vielleicht haben sie ja noch Glück, dass der BFC aufsteigt.

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