Fußball | Regionalliga Lok mit historischer Heimniederlage gegen Cottbus

Nachholer 10. Spieltag

Das gibt es auch nicht alle Jahre: Lok Leipzig hat zuhause gegen den FC Energie Cottbus verloren. Der Fußball-Regionalligist ging in Probstheida gegen die Lausitzer erstmals nach langer Zeit als Verlierer vom Platz.

1. FC Lok Leipzig - FC Energie Cottbus 2 min
1. FC Lok Leipzig - FC Energie Cottbus Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1. FC Lok Leipzig - FC Energie Cottbus 2 min
1. FC Lok Leipzig - FC Energie Cottbus Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der 1. FC Lok Leipzig hat das Fußball-Regionalliga-Nachholspiel gegen den FC Energie Cottbus mit 1:3 verloren. Die Elf von Almedin Civa ging damit zum zweiten Mal in Folge zuhause leer aus. Der Abstand auf die beiden ersten Tabellenplätze konnte nicht verkürzt werden. Cottbus gewann erstmals seit zehn Partien und dem Jahr 1976, damals in der DDR-Oberliga, beim 1. FC Lok.

Die Gäste begannen gleich mit drei Ecken und leiteten damit eine mutige Vorstellung in den ersten 45 Minuten ein. Lok tat sich schwer, den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen. Mehr vom Spiel hatten die griffigeren Gäste. Die ersten Gelegenheiten konnten sich dennoch die Sachsen herauspielen. Bezeichnenderweise war es ein Konter, bei dem Bogdan Rangelov Meter um Meter in der freien Hälfte von Cottbus machte, er drehte sich am Ende auch noch um einen Gegner, scheiterte dann aber entkräftet an Keeper Toni Stahl (15.). Acht Minuten später verlängerte Lok-Mittelstürmer Djamal Ziane einen Freistoß des wieder genesenen Sascha Pfeffer, aber Verteidiger Luca Sirch grätschte den Ball am langen Pfosten knapp rechts vorbei.

Tor für Cottbus, Maximilian Pronichev (10, Cottbus) trifft zum 0:1 gegen Torwart Jan-Ole Sievers (43, Lok)
Maximilian Pronichev (Nr. 10, Mi.) bringt Cottbus in Führung. Bildrechte: Picture Point

Kalte Dusche vor der Pause

Energie blieb mutig - und wurde dann auch belohnt. Einen abgefälschten Schuss von Amel Kujovic finalisierte Maximilian Pronichev von halbrechts (27.). Lok haderte und schien irgendwann vor allem auf den Halbzeitpfiff zu warten. Aber daraus wurde nichts, denn Tobias Hasse legte bei einem schnellen Angriff über rechts auf Nikos Zografakis ab, der Keeper Jan-Ole Sievers umkurvte und an Robert Berger vorbei den zweiten Treffer der Lausitzer erzielte (43.). Vor der Pause eine kalte Dusche für den 1. FCL.

Tobias Eisenhuth und Djamal Ziane
Gegen seinen Ex-Verein besorgte Lok-Stürmer Djamal Ziane (re.) zwar das 1:2, tat sich ansonsten aber auch schwer. Bildrechte: Picture Point

Das 1:3 zieht den Lok-Stecker

Nach der Pause kam Damir Mehmedovic für Leon Heynke. Zunächst ging es weiter wie vorher. Leipzig kam nicht zur Geltung, Cottbus wollte sogar das dritte Tor. Das kam aber nicht. So blieb Lok im Spiel, ein vermeintliches Handspiel von Jonas Hildebrandt heizte die Stimmung an. Kurz danach flankte Theo Ogbidi butterweich auf Ziane, der per Kopf den Anschluss herstellte (66.) Nun konnten die Gastgeber hoffen. Doch gerade als mit Tom Nattermann ein weiterer Angriff kam (76.), schlugen die Lausitzer wieder zu: Diesmal ging es schnell über links, ein Doppelpass ergab Raum und in der Mitte verwertete Pronichev den Pass (77.). Damit war Lok der Stecker gezogen. Zu allem Überfluß sah Piplica in der Schlussphase wegen Meckerns auch noch Gelb, mit seiner fünften Gelben fehlt er ausgerechnet im Stadt-Derby gegen die BSG Chemie am 21. November (live im MDR Fernsehen).

Das sagten die Trainer

Almedin Civa (Lok Leipzig): "Cottbus war im letzten Drittel einfach konsequenter. Das ist das eine, das andere ist: Eigentlich haben wir gut begonnen, Cottbus hat vielleicht optisch mehr Ballbesitz gehabt, aber wir haben die ersten Riesenchance durch Rangelov gehabt. Aber wir haben in der ersten Halbzeit schon zu viele Ausfälle gehabt mit dem Ball. Wir haben zwar alles gegeben, aber im letzten Drittel hat Cottbus eben gezeigt, was sie für eine Spitzenmannschaft sind. Und auch das zweite Tor, wo man sagt, es geht in die Pause, und dann spielen sie es super zu Ende. In der zweiten Halbzeit fangen wir unsicher an, weil wir schon gemerkt haben, dass die im letzten Drittel etwas drauf haben. Und dann machen wir das 1:2, und dann ist hier die Hölle los. Da haben wir ein paar Sachen, wo wir es im letzten Drittel eben nicht zu Ende spielen. Und dann in der Phase, wo Cottbus auch ein bisschen hektischer agiert hat, machen die wieder ein Super-Tor. Am Ende ist es eine verdiente Niederlage."

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): "Heute war ich sehr sicher, weil die Mannschaft jetzt auch nach dem Babelsberg-Spiel einen sehr guten Eindruck im Training hinterlassen hat, sie hat nicht laufen lassen, sondern sie war sehr konzentriert, war sehr diszipliniert und hat hart gearbeitet. Und vor allem war sie sich einig, ich glaube, das war heute der Schlüssel."

cke

Videos aus der Regionalliga

Almedin Civa, Trainer FC Lokomotive Leipzig, im Interview.
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Spieler des HFC am Ball, zieht ab und triftt zum Ausgleich.
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Andreas Patz, Trainer FC Carl-Zeiss Jena. im Interview.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. November 2021 | 21:45 Uhr

29 Kommentare

BlattClaus vor 9 Wochen

Ehrt Dich und ich weiß natürlich was Du meinst, hat aber den Charme des ewig gestrigen und wir bleiben da entgegen den ausgerufenen Ansprüchen, auf der Strecke. Unser Bruno ist wie das Sprichwörtliche Fass ohne Boden und ich habe den Eindruck, als habe man vor „lauter erster Mannschaft“ das eigentlich wesentliche aus den Augen verloren, bzw. hält sich da zwanghaft die Augen zu. Das wird uns mit Sicherheit irgendwann einholen. Ich getraue ed mir kaum zu sagen, aber ich meine da sind die grauen irgendwie weiter, was diese Weitsichten angeht.
Was bringen uns 5 Jahre Tabellenplatz 3-5 auf Profiniveau denn genau genommen.
In Halle, Chemnitz, Erfurt, Jena ….. dem ganzen Osten enteilen sie und Infrastrukturell auf allen Ebenen und wir freuen uns, dass wir am Ende der Saison vorm Unterholz stehen?! Das holt uns mit Sicherheit und brutal ganzbald ein und dann wird mit Ehrenamt, Spaten und Schaufel nicht mehr viel zu machen sein.
Ein Museum vielleicht?

Chili Palmer vor 9 Wochen

Meinethalben. Ich möchte dennoch nicht mit denen in Chemnitz tauschen. Die Dinge, die unter den gegebenen Umständen getan getan werden können, werden mühsam aber mit Hingabe erledigt. Das läßt sich wahrnehmen, sofern man die Bereitschaft dafür aufbringt.

BlattClaus vor 9 Wochen

Nun ja, so sieht der Ground leider auch aus, wie „unser“.
Allein der Spielertunnel löst Migräne und Beklemmungen aus. Wenigstens das Unkrautproblem hat man mit der großen LOK Abdeckplane fernsehtechnisch etwas in den Griff bekommen. Ansonsten wünschte ich mir für den Ground ein ähnlich engagiertes Interesse, wie für die erste Herrenmannschaft. Ansonsten rutscht irgendwann einer der Herren Profis auf klitschigen Moos oder Schlamm aus, bevor er den Heiligen Rasen betritt.
Unterholz: Hauen wir weg!!!! ✌🏼