Fußball | Regionalliga Erfurt enttäuscht auch gegen Lichtenberg

15. Spieltag

Die Lage für Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga wird immer brenzliger. Die Thüringer unterlagen klar mit 0:4 (0:1) bei Aufsteiger SV Lichtenberg 47 und rutschen in der Tabelle auf Platz 15 ab, und damit unter den virtuellen Strich für die Abstiegsränge.  

von Christian Dittmar (Berlin)

Enttäuschte Spieler 4 min
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Sport im Osten So 10.11.2019 16:30Uhr 04:06 min

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Erfurt wird ausgekontert

Die Erfurter und besonders Trainer Thomas Brdaric standen nach zuletzt nur einem Sieg aus sechs Spielen schon vor der Partie gehörig unter Druck. Und die Thüringer begannen vor 881 Zuschauern im Ausweichstadion der Lichtenberger - dem Poststadion des BAK - sehr nervös. Bereits nach wenigen Sekunden lag der Ball im Kasten von Ersatztorwart Julian Knoll, doch Schiedsrichter Christian Allwardt zeigte auf Abseits. In der Folge war RWE zwar das etwas aktivere Team, konnte sich aber keine wirklichen Chancen erspielen. Gefährlicher waren dagegen die Berliner über ihre Konter, von denen einer schließlich zum 1:0 führte: Nach einem Tohuwabohu drückte Torjäger Christian Gawe den Ball aus fünf Metern über die Linie. Kurz vor der Pause hatte Philip Einsiedel sogar die Chance auf das 2:0, sein Kopfball aus fünf Metern rauschte knapp am langen Pfosten vorbei. Mit einer verdienten Lichtenberger 1:0-Führung ging es in die Halbzeit.

RWE bricht am Ende ein

Zu Beginn der zweiten Hälfte machte Erfurt wieder mehr Druck, blieb aber harmlos. Stattdessen erhöhten die Hausherrren auf 2:0 durch einen Freistoß von Gawe, den Sebastian Reiniger ins Tor köpfte (72.). In der Schlussphase brachen die Erfurter dann auseinander. Erst gelang David Hollwitz in der 83. Minute das 3:0 per Foulelfmeter - Benyas Junge-Abiol war im Strafraum von Rico Gladrow gelegt worden. In der 88. Minute erhöhte Junge-Abiol nach einem Sprint über das halbe Feld dann sogar auf 4:0. Dabei blieb es, Schiedsrichter Allwardt pfiff überpünktlich ab. 

Trainer Thomas Brdaric (Erfurt) gibt Anweisungen
Der Druck auf Trainer Thomas Brdaric wächst weiter. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Das sagten die Trainer

Thomas Brdaric (Erfurt): "An dem Ergebnis von 0:4 gibt es in keinster Weise etwas schönzureden. Was wir wollten, und was wir dann nicht geschafft haben - da steht am Ende das blanke Ergebnis. Wir wollten aus einer kompakten Defensive heraus agieren, haben gute Diagonalbälle gespielt und leider wieder nicht die Präzision, um vorne einen sauberen Abschluss hinzubekommen. Das ist grundsätzlich unser Problem. Da kannst du um den ganzen Brei herum reden. Wir haben in dieser Woche sehr viel mit der Mannschaft getan, sehr viel geredet, Teambuilding-Maßnahmen gemacht. Deswegen ist es für uns wieder ein sehr bitteres Ergebnis. Dem müssen wir uns stellen und werden nicht wegrennen. Aber auch nicht nur sagen: Der Trainer ist der Schuldige. Nächste Woche ist das Pokalspiel und da werden wir wieder angreifen"

Uwe Lehmann (Lichtenberg): "Fußballerisch haben beide Mannschaften mit einer ähnlichen Konzeption gespielt. Dann ist es meist so, dass du ein gewisses Selbstverständnis brauchst. Und da haben wir gesehen, dass das bei meiner Mannschaft aktuell vorhanden ist. Wir hätten in der ersten Halbzeit schon das zweite Tor machen können. Ansonsten hat uns Erfurt in der zweiten Halbzeit mit Physis schon unter Druck gesetzt, aber wir haben gut dagegengehalten. Dann freut es mich für Junge-Abiol, dass er sich hinten raus belohnt hat. Wir freuen uns als Verein, dass wir aktuell so viele Punkte haben. Wir können das richtig einordnen und wissen, dass das bis hierhin sehr gut war."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. November 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 14:44 Uhr

44 Kommentare

Alex. vor 2 Tagen

Mal davon abgesehen,welchen Fussball unsere Vereine derzeit zusammenstümpern,sind es doch auch die Zuschauerzahlen,die einem-im Gegensatz zu heute-träumen lassen,welche Massen unsere Vereine damals in Stadion 'strömen' liessen!-Aber heute? Allein die Stadien in Thüringen haben garnicht die Kapazität von über 20000 Zuschauern!Aber egal,wir müssen mit der Realität leben und die heisst: 3. & 4. Liga!!

wicky 67 uncut vor 3 Tagen

Chapeau Alex, das hast Du aber schön geschrieben. Bekommst von mir dafür auch einen Daumen! 👍😏 Habe hier gerade einen zirka 20cm hohen Stapel mit uralten Oberliga-Programmheften neben mir liegen. Ist zwar alles verdammt lange her. Aber in solch mauen Zeiten schwebt man gerne auch mal in nostalgischen Zeiten, wobei man eben ganz besondere Erlebnisse wieder gedanklich erwachen lässt. Hier zB 3:1 gegen den BFC vor 28000! Hier 4:3 gegen Lok, und hier 4:2 und 4:3 sowie 4:0 gegen die Maggis! Dann aber auch 4:0/3:2 und 2:1 gegen Dynamo Dresden usw usw.. Alles vor weit über 20000 bzw 25000 Zuschauern!! Da wurde Fußball noch auf eine ganz andere Art und Weise gelebt als heute!! Solche Leute wie Brdaric können sich überhaupt garnicht in solche Zeiten hineinversetzen, weil sie leider viel zu sehr sich selber, und nicht das ganze Drumherum zu sehen in der Lage sind! Die starren doch alle nur noch auf die nächsten Gehaltsabrechnungen und ihr eigenes karges Ego.. Wünsche Dir auch 'ne schöne Woche!

Stealer vor 3 Tagen

@Chemieschwein: Liest du die Beiträge eigentlich durch bevor du sie kommentierst? Ich habe auf niemandem rumgehackt und bin wie erwähnt mit der Saison des FCC ziemlich bedient. Ich hätte den RWE nur mindestens im oberen Mittelfeld erwartet und wundere mich.