Fußball | Aufstiegsrückspiel zur 3. Liga 1. FC Lok Leipzig verpasst den Drittliga-Aufstieg

Der Traum des 1. FC Lok Leipzig von der 3. Liga hat sich vorerst zerschlagen: Im Aufstiegsrückspiel kassierten die offensiv über weite Strecken zu ideenlosen Blau-Gelben nach ihrer Hoffnung bringenden Halbzeitführung gut eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit den entscheidenden Gegentreffer. Verl reichte jenes 1:1 auf der Bielefelder Alm aufgrund des mehr erzielten Auswärtstores (2:2) im Hinspiel am vergangenen Donnerstag.

Während SCV-Cheftrainer Guerino Capretti auf die identische Startformation des Hinspiels baute, brachte Wolfgang Wolf mit Matthias Steinborn den Jokertorschützen vom vergangenen Donnerstag von Beginn an. Rechtsverteidiger Robert Berger musste aufgrund von Adduktorenbeschwerden passen - Maik Salewski rückte dafür aus dem Mittelfeld nach hinten.

Die Bilder des Rückspiels Verl vs. Lok Leipzig

Trainer Guerino Capretti SC Verl und Trainer und Sportdirektor Wolfgang Wolf Lok
Herzliche Begrüßung unter den Trainern Guerino Capretti (SC Verl/links) und TWolfgang Wolf (Lok Leipzig/rechts). Bildrechte: imago images/Picture Point LE
1. FC Lok, Mannschaft, Spielerkreis
Mit vereinten Kräften wollte das eingeschworene Team von Wolfgang Wolf den ersehnten Aufstieg schaffen. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Djamal Ziane, Jan Schöppner und Julian Stöckner
Der Fokus lag vor allem auf dem Kampf. Hier hatte es Djamal Ziane im Kopfballduell gleich mit zwei Gegenspielern zu tun - Jan Schöppner und Julian Stöckner. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Die Spieler von Lok Leipzig jubeln
Mit Erfolg - denn die Blau-Gelben gingen unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch in Führung. Salewski brachte den Ball von rechts und SC-Kapitän Stöckner rutschte dieser unglücklich über den eigenen Scheitel im langen Bogen ins Tor (45.). Bildrechte: imago images/Picture Point LE
1. FC Lokomotive Leipzig am 30.06.2020 in der SchücoArena in Bielefeld Tor zum 1:1 durch Ron Schallenberg  Verl.
Kein gutes Omen für die Sachsen, denn in der 73. Spielminute erzielte der SC Verl das 1:1 durch Ron Schallenberg (73.). Bildrechte: imago images/Revierfoto
Djamal Ziane und Lars Ritzka
Enttäuschung pur bei Djamal Ziane ... Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Trainer Guerino Capretti SC Verl und Trainer und Sportdirektor Wolfgang Wolf Lok
Herzliche Begrüßung unter den Trainern Guerino Capretti (SC Verl/links) und TWolfgang Wolf (Lok Leipzig/rechts). Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Verl - Lok Leipzig / 30.06.2020 Bielefeld, 30.06.2020, Bielefelder Alm, Fussball, Regionalliga, Relegation, Rückspiel um den Aufstieg in die 3.Liga , SC Verl vs 1.FC Lokomotive Leipzig , Im Bild Einlaufen der Mannschaften.
Auf perfektem Rasen in der Bielefelder SchücoArena ging es dann wenig später zur Sache. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Aygün Yildirim 18, Verl vor Maik Salewski 22, Lok
Gleich von Beginn an merkte man der Partie an, dass es um Einiges ging. Beide Teams wirkten nervös und brachten spielerisch nicht viel Hochwertiges zustande. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Jan Schöppner blockt den Schuss von Sascha Pfeffer
Erste gute Chance der Leipziger: Sascha Pfeffer kam an der Strafraumgrenze zum Abschluss - Verls Jan Schhöppner konnte den Schuss aber gerade noch so blocken (21.). Bildrechte: imago images / Picture Point LE
Patrick Wolf 14, Lok setzt sich gegen Ron Schallenberg 6, Verl und Mehmet Kurt durch.
Danach kamen die Sachsen besser ins Rollen und drückten der Partie ihren Stempel auf. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Julian Stöckner nach seinem Eigentor zum 0:1
Pures Entsetzen bei Eigentor-Schütze Julian Stöckner, der sich wohl einen Zuruf seines Keepers Robin Brüseke gewünscht hätte. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Schiedsrichter Arne Aarnink musste während der Partie an der Wade behandelt werden
Die zweite Halbzeit begann mit einem Schreckmoment für Schiedsrichter Arne Aarnink, der nach einer Verletzung nicht mehr weitermachen konnte. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Ersatzschiedsrichter Eric Müller
Dieser wurde dann aber nach gut acht Minuten Spielunterbrechung vom vorherigen vierten Offiziellen Franz Bokop ersetzt. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Wolfgang Wolf Lok und Nicky Adler
Ein Nackenschlag, von dem sich der 1. FC Lok Leipzig nicht mehr erholen konnte. Da brachten auch die Anfeuerungsversuche von Coach Wolfgang Wolf nichts mehr. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Stadionanzeigetafel mit dem Endresultat
Am Ende blieb es beim 1:1. Der SC Verl steigt in die 3. Liga auf, der 1. FC Lok Leipzig guckt in die Röhre und muss nächstes Jahr wieder in der Regionalliga Nordost antreten. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
1. FC Lok Leipzig
... und seinem Team. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
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Stöckner macht die Tür ganz weit auf

Die Spieler von Lok Leipzig jubeln
Blau-Gelbe Jubeltrubel nach dem Führungstreffer unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Anders als noch im Bruno-Plache-Stadion gelang es den Blau-Gelben nicht, die Ostwestfalen durch viele lange Bälle in einen offenen Schlagabtausch zu verwickeln und mit Wucht auf zweite Bälle zu gehen. Verl agierte mit kontrolliertem Spielaufbau und ließ sich nicht locken. Lange Zeit blieb die Direktabnahme des SCV-Mittelfeldspielers Ron Schallenberg (10.) die einzige wirkliche Torannäherung, wohingegen sich Lok durchweg schwertat, überhaupt in Strafraumnähe zu gelangen.

Erst die Doppelchance beinah aus dem Nichts von Patrick Wolf (abgefälscht knapp über den Querbalken) und David Urban (Kopfball-Aufsetzer) nach der anschließenden Ecke weckte den FCL aus der offensiven Passivität (37.). Fabian Guderitz' starke Parade gegen Yannick Langesbergs tückischen Kopfball leitete dann die Gästeführung ein - Salewski zog im direkten Gegenzug jene Flanke mit Schnitt nach innen, die Verl-Kapitän Julian Stöckner unglücklich über den Scheitel hinweg ins lange Eck des eigenen Tores verlängerte (45.).

Schallenberg schockt den 1. FC Lok

1. FC Lokomotive Leipzig am 30.06.2020 in der SchücoArena in Bielefeld Tor zum 1:1 durch Ron Schallenberg  Verl.
Fabian Guderitz streckt sich vergeblich - Ron Schallenbergs Direktabnahme landet im rechten Eck. Bildrechte: imago images/Revierfoto

Die Tür zur 3. Liga stand für die Blau-Gelben offener denn je - aber der SC Verl war keineswegs gewillt, sich diesem Schicksal zu ergeben. Aygün Yildirim schlenzte unmittelbar nach Wiederanpfiff eine Janjic-Ablage einen Hauch über den Querbalken (47.). Den Spielrhythmus unterbrach dann eine gut achtminütige Verletzungsunterbrechung von Schiri Arne Aarnink, der dann vom vierten Offiziellen Franz Bokop ersetzt werden musste (59.). Es blieb jedoch dabei - Lok kam nicht ins Laufen, riskierte nichts, um die defensive Stabilität zu bewahren - ließ sich allerdings merklich in die eigene Hälfte drücken.

Yildirims Linksschuss zischte knapp vorbei (63.). Und es kam noch dicker: Patrick Schikowskis aufsetzende Eingabe von der rechten Seite fiel Schallenberg vor die Füße, der seine Innenseite hinhielt und damit aus 15 Metern flach ins rechte Eck traf (73.). Der Schock saß tief - bis in die insgesamt 13-minütige Nachspielzeit hinein. Erst nachdem Verls Joker Matthias Haeder um Zentimeter die Führung der Gastgeber verzog (90.+8), begann Loks Brechstange noch etwas zu wirken - allerdings ohne den entscheidenden Lucky Punch zu setzen.

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mhe

Stimmen zum Spiel:

Matthias Steinborn  SC Verl - 1. FC Lok Leipzig 0:1 1 min
Bildrechte: MDR

Di 30.06.2020 19:08Uhr 01:08 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-lok-leipzig-angreifer-matthias-steinborn-im-interview-nach-sc-verl-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Thomas Löwe   SC Verl - 1. FC Lok Leipzig 4 min
SC Verl - 1. FC Lok Leipzig Bildrechte: MDR

Di 30.06.2020 19:24Uhr 04:10 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-interview-lok-leipzig-praesident-thomas-loewe-nach-sc-verl-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Paul Schinke 2 min
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Videos und Audios zur 3. Liga

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. Juni 2020 | 15:15 Uhr

145 Kommentare

wicky 67 uncut vor 6 Wochen

Sie sind ein echter Herzblutfan, auf jeder Verein mit kleineren finanziellen Mitteln stolz sein darf!👍🏻👍🏻👍🏻🍀⚽✌🏻
Ohne solche Fans wie Sie würde der Fußball als Volkssport für jedermann garantiert leider aussterben!!!
Inn diesem Sinne wünsche ich ihnen aus tiefstem Herzen weitere glückliche 50Jahre mit ihrem Herzensverein, sowie auch ganz ganz viele wunderschöne Jahre mit ihrer Familie aus meiner Heimat Thüringer Wald🎄 Bleiben Sie immer genauso treu wie Sie sind!!!👍🏻 Ihr Beitrag hat mich menschlich sehr gerührt!😪 Und glauben Sie mir bitte eines: Auch wenn das gestern leider noch nicht ganz mit dem Aufstieg funktioniert hat, so werden Sie dafür die geilste Viertliga-Saison ihres Lebens erleben dürfen! Von ganzem Herzen wünsche ich ihnen natürlich, daß die Saison eventuell erst im September beginnt, aber dafür dann in einem prall gefüllten Bruno Plache-Stadion mit 10000 Lok-Fans gegen Carl Zeiss Jena! Alles wird gut bei Lok! In Bad Düben war ich übrigens 1987/88 bei der NVA! LG

Elles vor 6 Wochen

Schade das Lok den Aufstieg verpasst hat , trotzdem haben sie eine sehr gute Saison gespielt. Neben der Entäuchung über die Niederlage habe ich mich noch mehr über die Pöbelein nach dem Spiel geärgert, das haben die Jungs nicht verdient . Leider werden uns nun einige gute Spieler verlassen , so wird es mit dem 2.Versuch eine Weile dauern. Ich gehe seit über 50 Jahren nach Probstheida und das wird auch so bleiben solange es die Gesundheit zulässt. An alle Spieler ,Funktionäre und Fans ein Dankeschön das wir uns diese Chance erarbeitet haben. Bis bald Elles

Dresdner2 vor 6 Wochen

So sehr ich das bedaure, muss man der Sache auch etwas Gutes abgewinnen.... Das es Lok nicht geschafft hat, ist eh ein Unding. Solch wundersame Sachen kennen "wir" aus Liga 2 zur Genüge. Nun zum Guten: 6 sichere Punkte zur nächsten Saison, also, wenn alles Ungerechte dann wirklich so bleiben sollte....