Fußball | Regionalliga Auerbach schenkt 3:0-Vorsprung gegen Rathenow her

Nachholer 16. Spieltag

Auerbach hat im Regionalliga-Kellerduell gegen Rathenow für heftiges Kopfschütteln der eigenen Fans gesorgt. Der VfB schenkt eine 3:0-Führung noch her und verpasst es, die Abstiegszone zu verlassen.

VfB Auerbach - Optik Rathenow 2 min
VfB Auerbach - Optik Rathenow Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Vor 380 Zuschauern unter 2G-Bedingungen hieß es am Ende 3:3. Die Vogtländer kamen nach Quarantäne-Maßnahmen mit viel Lust aus der zweieinhalbwöchigen Zwangspause, am Ende überwog dann der Frust.

Auerbach ging mit großen Personalwechseln in die Partie. Nach Corona-Erkrankungen fehlte Philipp Müller, bei Offensivmann Michail Fragkos reichte es nur für die Bank. Dazu musste Ersatztorhüter Maximilian Schlosser Stammkeeper Stefan Schmidt wegen einer Augenentzündung ersetzen. Aleksandrs Guzlajevs fiel zudem mit einer Erkältung aus. Der kroatische Neuzugang Di Mateo Lovric konnte nach Streitigkeiten um die Spielberechtigung mit seinem Heimatverband sein Debüt feiern.

Deutliche Angelegenheit in Hälfte eins

Trotzdem war der Tabellenvorletzte nach kurzer Anlaufzeit richtig gut in der Partie und brillierte mit tollen Angriffen. Marc-Philipp Zimmermann legte eine Sieber-Flanke per Kopf diagonal durch den Strafraum für Ondrej Brejcha auf, der humorlos zum 1:0 (16.) einschob. Auerbach blieb dominant. Sarwar Osse ließ die Kugel mit einem Schuss wie ein Strich aus 22 Metern unter der Latte einschlagen – 2:0 (23.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff besorgte Brejcha nach einem perfekt vorgetragenen Konter das 3:0 (45.). Von Optik kam bis dahin außer einer guten Einschusschance (44.) nichts. Rathenows Trainer Ingo Kahlisch wetterte deshalb in der Pause: "Das ist wie Kreisklasse hier!"

Ausgleich in der Schlussminute

Doch seine Jungs wollten es ihm offensichtlich zeigen. Auerbach ging dagegen zu verhalten in den zweiten Durchgang. Giaouplari fälschte einen Schuss von Optiks Jonathan Muiomo zum 1:3-Anschluss (58.) ab. Rechtsaußen Osse hatte anschließend die doppelte Chance, bei Kontern das wohl vorentscheidende vierte Tor zu schießen. Der syrische Straßenkicker, der als Flüchtling nach Chemnitz kam und erst in Deutschland eine fußballerische Grundausbildung erhielt, war ein absoluter Aktivposten bei den Vogtländern. Allerdings legte er sich diese Male den Ball etwas zu weit nach außen vor und verfehlte dadurch jeweils die Optik-Kiste (74./76.). Auf der Gegenseite versenkte Muiomo aus dem Nichts einen 25-Meter-Abschluss in der linken Ecke (3:2/77.) und die Partie war wieder offen. In der Schlussminute schockte dann Glodi Zingu die Gastgeber: Nach einem langen Ball tauchte der Verteidiger frei vorm Tor auf und erzielte den 3:3-Ausgleich.

Auerbach verpasst Sprung aus dem Keller

Versteinerte Mienen waren unter den VfB-Anhängern auf der Tribüne zu sehen – viele fassten sich an den Kopf und meinten immer wieder: "Wie kann man nur so doof sein." Denn Auerbach hätte mit einem Sieg über das Tabellenschlusslicht die Abstiegsplätze verlassen und einen direkten Konkurrenten distanziert. So machte man Rathenow selbst stark.

Stimmen zum Spiel:

Ingo Kahlisch (Rathenow): "Ich kann weder lachen noch heulen nach dem Spiel heute. Wir lassen uns in der ersten Hälfte auskontern, so kann man nicht auftreten. Dann kämpfen wir uns aber genauso verrückt zurück."

Sven Köhler (Auerbach): "Es war eine gefühlte Niederlage und sehr sehr bitter. Es war klar, dass Rathenow nochmal viel Risiko geht in der zweiten Halbzeit und wir wussten, wie es laufen kann. Aber wir haben die Konter nicht zum vierten Tor genutzt und dadurch keine Ruhe ins Spiel gekriegt. Sarwar Osse hat super trainiert und sich die Aufstellung verdient. Dass er dann die Chancen nicht nutzt, tut weh. Aber wenn man als Mannschaft stabil ist, kriegt man den Sieg dennoch drüber. So gehen wir traurig heim."

Patrick Franz

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Sport im Osten So 28.11.2021 15:45Uhr 06:00 min

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 13. November 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Chemieschwein vor 2 Wochen

Dafür gibts keine worte mehr.. Die Oberliga ruft immer lauter, zumal zu befürchten ist, das Pandemie die Saison beenden wird... traurig..

TYPISCH PLAUEN FUHRE ANDY vor 2 Wochen

Meingott Walter