Neugersdorf vs. Berliner-AK
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Fußball | Regionalliga Berliner AK wehrt sich gegen Schmährufe aus Neugersdorf

Sportlich läuft es beim Regionalliga-Zweiten Berliner AK derzeit richtig gut. Die Freude über den jüngsten 4:0-Erfolg in Neugersdorf wurde allerdings durch Schmährufe getrübt. Der FCO will nun gegen die Täter vorgehen.

Neugersdorf vs. Berliner-AK
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In der Regionalliga-Partie FC Oberlausitz gegen den Berliner AK (0:4) soll es am Sonntag (3.11.2018) zu rassistischen Äußerungen gegen die Berliner gekommen sein. Der BAK fordert nun Konsequenzen.

FCO-Vizepräsident und Trainer entschuldigen sich

Ersan Parlatan
BAK-Trainer Parlatan: "Das tat weh" Bildrechte: IMAGO

Die Schmährufe wurden bereits auf der Pressekonferenz direkt nach dem Spiel thematisiert. BAK-Trainer Ersan Parlatan berichtete von "Kanaken"-Rufen von der Haupttribüne und sagte: "Das tat weh. Wir sind kein Kanakenverein. Wir sind ein Verein mit deutschen Wurzeln. Wir wollten hier nur Fußball spielen." Lothar Berndt, Vize-Präsident des FCO bestätigte, ebenfalls von den Rufen gehört zu haben. Berndt sowie FCO-Trainer Karsten Hutwelker entschuldigten sich bei Parlatan und dem FCO. Berndt kündigte zudem an, gegen die Rufer vorgehen zu wollen.

BAK: "Nicht zur Tagesordnung übergehen"

In einer Pressemitteilung forderte der BAK den FC Oberlausitz nun zu Konsequenzen auf. "Man darf nach rassistischen Äußerungen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Neugersdorf solle "diese Fans isolieren und mit einem Hausverbot belegen. Auch Strafanzeigen sollten in Erwägung gezogen werden", heißt es in dem Schreiben von Montagabend (5.11.2018).

FCO-Vize Berndt: "Maximal zwei Rufer"

Auf MDR-Nachfrage erklärt Berndt am Dienstag, dass man weiter auf der Suche nach den Rufern sei. "Wir versuchen weiterhin, diese Leute ausfindig zu machen. Allerdings möchte ich auch ganz klar sagen: "Das waren Einzelfälle, ich habe maximal zwei Leute gehört." Sollte man die Rufer identifizieren, drohe ihnen allerdings ein Stadionverbot. Berndt berichtete allerdings auch von Schmährufen bei Partien beim BAK. Die Neugersdorfer seien dort als "Söldnertruppe" bezeichnet worden. Er vermutet wegen der tschechischen Spieler.

dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. November 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 19:05 Uhr

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45 Kommentare

08.11.2018 14:05 Andi53 45

@43
Ich bin vollig Ihrer Meinung. Ich wollte damit nur sagen, dass ich den Hype um den BAK nicht nachvollziehen kann, während andere Schmähungen unter den Teppich gekehrt werden. Auch seitens der Medien!

08.11.2018 12:28 zwigger 44

BAK auf den Spuren von Babelsberg

08.11.2018 11:15 @42 Andi 43

Das macht es doch nicht besser! Das macht es eher schlimmer. Wer eine U-Bahn bauen will, gehört direkt angezeigt und hat das Stadion/Sportplatz zu verlassen.
Beleidigungen haben weder auf dem Fußballplatz, noch sonst wo etwas zu suchen. Nur weil es "normal" ist sich zu beschimpfen, ist es noch lange nicht gut. Etwas mehr Respekt gegenüber dem Anderen würde uns allen gut tun.
Aufregen sich aufregen ist ja ok, aber muss man jemand deshalb beleidigen?

08.11.2018 10:07 Andi53 42

Nennt mir einen Fussballverein, bis hinab zur Kreisklasse, bei dem kein Spieler mit Migrationshintergrund, oder ausländischen Wurzeln spielt. Und nur beim BAK gibt es immer wieder Mimimi! Ich will das Vorgefallene nicht gutheißen, aber wenn z.B. aus den Reihen "befreundeter " Fans des FCC Rufe wie: "Judenjena", oder "Wir bauen eine U-Bahn...." ertönen, dann gibt es keinen öffentlichen Aufschrei! Also, lieber BAK, nehmt Euch einfach etwas zurück und glaubt nicht, dass sich die ganze Welt gegen Euch verschworen hat. Übrigens, Cherry 1966, toller Post!

07.11.2018 19:19 Spooky1983 41

Danke an Cherry 1966 ;-)

07.11.2018 18:55 aufmerksamer Leser 40

Berndt sowie FCO Trainer Hutwelker entschuldigen sich bei Parlatan und dem FCO - ? an den MDR

07.11.2018 18:24 Schappio5 39

@29.....Recht hast du!

07.11.2018 14:18 Bodo 38

Ach ne schon wieder so ein Theater. Hat der Herr Han und der BAK nichts besseres zu tun. Muss man aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Am Ende darf noch nicht mal gehustet werden. Es sollten wohl alle Gästefans die ins Poststadion kommen immer genau zuhörerenwas denn bei dem BAK Fans so gerufen wird. Zum Glück sind nicht alle so verklemmt wie die Berliner.

07.11.2018 10:21 cherry1966 37

Der Begriff wird in Deutschland seit den 1990er Jahren zunehmend auch als bewusste Selbstbezeichnung von meist jugendlichen Migranten verwendet. Hierdurch wird das Schimpfwort umgewertet, in dem es durch „Aneignung“ seinen herabwürdigenden Charakter verliert und zum Ausdruck einer eigenen, positiv verstandenen Identität werden soll. Als Fremdbezeichnung wird die Benennung als Kanake immer noch als eindeutig beleidigend verstanden.
Auch Deutsche ohne Migrationshintergrund bezeichnen sich selbst manchmal in ähnlicher Motivation als Kanaken. Beispielsweise bezeichnen sich Fußballfans von Schalke 04 und anderen Ruhrgebietsvereinen gerne als "Ruhrpottkanaken", um damit ihre besondere Verbundenheit zu ihrer Heimat im Ruhrgebiet auszudrücken, aber auch weil sie von anderen Fans mit diesem Ausdruck beschimpft werden. Deutsche Rapper ohne Migrationshintergrund benutzen den Ausdruck für sich selbst, beispielsweise um auszudrücken, dass auch sie sozial benachteiligt sind.
Sport frei!

07.11.2018 10:18 cherry1966 36

Kannakermann war im späten 19. Jahrhundert unter deutschen Seeleuten eine verbreitete Bezeichnung für Kameraden aus Polynesien oder Ozeanien. Da diese im Ruf standen, besonders fähige und treue Kameraden zu sein, wurde dieser Begriff sowohl für diese Gruppe meist im positiven Sinne und oft auch als „Ehrentitel“ für besonders gute Kameraden europäischer Herkunft gebraucht.
Entlehnt ist das Wort vom hawaiischen kanaka für ‚Mensch‘, der Bezeichnung der polynesischen Ureinwohner von Hawaii für die Kanaken Neukaledoniens.

Merh zum BAK

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