Fußball | Regionalliga Betrugsvorwürfe - Anzeigen gegen Wacker-Präsident Kleofas

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hat dem MDR drei Anzeigen gegen Wacker Nordhausens Präsident Nico Kleofas bestätigt. Es geht um den Vorwurf des Betrugs im Zusammenhang mit Darlehen.

Nico Kleofas
Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Wacker Nordhausens Präsident Nico Kleofas sieht sich mit drei Anzeigen konfrontiert. Das bestätigte der Mühlhäuser Staatsanwalt Dirk Germerodt am Donnerstag dem MDR.

Vorwurf der Urkundenfälschung

Ende 2019 sei die erste Anzeige eingegangen, am Mittwoch die beiden anderen. Es gehe um den Vorwurf des Betrugs bei verschiedenen Darlehen in Höhe von 100.000, 350.000 und 600.000 Euro. Für den Fall, dass er die Darlehen nicht bedienen könne, hätte er mit einem Bürgen geworben: Carlo Knauf, milliardenschwerer Gips-Unternehmer und Haupt-Geldgeber beim Fußball-Regionalligisten. Es stünde der Vorwurf im Raum, dass Knaufs Unterschrift nicht echt sei. "Damit hätte er mit der Vortäuschung falscher Tatsachen versucht, an Vermögenswerte zu kommen", so Germerodt. Dies begründe einen Anfangsverdacht. Man habe das Landeskriminalamt Thüringen mit Ermittlungen beauftragt. Dies könne dauern.

Ulf Kirsten soll Leverkusener Firma vermittelt haben

Nach Angaben der "Thüringer Allgemeinen", die zuerst über den Fall berichtete, handelt es sich bei einem Darlehensgeber um eine mittelständische Firma aus Leverkusen, die Ex-Fußball-Nationalspieler Ulf Kirsten vermittelt hat. Der ehemalige Angreifer, der für Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen stürmte, war Ende Januar 2019 überraschend von Wacker als sportlicher Berater und Sponsoren-Beauftragter präsentiert worden. Er sollte überregionale Firmen an Land ziehen. Der Unternehmer aus Leverkusen "mache seinem Freund Kirsten keine Vorwürfe", schreibt die "TA". Der Verlust des Geldes sei allerdings eine "schwierige Situation". Es sei "unglaublich", wie sich Kleofas noch in der Öffentlichkeit präsentiere. Ulf Kirsten war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen. Anwälte von Carlo Knauf hätten die Bürgschaft bereits angefordert, um sie zu prüfen. Möglicherweise werden sie juristisch aktiv.

Das Bild zeigt Ulf Kirsten (li.) mit Nico Kleofas, Präsident von Wacker Nordhausen.
Ulf Kirsten (li.) sollte Nico Kleofas unter die Arme greifen Bildrechte: FSV Wacker 90 Nordhausen

Die Wacker Spielbetriebs-GmbH, deren Geschäftsführer Kleofas ist, hatte Mitte Dezember Insolvenz anmelden müssen. Die teure Mannschaft war nicht mehr zu finanzieren. Die Zukunft soll weiter in der Regionalliga liegen. Mit Kleofas.

red

Nico Kleofas 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sa 01.02.2020 11:34Uhr 06:02 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-378584.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Februar 2020 | 16:00 Uhr

3 Kommentare

FCSL vor 22 Wochen

Wenn Kleofas das Teil als Offizieller und im Interesse des FSV 90 "unterschrieben" hat, ist Wacker haftbar, denke ich. Eltern haften für ihre Kinder sozusagen.

galaxy vor 22 Wochen

das wäre wie Sippenhaft Rejo oder ?
Grob gesagt einer baut Scheisse und die nichts für können werden gleich mitbestraft . Gilt für alle Bereiche des Lebens oder ???

rejo vor 22 Wochen

Na in Thüringen wird es immer heikler. Da fehlt einem echt die Sprache. Ganz ehrlich Wacker sollte auch die Konsepuenz ziehen und seine Manschaft aus der Regionalliga abziehen. Mannschaften wie Chemie Leipzig , Halberstadt oder Auerbach und Bischofswerda agieren ehrlich. Sorry Meuselwitz fast vergessen. Hoffe diese Clubs nächstes Jahr in der Regionalliga zu sehen. BGW Grüsse

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