Fußball | Regionalliga Bischofswerdaer FV kämpft um Spielgenehmigung

Der Bischofswerdaer Fußballverein hat vom Spielausschuss des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) noch keine Spielgenehmigung erhalten. Am Freitag soll sich entscheiden, ob der Aufsteiger aus der Oberliga Süd in der Regionalliga Nordost starten darf.

Fantrennung muss gewährleistet sein

Darüber informierte BFV-Präsident Jürgen Neumann am Montag (11.06.2018). Im Gespräch mit MDR.DE erklärte er, dass die Fantrennung der zentrale Punkt ist, der erfüllt werden muss, um die Spielgenehmigung zu erhalten. Die Fantrennung muss spätestens zum ersten Heimspiel sichergestellt sein. Bisher kamen durchschnittlich 200 Zuschauer pro Heimspiel. Eine Spielklasse höher werden weitaus mehr Gästefans anreisen.

Deswegen weicht der Klub in der kommenden Saison von der bisherigen Spielstätte ins Stadion an der Wesenitz aus – dorthin, wo der Verein vor 28 Jahren noch in der DDR-Oberliga spielte. Den Platz kennen auch die aktuellen Kicker bestens, trainieren sie doch dort regelmäßig. Für die Fans, die mit dem Zug anreisen, zieht sich der Fußweg nun nicht mehr zehn, sondern nur noch sieben Minuten hin. Präsident Neumann erklärt: "Es wird ein komplett neues Zaunsystem errichtet. Der Fördermittelantrag ist gestellt." Anfang Juli sollen die Bauarbeiten beginnen, so Neumann, der schon seit 15 Jahren BFV-Präsident ist.

Jürgen Neumann
Jürgen Neumann, Präsident des Bischofswerdaer FV (Archiv). Bildrechte: Bischofswerdaer FV

Bischofswerda muss notfalls in Grimma spielen

Und falls der Zaun doch nicht rechtzeitig steht? Dann ist das Stadion der Freundschaft in Grimma die Ausweichstätte. Gern hätte der Bischofswerdaer FV auch die Spielstätte in Bautzen angegeben. Doch die ist laut Neumann schon die Ausweichstätte des FC Oberlausitz Neugersdorf. Neumann sagte über die Vorkehrungen: "Wir gehen davon aus, dass wir das nicht brauchen, haben uns aber abgesichert." In der Geschäftsstelle scherzen die Mitarbeiter schon, dass das erste Heimspiel gegen Lok Leipzig stattfindet, dann in Grimma. Vom Süden Leipzigs bis nach Grimma sind es nur 30 Minuten mit dem Auto. "Da kämen bestimmt viele Leipziger", sagt Neumann fröhlich. Für die Bischofswerdaer wären aber etwa 130 Kilometer zurückzulegen.

NOFV-Präsident Rainer Milkoreit sagte während einer Infoveranstaltung am Dienstag in Leipzig, dass man alles tun werde, damit Bischofswerda in der vierten Liga antreten könne. "Wir werden auf der Verbandstagung am Freitag in Leipzig über die Zulassung von Bischofswerda diskutieren. Ich bin aber optimistisch, dass wir eine Lösung finden. Wer sportlich aufsteigt, sollte auch in der Liga spielen", so Milkoreit.

Fast täglich tauscht sich Neumann mit dem NOFV aus. "So einfach werden sie uns nicht loswerden", sagt der Rechtsanwalt. Der Zaun und weitere Maßnahmen kosten etwa 100.000 Euro. In der Arena, wo Bischofswerda zuletzt spielte, müsste ein kompletter Gästeblock aus Beton gebaut werden. Das würde Schätzungen zufolge 1,5 Millionen Euro kosten. Die Planungen laufen, doch Neumann erklärt: "Wir wollen erst einmal gucken, wie wir starten. Das ist die stärkste Regionalliga aller Zeiten."

Stadion der Freundschaft in Grimma
Das Stadion der Freundschaft in Grimma wäre im Notfall die Spielstätte des BFV. Das Stadion ist etwa 130 km von Bischofswerda entfernt (Archiv). Bildrechte: MDR/Felix Thiel

Das Saisonziel 2018/19: Ostsachsenmeister werden

Der FC Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC kommen aus der dritten Liga. Viktoria Berlin hat einen finanzstarken Sponsor gefunden. Zudem sicherte sich Wacker Nordhausen namhafte Neuzugänge. Neumann sagte: "Ich bin immer Optimist. Ich habe als Ziel ausgegeben, Ostsachenmeister zu werden - vor Bautzen und Neugersdorf."

Budissa Bautzen, Einheit Kamenz und Dynamo Dresden haben zum Aufstieg gratuliert. Mails und Glückwunschkarten erreichten die Geschäftsstelle. Einige schauten auch persönlich vorbei. Zu verdanken hat der Klub den Erfolg unter anderem Trainer Erik Schmidt, dem 2015 schon der Aufstieg in die Oberliga gelang. Der Coach wird auch in der neuen Saison an der Seitenlinie stehen. Einen Vertrag bis 2020 wollte er aber vorerst nicht unterschreiben.

Abpfiff, Trainer Erik Schmidt (BFV) geht vom Platz.
BFV-Trainer Erik Schmidt führte sein Team in die Regionalliga (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Fünf bis sieben Neuzugänge sollen kommen

Die besten drei Torschützen bleiben dem Klub über die Sommerpause hinaus erhalten: Frank Zille (15 Tore /25 Spiele), Hannes Graf (12/22) und Tom Hagemann (9/19). Präsident Neumann sagte: "Unser Hauptaugenmerk ist es, unsere Mannschaft zusammenzuhalten. Der Trainer hat das Potenzial, diese Mannschaft weiterzuentwickeln." Er schob nach: "Wir wollen den bisherigen Weg mit jungen Spielern nicht verlassen. Die zweite Reihe wollen wir noch etwas mit jungen Spielern verstärken." Neumann rechnet mit fünf bis sieben Neuzugängen.  

Vormittagstraining für die, die Zeit haben

Die meisten Kicker in Bischofswerda sind Studenten oder Auszubildende - vom Fitnesskaufmann – bis zum Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. In der neuen Saison sollen jede Woche vier Trainingseinheiten am Abend anstehen. Zudem bietet Trainer Schmidt zweimal wöchentlich ein Vormittagstraining an. Neumann erklärte: "Bei den Studenten läuft der Tag anders. Wir haben auch ein paar Arbeitgeber, die die Spieler freistellen." Er weiß aber auch, dass der BFV weiterhin ein Amateurverein bleiben werde.

Und Neumann selbst? Er spielt bei den alten Herren. Früher war er Fechter, wechselte wegen einer Verletzung zum Fußball. Vom Sturm wechselte er inzwischen die Position. Neumann sagte: "Ich bin Vorstopper. Wir spielen das alte System."

mkö

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell - Das Nachrichtenradio | 11. Juni 2018 | 20:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 12:54 Uhr

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9 Kommentare

13.06.2018 19:04 Kamenzer 9

Oluigarch wie das geht weis ich auch nicht aber irgendwie gehts ( wird vielleicht bissel geschummelt )

13.06.2018 17:08 Ostkur"f"e Erfurt 8

@7
Zur Info u Erklärung! Die Auflagen für unser altes Stadion durch den DFB wurden immer höher um in dieses Stadion die Spielgenehmigung zu bekommen. Vor jeder Saison musste die Stadt Erfurt u der Verein deswegen Geld ausgeben. Wenn der Verein + Stadt Erfurt dies nicht gemacht hätte, wäre der Verein abgestiegen. Dies ist übrigens bei jeden anderen Verein genauso. Deswegen hat die Stadt Erfurt, um angeblich Geld zu sparen, dieses Ding gebaut. Übrigens ja der Verein u die Fans wollten ein neues reines Fussball Stadion ( wie alle anderen Vereine auch). Die Stadt Erfurt wollte aber eine Multifunktionsarena mit Leichtathletik Charme. Immer erst vorher Informieren als plumpe Behauptungen aufstellen. Aber dies ist wahrscheinlich nicht ihre Stärke!! RW Grüße

13.06.2018 10:25 Oluigarch 7

Zu 6, was hat der Nofv mit Eurem Stadion zutun? Ihr wolltet das!

Schiebock, alles gute - Ihr schafft das!

Zu 5, trotzdem will ja der Fabian Müller Geld haben..
CFC und RWE Insolvent und Spass dabei..frag mich nur von wo die neue Kohle kommt..!

13.06.2018 09:09 Ostkur"f"e Erfurt 6

Drücke beide Daumen das noch klappt. Erinnere mich noch an die Spiele gegen euch in der besseren Zeit. Übrigens; mit diesen Auflagen macht der DFB/ NOFV den Fussball kaputt. Entweder massiv verschulden als Verein oder in der Versenkung verschwinden sind die Alternativen. Unser altes Stadion war denen auch nicht gut genug. Deswegen haben wir jetzt dieses Ding stehen. Fanunfreundlich u noch kostenintensiver wie unsere "Mitteldeutsche Kampfbahn ". Aber dies ist so gewollt. Wir " der Osten " soll in die Niederungen gebracht werden. Teilweise trifft dies auch auf die alte BRD zu ( Aachen, Offenbach). Auf schöne spiele gegen euch. Rw Grüße

12.06.2018 17:56 Kamenzer 5

Fabian Müller war Ablösefrei und wird auch nicht das verdienen was er bei Dynamo verdient hat - spielen ist besser als Bank drücken -

12.06.2018 13:47 Fastener 4

Dem BFV wäre zu wünschen,dass sich die Lausitzer mehr für Ihre eigenen Fussballvereine als für Dynamo interessieren.
Bischofswerda hat schon mal gezeigt, welches Potenzial die Gegend hätte....

12.06.2018 09:00 Muzzi 3

Ich persönlich freue mich sehr über den Aufstieg von "Schiebock". Einen Katzensprung von meiner alten Heimat entfernt, werden ich sehr gern zu dem ein oder anderen Spiel kommen, wenn ich denn mal in der alten Heimat bin. Schön mit günstigem Bier und feiner Bratwurst entspannt Fussball schauen.

Dynamische Grüsse
Muzzi

11.06.2018 22:38 FTL 2

Oha, da ist bestimmt der 1.FCL schuld. Ich kann mich aber gut an die Fan-Trennung erinnern, Bauzaun, kleines separates Kassenhäuschen usw. Eine Verlegung nach LE wurde kategorisch abgelehnt und hinter der FCL beschimpft. Dann wieder mal beim Verband jammern und hoffen.

11.06.2018 21:28 cranzler 1

mein Glückwunsch an euch zum verdienten Aufstieg,
An die letze Niederlage von Aue in der Oberliga 1990 gegen euch Schieböcker denke ich mit Alpträumen zurück, war ein entscheidender Sargnagel zum damaligen Abstieg.
Ich wünsch euch viel Glück, vor allem gegen die insolventen Mitplayer, die es sich da schon mal einen gestandenen 2-Liga-Spieler wie Fabi Müller leisten können...
Euch "persönlich" in Bischofswerda alles gute und eine gutes Sportjahr !