Fußball | Regionalliga Nach Randalen beim Leipziger Ortsderby: Hausdurchsuchungen und Fahndungen

Die Aufarbeitung der Vorfälle des letzten Leipziger Ortsderbys gehen weiter. Nachdem die Klubs Chemie und Lok bereits Strafen des Verbandes aufgebrummt bekommen haben, gab es am Mittwoch in Leipzig Hausdurchsuchungen bei Anhängern der Vereine. Zudem wurden Personen zur Fahnundung ausgeschrieben.

Fans von Chemie werfen Gegenstände auf Polizisten.
Fans von Chemie Leipzig werfen Gegenstände auf Polizisten. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Nach gewaltsamen Ausschreitungen beim Regionalliga-Derby zwischen der BSG Chemie und Lok Leipzig fahnden Staatsanwaltschaft und Polizei nach tatverdächtigen Fans. Ihnen wird besonders schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, wie die Polizeidirektion Leipzig am Mittwoch mitteilte.

Polizei durchsucht Wohnungen von Fußball-Anhängern

Zudem erklärte die Polizei, dass am Mittwoch Hausdurchsuchungen bei Anhängern der BSG Chemie stattgefunden haben. Dies wurde dem MDR auch über Fankreise bestätigt. Bei der Polizei-Aktion wurden insgesamt 21 Wohnungen, eine Garage sowie ein Geschäftsraum in Leipzig und Umgebung durchsucht. Dabei hat die Polizei im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen erkennungsdienstliche Maßnahmen bei 14 Beschuldigten durchgeführt, 13 davon mussten auf richterliche Anordnung ihre DNA-Muster per Mundhöhlenabstrich abgeben.

Auch bei einem Anhänger von Lok Leipzig durchsuchte die Polizei die Wohnung. Ihm wird versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, er soll Pyrotechnik in den gegnerischen Fanblock geschossen haben. Bei den Durchsuchungen wurden Mobiltelefone, Speichermedien, Beleidungs- und Vermummungsgegenstände sichergestellt, die nun als Beweismittel dienen. Davon erhofft sich die Polizei zudem die Identifizierung weiterer bisher unbekannter Täter der Ausschreitungen vom Mai.

Polizei vor dem Lok-Fanblock
Polizei vor dem Lok-Fanblock aus dem Pyrotechnik geschossen wurde. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Personen aus dem BSG-Fanblock attackieren Polizei

Beim Spiel am 7. Mai sei es aus dem Block der Fans der BSG Chemie heraus zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen Polizeibeamte gekommen, hieß es. Eine größere, aggressive und zum Teil vermummte Menschenmenge habe unter anderem Metallstangen, Bauzäune und Steine sowie Tische und andere Gegenstände auf die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten geworfen.

Mehrere Beamte seien verletzt worden. Die Ermittlungen wurden auch wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Einige der Tatverdächtigen habe die Polizei namentlich ermittelt. Es werden Zeuginnen und Zeugen gesucht, die einzelne Personen auf Bildern erkennen, Hinweise zum Sachverhalt oder den noch unbekannten Tatverdächtigen geben können.

NOFV beschließt Zuschauerausschluss

Von Seiten des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) wurde im Nachgang unter anderem ein Geisterspiel beschlossen. Beim nächsten Liga-Aufeinandertreffen Mitte Oktober im Bruno-Plache-Stadion sind keine Zuschauer zugelassen. Außerdem wurden Geldstrafen gegen beide Vereine ausgesprochen.

Chemie - Lok 5 min
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epd/red

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 14. September 2022 | 10:40 Uhr

7 Kommentare

Detscher vor 2 Wochen

Die Strafverfolgung beider Vereine sehe ich als totalen Quatsch, natürlich hat der „platzbauende Verein“ die Verantwortung zu tragen. Hier sehe ich ein zivilrechtlichen Ansatz, die Täter, egal welches Vereines muss gefasst und abgestraft sowie ausgeschlossen werden. Der Verband sucht Bauernopfer und will Geld sehen. Kriminelle finden immer Mittel und Wege, egal aus welchen Motiv…! Die Vereine zur Verantwortung zu ziehen bringt nichts, außer das diese krank oder kaputt gemacht werden!
Wie gesagt, Idioten haben beide Vereine und die müssen zur Verantwortung gezogen werden. Dafür zahlen wir Steuern sowie Eintritt!

Gernot vor 2 Wochen

Es wird wirklich Zeit, " klare Kante" für alle zu zeigen,welche sich im Stadion nicht an geltende Gesetze halten. Der Fußball darf nicht zum Freiraum für Chaoten und Idioten verkommen.

Lok vor 2 Wochen

Menschen, die andere Menschen vorsätzlich verletzen, oder mögliche Verletzungen billigend in Kauf nehmen, gehören zur Verantwortung gezogen, ganz unabhängig von den jeweiligen Vereinsfarben.

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