Fußball | Regionalliga Andreas Patz – plötzlich im Regionalliga-Rampenlicht

Andreas, wer? Der neue Trainer von Fußball-Regionalligist Carl Zeiss Jena dürfte selbst Viertliga-Insidern kein Begriff sein. Andreas Patz trat bisher eher als Video-Analyst und Nachwuchstrainer in Erscheinung. Jetzt bekommt er bei den Thüringern die große Chance und steht im Regionalliga-Rampenlicht.

Patz ist 37, zweifacher Familienvater und gebürtiger Thüringer. Geboren in Bad Salzungen, wohnt er jetzt mit seiner Familie in Tiefenort im Wartburgkreis. Oft war er in der Vergangenheit aber nicht zu Hause.

"Die schönste Nebensache der Welt“ ist für Patz schon seit vielen Jahren der Lebensmittelpunkt. Der A-Lizenz-Inhaber begann seine Trainerlaufbahn 2012 als DFB-Stützpunkttrainer, arbeitete danach als Co-Trainer erst bei Rot-Weiß Erfurt II (2013/14), dann als Co-Trainer der U19 von Rot-Weiß.

Von Thüringen zum Ungarischen Fußballverband

2017 folgte der große Wurf. Über Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen landete Patz 2017 beim Ungarischen Fußball-Verband. Unter Bernd Storck (Cheftrainer/Sportdirektor der Ungarn und 171 Bundesligaspieler für Borussia Dortmund) wurde Patz, der sich auf dem Gebiet des Video- und Spielanalysten spezialisiert hat und ausgebildeter "Life Kinetik"-Trainer ist, Chef-Analytiker der ungarischen Auswahl.

Zwei Jahre in Belgien

Nach 15 Monaten war das Abenteuer Ungarn vorbei. Belgien hieß das neue Ziel. Storck wurde Cheftrainer beim Erstdivisionär Royal Mouscron, Patz ging als Co-Trainer mit. Ein Jahr später wechselte das Duo zu Cercle Brügge und bewahrte die Mannschaft vor dem Abstieg.

Seit 2020 bei Carl Zeiss Jena

Andreas Patz
Andreas Patz leitete am Dienstag (12.10.21) seine erste Trainingseinheit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Sommer 2020 kehrte Patz nach Thüringen zurück, übernahm die U19 von Carl Zeiss Jena und wurde am 11. Oktober zum Cheftrainer befördert. Sportchef Tobias Werner und Geschäftsführer Chris Förster lobten seine Arbeit mit der U19. Die reine Zahlenbilanz nach nur acht Spielen als U19-Cheftrainer liest sich nüchtern: Drei Siege, drei Niederlagen, zwei Remis. Auch wenn der Vergleich hinkt: Kunert, der fast zeitgleich mit Patz in Jena anheuerte, gewann von 34 Spielen 21 und verlor nur sieben.

Patz keine "Verlegenheitslösung"

Trotzdem musste der Berliner nach zehn Regionalliga-Spielen ohne Niederlage gehen. Carl Zeiss hatte Kunert nicht zugetraut, die Mannschaft auf Platz eins zu führen. Patz sei dafür der richtige Mann, der "die richtigen Stellschrauben" (Werner) finden wird. Er erhält einen zunächst bis Saisonende laufenden Vertrag als Cheftrainer mit der Option im Falle des Drittligaaufstiegs einer Vertragsverlängerung bis Sommer 2024. Der 37-Jährige sei keineswegs eine "Verlegenheitslösung", sagte Förster. Man sei felsenfest vom neuen Trainer überzeugt.

Vor Patz liegen aufregende Tage: Am Donnerstag wird er 38, am Freitag kann die Mannschaft ihm mit drei Punkten im Spitzenspiel gegen den BFC Dynamo das größte Geschenk machen. Er freue sich auf die Aufgabe und sei voller Tatendrang, so Patz, der seine aktive Karriere 2013 beim FC Eisenach beendete.

Abstimmung: Führt Patz Jena zum Aufstieg?

In den sozialen Medien diskutieren die Fans nach dem überraschenden Trainerwechsel wild. "Von Größenwahn" bis zum "FC Hollywood des Ostens" reichen die Kommentare auf der "Sport im Osten"-Facebook-Seite. Jetzt wollen wir von Ihnen wissen, trauen Sie Andreas Patz den Aufstieg zu?

sst

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 12. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

megaboss vor 7 Wochen

Ich habe ein gutes Gefühl beim neuen Trainer.Wenn man den Stimmen aus dem Team glauben kann war die Kommunikation zwischen Kuhnert und den Spielern nicht optimal.
Ich wünsche dem neuen Trainer viel Erfolg.

Gernot vor 7 Wochen

Ich kannte ihn bis dato überhaupt nicht. Seine berufliche Karriere lief interessanter Weise auch über Belgien......