Fußball | Regionalliga Urteil im Pyro-Streit zwischen Jena und DFB erst im Herbst

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Donnerstag kein Urteil gefällt im Streit um die Rechtmäßigkeit von Strafen für Pyrotechnik im Stadion. Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Carl Zeiss Jena hatten in einer mündlichen Verhandlung ihre Positionen vorgetragen. Prozessbeobachter konnten aus dem Verhandlungsverlauf keine Tendenz des obersten deutschen Gerichts ableiten. Deshalb müssen sich die Beteiligten gedulden, bis der BGH in einigen Wochen das Urteil verkünden wird.

Regionalligist Carl Zeiss Jena muss im Streit um die Pyro-Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund weiter auf eine Klärung warten. Der Bundesgerichtshof hat am Donnerstag nach einer ersten Verhandlung kein Urteil gefällt.

Der Verein hatte die Frage um die DFB-Strafen für Pyrotechnik bis vor das oberste deutsche Gericht getrieben. Denn diese Strafen werden vom DFB verschuldensunabhängig verhängt. So steht es in den DFB-Statuten. Das heißt, Vereine wie Jena zahlen für Pyrotechnik im Stadion, auch wenn Ihnen kein Verschulden bei Kontrollen oder ähnlichen Maßnahmen vorgeworfen werden kann.

Jena: Keine Strafe ohne Schuld

Jenas Argumentation lautet: Eine Strafe ist nur gerechtfertigt, wenn auch ein schuldhaftes Verhalten vorliegt. Eine Strafe ohne Schuld würde gegen das Grundgesetz verstoßen und wäre damit rechtswidrig.

Chris Förster Geschäftsführer Carl Zeiss Jena 1 min
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Do 01.07.2021 17:01Uhr 00:35 min

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Förster: "Kann in unsere Richtung gehen"

Die Verantwortlichen des FCC blickten zuversichtlich auf die Verhandlung zurück. "Wir sind froh, dass es verhandelt wurde und sich der BGH damit auseinandersetzt", erklärte Jenas Geschäftsführer Chris Förster im Anschluss. "Man hat gesehen, dass noch viele Fragen im Raum stehen. Wir glauben aber, dass es in unsere Richtung gehen kann. Die meisten Probleme sind richtig angesprochen worden."

Urteil am 4. November erwartet

Vom BGH wird ein grundsätzliches Urteil erwartet, dass dann nicht nur auf Pyrotechnik angewendet werden kann, sondern auf alle verschuldensunabhängigen Strafen, die der DFB bei Fanvergehen ausspricht.

Die endgültige Entscheidung will der BGH am 4. November verkünden.

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red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. Juli 2021 | 17:45 Uhr

3 Kommentare

Harka2 vor 12 Wochen

Ich bin mir bei so manchen Fans gar nicht mal so sicher, ob die wegen des Spiels oder wegen der Randale kommen. Sicher, es genügen wenige Randalierer und möchtegern-Feuerwerker, um den Ruf der Masse zu versauen, aber warum übergeben all die vielen ordentlichen Fans diese Personen nicht an die Ordnungskräfte? Warum solidarisieren sie sich eher mit den Brandstiftern? So wie das gerade, aber nicht nur, in Sachsen überhand nimmt, wird das zu Spielabbrüchen und Entscheidungen am grünen Tisch gegen die eigenen Mannschaften führen.

Harka2 vor 12 Wochen

Die Vereine unternehmen auch nichts gegen die Randale in den Stadien. Wenn dort jemand ein Bengalfeuer zündet, dann hält er dieses minutenlang in den Händen und markiert sich somit als Täter. Warum kommt da nicht der Ordnungsdienst und wirft ihn raus? Dauerhaft raus wohlgemerkt. Jahreskarten sind personalisiert, man kann somit jemanden mit einfachen Mitteln mal eben für ein paar Jährchen am Betreten des Stadions hindern - warum tun die Vereine es nicht? Weil ihnen die Eintritssgelder wichtiger sind und sie nicht für Ruhe und Ordnung zahlen müssen! Warum macht man es nur in Bremen so, dass man den Vereinen die Polizeieinsätze in Rechnung stellt? Das sollte man flächendeckend einführen!

Sharis vor 12 Wochen

Die DFB-Regeln gehören überarbeitet. Was die Fans außerhalb des Stadions treiben, können die Vereine weder kontrollieren noch verhindern.
Innerhalb des Stadions tragen sie jedoch Verantwortung, die oft zu lasch gehandhabt wird.

Die Fans sollten jedenfalls bestrebt sein, ihren Vereinen Geldstrafen zu ersparen & sich entsprechend verhalten.
Dann gibt's erst gar keine Schuldfragen zu klären.