Fußball | Regionalliga Nordost Chemie Leipzig druckvoll, aber ohne Glück gegen den BAK

5. Spieltag

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Die BSG Chemie Leipzig hat gegen den Berliner AK den dritten Saisonsieg verpasst. Die Leutzscher erarbeiteten sich gute Möglichkeiten, allein das Spielobjekt wollte nicht über die Linie. Am Ende hieß es 0:0, das dritte Remis der Grün-Weißen in Folge. Damit bleibt die BSG weiterhin ungeschlagen.

FB Chemie 1 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Sa 05.09.2020 19:30Uhr 00:33 min

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Knapp daneben - Alu-Treffer - stark gehalten

Die BSG Chemie kam gut in die Partie und gab sofort die Richtung vor. Bereits nach sechs Minuten hatte Stephane Mvibudulu die Führung auf dem Fuß, verzog aber um Zentimeter. Fünf Minuten später war Kapitän Stefan Karau nach einer Surek-Ecke zur Stelle, zielte jedoch nicht ganz genau und köpfte die Kugel an den rechten Pfosten. Die Chemiker ließen in der Defensive kaum etwas zu, in der 21. Minute mussten sie allerdings Michel Ulrich auf der rechten Seite ziehen lassen. Sein Schuss wurde von Chemie-Schlussmann Benjamin Bellot sicher geklärt.

Fortan forcierten die Gastgeber wieder das Tempo. Sieben Minuten vor der Pause war es Tomas Petracek, der auf ein Zuspiel zum mitgelaufenen Max Keßler verzichtete und sein Glück allein versuchte. Der straffe Abschluss des Tschechen wurde von BAK-Torwart Pascal Kühn mit einem Blitzreflex entschärft.

 Lukas Lämmel (6, Berlin) und Max Keßler / Kessler (19, Chemie)
Zweikampf zwischen Berlins Lukas Lämmel und Chemie-Rechtsaußen Max Keßler. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Spielobjekt will nicht über die Linie

Nach der Pause spielten die Jagatic-Schützlinge Richtung Norddamm, sozusagen auf ihre "Schokoladenseite". Die Chemiker kämpften weiterhin um jeden Zentimeter auf dem Rasen, allein das Spielobjekt wollte nicht über die Torlinie. Alexander Bury mit einem Schuss ins Fangnetz, Lucas Surek mit filigranen Eckstößen, Keßler mit viel Übersicht bei der Vorarbeit - all das reichte nicht für aufopferungsvoll verteidigende BAK-Kicker. Zweimal lag der Ball zwar im Kasten der Berliner, allerdings hatte Schiedsrichter Matthias Lämmchen jeweils vorher abgepfiffen.

Summa summarum, das kräftezehrende Spiel kostete Chemie viele Körner. Auch Torjäger Mvibudulu war völlig ausgepumpt und wurde von Trainer Miroslav Jagatic fünf Minuten vor dem Ende ausgewechselt. Pünktlich pfiff der Referee die Partie ab. Die Grün-Weißen waren etwas enttäuscht, wurden aber von ihren 2.000 Fans erwartungsgemäß gefeiert.

Stimmen zum Spiel:

Andre Meyer (Trainer Berliner AK)
BAK-Trainer André Meyer. (Archiv) Bildrechte: imago images/opokupix

André Meyer (Trainer Berliner AK): "Wir haben uns mehr von diesem Spiel erwartet. Wir wollten mit drei Punkten zurückfahren, unterm Strich sind wir aber mit dem Zähler zufrieden. Wir wussten, dass Chemie eine Mannschaft ist, die defensiv spielt. Dass sie aber so defensiv auftritt, haben wir nicht erwartet. Wir hatten viel Ballbesitz, haben uns dann final aber wenige Torchancen herausgespielt. Die Mannschaft hat kein schlechtes Spiel gemacht, aber auch kein perfektes. Unterschätzt haben wir die Leipziger auf keinen Fall."

Miroslav Jagatic
Chemie-Coach Miroslav Jagatic. (Archiv) Bildrechte: imago images/opokupix

Miroslav Jagatic (Trainer BSG Chemie Leipzig): "Dafür, dass wir brutale drei Spiele in der Woche hatten, fand ich und unseren Auftritt sehr gut. Mein Team hatte viele Tormöglichkeiten - wenn man die dann sauber ausspielt, wird’s für den BAK schwer. In der zweiten Hälfte hat man dann von beiden Seiten gesehen, dass es ein Kampfspiel geworden ist. Wir wollen nicht rumheulen. Wir funktionieren als Einheit und werden noch die Punkte für unsere bekannten Ziele einfahren. Es ist wieder schön, dass mehr Leute in den AKS können. Hoffentlich werden es in Bälde noch mehr werden. Man sieht es ja, die Fans sind unser zwölfter Mann."

Stefan Karau
Chemie-Kapitän Stefan Karau. (Archiv) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Stefan Karau (Chemie-Kapitän): "Ich bedauere, dass wir die Umschaltmoment in der ersten Halbzeit nicht genutzt haben. Wir besetzen den Strafraum nicht richtig, besonders bei der Aktion von Manuel Wajer. Den Punkt nehmen wir natürlich mit. Ich persönlich bin nach der Englischen Woche mausetot. Gegen Berliner Mannschaften muss man traditionell viel laufen, weil sie den Ball gut laufen lassen. Die Fans haben uns wieder gepusht. Meistens gewinnen wir die Platzwahl und spielen Richtung Norddamm zu unseren Ultras. Für ein Tor hat es diesmal leider nicht gelangt."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. September 2020 | 16:30 Uhr

7 Kommentare

Fan Achim vor 7 Wochen

Auch bei uns ist die Vorfreude groß und echte Chemiefans sind bei uns immer willkommen. Wir hoffen auf ein gutes, faires Spiel und der bessere soll gewinnen. Ich hoffe, das beide Vereine ihre Ziele (Klassenerhalt) erreichen. Habe alle eure Spiele im Stream verfolgt, wir dürften gewarnt sein.

Gustav vor 7 Wochen

Chemie Leipzig ist sogar sehr zufrieden mit der Mannschaft, den Ergebnissen und der Vereinsentwicklung - wie es der ZFC für sich sicher auch ist. Bzgl. Alfred-Kunze-Sportpark ist eine komplette Sanierung von unserem Verein aus eigenen Mitteln nicht zu stemmen. Dafür wurde zu viele Jahrzehnte nichts gemacht. Aber die vorhandenen Mittel wurden schon sichtbar eingesetzt (Tribüne, Familienblock, Fangnetze, Sporthalle, ...).
Der Schreiber „Chemieschwein“ verhält sich seit Jahren vereinsschädigend, wobei nicht sicher ist, ob er tatsächlich ein Fan meines Vereins ist. Er spricht weder für die BSG Chemie noch für die grosse Mehrheit der Chemiefans. Wir freuen uns schon auf das Spiel bei euch und wollen endlich mal was Zählbares von der Glaserkuppe mitnehmen.

GWG Gustav

Pilot vor 7 Wochen

Merkst Du eigentlich, dass Du mit Deinen ständigen respektlosen Kommentaren permanent dem eigenen Verein und uns Chemiefans schadest?
@Fan Achim Danke für Deinen Kommentar!